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Zeigen Flagge: Mit einem Spaziergang protestieren Bürgerinnen und Bürger gegen die geplante Schließung der Senne durch die Briten. - © Andreas Götte
Zeigen Flagge: Mit einem Spaziergang protestieren Bürgerinnen und Bürger gegen die geplante Schließung der Senne durch die Briten. | © Andreas Götte

Bad Lippspringe/Schlangen Open Senne: Heimische Politik soll Flagge zeigen und Druck ausüben

Mit einem Spaziergang protestieren Anrainer gegen die Senne-Schließung durch die Briten

Andreas Götte
19.05.2019 | Stand 20.05.2019, 12:21 Uhr

Bad Lippspringe/Schlangen. Gerne streift Henning Schwarze mit seiner Familie morgens oder abends durch die Senne, um in freier Natur Tiere zu beobachten. Doch geht es nach den Plänen der britischen Streitkräfte, ist damit nächstes Jahr Schluss. Denn dann sollen Übungsbetrieb und Sperrzeiten auf 50 Wochen pro Jahr ausgedehnt werden. Schwarze fühlt sich in seiner Lebensqualität eingeschränkt. Deshalb ist der Mann aus Schlangen Mitinitiator der Kampagne „Open Senne von Schlangen 4.0". „Sollten die Pläne umgesetzt werden, bedeutet das massive Einschränkungen für die Anrainerkommunen", sagt der 45-Jährige. Leider seien schon jetzt trotz der Senne-Vereinbarung die geregelten Öffnungszeiten immer weniger geworden. Berufspendler müssten große Umwege in Kauf nehmen. Jetzt sei auch noch die Gauseköthe gesperrt. Auch heimische Firmen würden unter einer ganzjährlichen Sperrung der Senne leiden. „Sie können aus Zeit- und Kostengründen keine Angebote aus dem Nordwesten von Lippe annehmen", sagt der Geograf. Senne als beliebtes Ausflugsziel Zudem sei die Senne für viele Menschen ein beliebtes Ausflugsziel am Wochenende. „Die Briten machen Kohle damit, dass sie den Truppenübungsplatz nicht nur selbst nutzen, sondern auch an NATO-Truppen vermieten und wir müssen darunter leiden", ärgert sich Schwarze. Die Kommunen wüchsen immer stärker, man brauche deshalb genügend Erholungsflächen und nicht das Spielen von Krieg das ganze Jahr über. Vielleicht werde künftig auch noch mehr „geballert", befürchtet er. Auch die Politik habe bereits seit 2018 von den Plänen der Briten gewusst, jedoch nichts gesagt. Schwarze forderte die Briten auf, sich an die Senne-Vereinbarung zu halten. Wenig begeistert zeigt sich auch Iris Brockmeier aus Bad Lipspringe. Auch sie spricht von einer Einschränkung ihrer Lebensqualität. „Wir fahren am Wochenende mit dem Rad oder Auto durch die Senne nach Hövelhof oder ins Lippische. Es sei ein Unding, dass man demnächst die schöne Natur und Infrastruktur nicht mehr nutzen könne. „Das Ganze ist schade, denn ich bin sehr an der Natur interessiert. In der Senne gibt es sehr viele Arten, die man sich anschauen kann", so Brockmeier und vermisst ein Mitspracherecht. Forderungen an die Politik Vom Freibad in Schlangen gingen die Protestler auf einen drei Kilometer langen Rundweg, vorbei an zwei geschlossenen Schranken in das Gebiet Kleine Bruch. „Hier gibt es kleine Wege für Fußgänger oder Reiter, die werden demnächst auch geschlossen", so Schwarze. Informationen zur Geschichte der Senne und zu Flora und Fauna gab es zwischendurch von Martin Nowosad. Zum Abschluss der Protestaktion wurde noch eine Schlänger Erklärung verlesen. Darin wird unter anderem die heimische Politik angesprochen, „endlich Flagge zu zeigen und Druck auf die britischen Streitkräfte auszuüben". Gefordert werden Rahmenbedingungen und Regelungen, welche einer positiven Regionalentwicklung und den Menschen dienlich seien. Die Protestaktionen sollen so lange fortgesetzt werden, bis die Forderungen im Kern erfüllt sind.

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