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Am Taufbecken: Weihbischof Matthias König mit dem Älteren der beiden Brüder (Matthäus). Rechts sein Pate Paul Kiernan. - © Markus Jonas
Am Taufbecken: Weihbischof Matthias König mit dem Älteren der beiden Brüder (Matthäus). Rechts sein Pate Paul Kiernan. | © Markus Jonas

Bad Wünnenberg Drei Flüchtlinge lassen sich katholisch taufen

Für den Weihbischof ein einmaliges Erlebnis: Zwei iranische Brüder mussten in ihrer Heimat aus dem Gottesdienst fliehen. Ein Ghanaer verlässt die presbyterianische Kirche

22.12.2015 | Stand 21.12.2015, 19:32 Uhr

Bad Wünnenberg. Ein seltenes Ereignis hat die katholische Kirchengemeinde St. Antonius in Bad Wünnenberg gefeiert: Zwei Erwachsene wurden hier getauft, ein weiterer konvertierte zum katholischen Glauben. Weihbischof Matthias König spendete den drei neuen Gemeindemitgliedern die Sakramente. Neben der Taufe waren das die Firmung sowie die Eucharistie. "Ich bin schon elf Jahre Weihbischof, aber eine solche Konstellation in einem Gottesdienst habe ich noch nie erlebt", so König. Schon in ihrer Heimat Iran hatten sich die beiden neugetauften Brüder für den christlichen Glauben interessiert. Ein Wechsel zum Christentum ist dort jedoch bei Todesstrafe verboten. Als sie im Frühjahr in einem Hausgottesdienst von der Geheimpolizei überrascht wurden, gelang ihnen die Flucht über die Dächer. Zwei Wochen hielten sie sich versteckt, bis klar war, dass ihre Namen der Polizei bekannt waren. "Wir mussten fliehen und unser Land und unsere Familie verlassen", sagt der Ältere der beiden Brüder, die sich als Taufnamen Matthäus und Lukas wählten. In Deutschland baten sie um Asyl und wurden nach Bad Wünnenberg geschickt. Dort kamen sie in Kontakt mit einer Gruppe der charismatischen Erneuerung in der katholischen Kirche und äußerten den Wunsch, getauft zu werden. Pfarrer i. R. Johannes Sprenger bereitete sie auf die Taufe vor. Im gleichen Gottesdienst konvertierte Evans Boateng aus Ghana. Der Psychologe und Theologe der presbyterianischen Kirche von Ghana hatte sich in seiner Heimat bereits intensiv mit dem katholischen Glauben auseinandergesetzt. In Bad Wünnenberg entschied er sich zu konvertieren, die katholischen Sakramente zu empfangen. In seiner Predigt sagte Weihbischof König, es tue gut, Menschen zu erleben, "die alles verlassen haben, um das Himmelreich zu erlangen". Er sicherte den neuen Katholiken zu: "Sie werden in eine große Gemeinschaft aufgenommen, die die Welt umspannt." Pfarrer Sprenger und der Gemeinschaft der charismatischen Erneuerung dankte er für die Aufnahme und Integration der neuen Gemeindemitglieder. "Es ist ein Geschenk, dass hier Leute sind, die auf geistliche Fragen reagiert und Zeugnis gegeben haben."

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