Dicht: Dieses Hinweisschild an der Bielefelder Straße in Bad Lippspringe zeigt derzeit meistens an, dass es kein Durchkommen in Richtung Hövelhof gibt. - © Jens Reddeker
Dicht: Dieses Hinweisschild an der Bielefelder Straße in Bad Lippspringe zeigt derzeit meistens an, dass es kein Durchkommen in Richtung Hövelhof gibt. | © Jens Reddeker

Kreis Paderborn Paderborns Landrat setzt auf Senne-Zusage der Briten

Manfred Müller ist im Dialog mit dem britischen Verbindungsoffizier und erfährt, wie die Kritik an zunehmenden Sperrzeiten bei den Militärs ankommen

Jens Reddeker
05.06.2019 | Stand 05.06.2019, 08:31 Uhr

Kreis Paderborn. Die Diskussion um die Sperrzeiten der Senne hat den Paderborner Kreistag erreicht. Für 2020 befürchtet die Bürgerinitiative Schlangen 4.0 geschlossene Schranken in 50 Wochen pro Jahr. Das hat die gemeinsamen Fraktion Die Linke/Piraten auf den Plan gerufen: die Kommunalpolitiker baten Landrat Manfred Müller (CDU) um Aufklärung. Informationen holte sich Müller beim britischen Verbindungsoffizier Alan Patterson. Dabei konnte der Militärvertreter aber noch keine konkrete Planung aus London für den Truppenübungsplatz vorlegen - weil diese noch nicht existiert. Dennoch ist die Tendenz eindeutig. "Es ist wohl klar, dass die Briten selbst im nächsten Jahr mehr üben werden, nachdem das laufende Jahr eher für Revisionsarbeiten in Zusammenhang mit dem Abzug genutzt wird", berichtet der Landrat im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Auch andere NATO-Partner sollen vermehrt an Übungen in der Senne interessiert sein. Die jüngste Diskussion, vor allem angeschoben durch die Initiative aus Schlangen, ist bei den Briten nach Müllers Einschätzung dennoch "intensiv wahrgenommen worden". Unklar ist aber, wie sich die Interessen der Anrainer mit denen der Militärs vereinbaren lassen. So hoffen Ausflügler und Anwohner darauf, dass Monate wie der laufende Juni nicht zur Regel werden. Die Durchgangsstraßen sind lediglich an vier Tagen durchgehend sowie an sechs Tagen nur abends und nachts geöffnet. An den restlichen 20 Tagen sind die Schlagbäume durchgehend geschlossen - unter anderem am Pfingstwochenende, an dem in Bad Lippspringe das Parkfestival gefeiert wird. Henning Schwarze, Initiator der Kampagne "Open Senne" aus Schlangen, beklagt, dass die geregelten Öffnungszeiten immer weniger geworden seien, obwohl zwischen Briten und Kommunen eine Senne-Vereinbarung existiert, die das gütliche Miteinander regelt. Briten geben ihr Wort Landrat Müller hofft darauf, dass die Briten in Zukunft zu ihrem Wort stehen. Verbindungsoffizier Patterson habe ihm versichert, dass sie an einem guten Verhältnis mit der Bevölkerung der Region interessiert seien. "Mir wurde zugesagt, dass sich die Militärverwaltung Mühe gibt, die Senne, soweit es geht, offen zu halten." Gegenüber der NW hatte sich zuletzt auch Mike Whitehurst, Pressesprecher der britischen Streitkräfte, über die zukünftige Nutzung des Truppenübungsplatzes geäußert. Nach dem vollständigen Abzug der 20. Brigade werde im Sommer ein neues Konzept erarbeitet. Demnach werden auch die verbündeten Streitkräfte das Gelände für Manöver nutzen, so Whitehurst. Dass sich Intensität und Dauer der Übungen erhöhen, könne er nicht ausschließen. Zu den Nutzern des weitläufigen Areals soll auch zukünftig die Bundeswehr zählen. Nach Informationen des Landrats werden auch deutsche Soldaten in Absprache mit den Briten in der Senne "verstärkt und verlässlich" trainieren können.

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