Halten die weibliche Fahne hoch: Die Tourteilnehmerinnen Antje Wetzel, Michaela Waldecker und Jennifer Binz (von links). - © Foto: Dietmar Gröbing
Halten die weibliche Fahne hoch: Die Tourteilnehmerinnen Antje Wetzel, Michaela Waldecker und Jennifer Binz (von links). | © Foto: Dietmar Gröbing

Bad Wünnenberg Schornsteinfeger-Glückstour macht Station in Bad Wünnenberg

Radeln für den guten Zweck

Dietmar Gröbing
03.07.2015 | Stand 02.07.2015, 21:37 Uhr

Bad Wünnenberg. Schornsteinfeger bringen Glück. Der Bevölkerung im Allgemeinen, und krebskranken Kindern im Besonderen. Das stellte die Glückstour der Schornsteinfeger auch im 10. Anlauf unter Beweis. Denn beim Zwischenstopp in Bad Wünnenberg sammelten die radelnden Feger abermals Geld für den guten Zweck. Auf dem Weg von Iserlohn nach Dresden machte die gemischtgeschlechtliche Gruppe Halt bei der Firma Wöhler, deren Gelände den Rahmen für ein charitatives Unterfangen bildete. Die ausnahmsweise nicht in Schwarz angetretenen Schornsteinfeger engagierten sich in fremder Sache. Dafür mussten sie keine Dächer besteigen, sondern ganz auf dem Boden bleiben. In diesem Fall auf dem Asphalt, der aktuell den Untergrund für 36 Räder und ihre Fahrer bildet. Überall, wo während der West-Ost-Tour gehalten wird, sammelt man Geld für eine übergeordnete Sache. Das ist in seiner Intention und Form ungewöhnlich und sorgt daher für Aufsehen im positiven Sinn. So nahmen auch am Mittwochnachmittag viele Menschen Anteil, als es galt, erkrankten Kindern und ihren Angehörigen das Leben ein Stück weit zu erleichtern. Neben den mobilen Hauptdarstellern waren Schornsteinfegergruppen aus der Umgebung, Vertreter der Stadt Bad Wünnenberg, interessierte Bürger und die gesamte Belegschaft der Firma Wöhler anwesend. Mehrere hundert Menschen scharten sich letztlich bei hochsommerlichen Bedingungen um die entzündete Feuerstelle. Nicht um sich zu wärmen, sondern um Teil eines Grillfestes mit selbstloser Attitüde zu sein. Die gründet sich auf die solidarische Maxime "Starke helfen Schwachen" beziehungsweise "Gesunde helfen Kranken." Und weil das unter anderem mit Bargeld geht, hatte man ein großes Sparschwein platziert, das mit Münzen und Scheinen gefüllt werden konnte. Das ließen sich die Wünnenberger nicht zweimal sagen und öffneten Herzen und Portemonnaies, so dass betroffene Kinder und angeschlossene Forschungsprojekte breite Unterstützung erfahren. "Es macht Spaß, Teil der Aktion zu sein, die wir seit den Anfängen begleiten", sagte Marketingreferentin Christina Dewenter am Rande des Events. Mit "Herz und Leidenschaft" sei man dabei und unterstütze die Fahrer nach Kräften. Unter anderem mit einem Scheck in Höhe von 6.000 Euro. Ergänzt wurde die Summe durch weitere Zuwendungen, wobei allein der Kreisverband der Paderborner Schornsteinfeger 1.300 Euro gesammelt hatte. Insgesamt 146.000 Euro werden während der Tour an örtliche Einrichtungen und Familien übergeben. "Davon verbleiben drei Schecks im Hochstift", bestätigt Glückstoursprecher Klaus Bewer das lokale Engagement. Laut Bewer ist die Tour während er letzten zehn Jahre "deutlich professioneller geworden", hat sich "vom Abenteuer zur Profietappe entwickelt", wie der Delbrücker nicht ohne Stolz eingesteht. Das wiederum liegt auch an den 36 teilnehmenden Radfahrern, von denen drei weiblicher Natur sind. Eine von ihnen ist Michaela Waldecker, die das Geschlechterverhältnis "cool" findet. Nicht zuletzt, weil "die Männer uns nach Kräften unterstützen, wenn es Probleme gibt." Genau deshalb bezeichnet die blonde Münchnerin den mobilen Zusammenschluss als "tolle Truppe."

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