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Was hat den schweren Busunfall auf der A44 verursacht? Die Antwort lässt noch auf sich warten. - © Ralph Meyer
Was hat den schweren Busunfall auf der A44 verursacht? Die Antwort lässt noch auf sich warten. | © Ralph Meyer

Bad Wünnenberg Busunfall auf der A 44: Aufwendiges Gutachten soll Ursache klären

Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit in alle Richtungen

Birger Berbüsse
17.07.2019 | Stand 17.07.2019, 13:20 Uhr

Bad Wünnenberg/Lichtenau. Ein Gutachten soll klären, ob mögliche technische Mängel zu dem schweren Busunfall auf der Autobahn 44 nahe der Anschlussstelle Lichtenau geführt haben könnten. Es werde allerdings mehrere Wochen dauern, bis Ergebnisse vorliegen, sagte ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Paderborn auf Anfrage von nw.de. Bei dem nächtlichen Unfall des Reisebusses aus Hameln waren vor zehn Tagen 40 Menschen teils schwer verletzt worden. Unter ihnen war auch der 52-jährige Fahrer selbst, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt. Warum der Fahrer nicht aussagen muss Ob er sich mittlerweile zu den Umständen des Unfalls geäußert habe, wollte die Behörde mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht sagen. Als Beschuldigter müsse er jedoch nicht aussagen. Laut des Reisebus-Unternehmens gilt der Fahrer als „besonders zuverlässig" und habe die Reise nach Italien ausgeruht angetreten. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft betonte jedoch auch, dass derzeit in alle Richtungen ermittelt werde. Dazu gehört auch die Frage nach möglichen technischen Mängeln. Angaben des Reisebus-Unternehmens zufolge hatte der fünf Jahre alte Bus erst wenige Tage vor dem Unglück eine Hauptuntersuchung ohne Mängel bestanden. So wird der Unfallbus untersucht Das von der Paderborner Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene Gutachten ist sehr aufwendig. Unter anderem müssen dabei die Wetter- und Sichtverhältnisse und alle weiteren Gegebenheiten genau rekonstruiert werden. Wie die Behörde mitteilte, soll auch der Unfallbus selbst komplett auseinander gebaut und untersucht werden. Der Bus war in der Nacht vom 6. auf den 7. Juli gegen 0.50 Uhr in Fahrtrichtung Kassel auf der A 44 unterwegs, als er in Höhe Blankenrode/Meerhof aus bisher ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn abkam. Auf einer Strecke von mehreren hundert Metern mähte das schwere Fahrzeug im Grünstreifen zahlreiche Warnschilder einer Baustelle nieder. Im Bereich einer Straßenbrücke lenkte der Fahrer den Bus zwar zurück auf die Fahrbahn. Dabei verlor er jedoch die Kontrolle über das Fahrzeug, das anschließend auf die rechte Seite kippte und auf dem rechten Fahrstreifen und dem Standstreifen liegen blieb. Mehr als 150 Helfer waren stundenlang im Einsatz.

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