Wird hier demnächst gekauft statt gestempelt? Der Bad Lippspringer Rathausplatz ist bei mindestens drei Investoren heiß begehrt. - © Jens Reddeker / Montage: Thomas Grundmann
Wird hier demnächst gekauft statt gestempelt? Der Bad Lippspringer Rathausplatz ist bei mindestens drei Investoren heiß begehrt. | © Jens Reddeker / Montage: Thomas Grundmann

Bad Lippspringe Bekommt Bad Lippspringe einen Aldi auf dem Rathausplatz?

City: Bürgermeister Bee bestätigt das Angebot eines weiteren Investors für die Innenstadt. Kritik kommt von der Bürgerinitiative, die sich gegen den Rathausabriss stemmt. Im März wird es spannend

Bad Lippspringe. Ein neues Angebot für die Nutzung des Rathausplatzes ist Bad Lippspringes Bürgermeister Andreas Bee (parteilos) ins Haus geflattert. Wie Bee gegenüber nw.de bestätigt, sei ein weiterer "Investor bereit, einen Discounter und einen Drogeriemarkt dort zu bauen". Nach Informationen der "Bürgerinitiative Bad Lippspringe" handelt es sich um einen Aldi-Markt und die Drogeriekette DM, die dort nach Wünschen des Investors auf 3.000 Quadratmetern Verkaufsfläche einziehen könnten. Die Vorsitzende der Initiative, Katharina Lückel, teilt mit, dass die Pläne vorsähen, die Stadtverwaltung zweigeschossig oberhalb des Marktes anzusiedeln. Der Bürgermeister möchte sich zu Details des Investorenangebotes nicht äußern. Im Sommer 2018 war zunächst das Interesse der Rietberger Lüning-Gruppe publik geworden, anstelle des Rathauses einen Elli-Markt zu errichten. Bürgermeister Bee hat gegenüber nw.de derweil Gerüchte dementiert, dass Lüning in der Zwischenzeit als Interessent abgesprungen sei. Nach den Rietbergern zeigte 2018 auch Edeka Rhein-Ruhr Interesse an einem Innenstadtstandort in Bad Lippspringe. Speziell der mit der Markt-Ansiedlung verbundene Abriss des Rathauses sorgt jedoch bei vielen Bürgern für Unmut. Aus diesem Grund gründete sich die Bürgerinitiative. Einer ihrer Begründer, Patrick Ehlich, will 2020 für die ÖDP als Bürgermeisterkandidat gegen Andreas Bee antreten. Nicht weit entfernt vom Rathausplatz hatte im Vorjahr auch der Handelskonzern Rewe Interesse an einer Innenstadtfläche. Als Standort für einen Supermarkt plus Schuh- und Drogeriemarkt hatte der Investor die Wiese vor dem ehemaligen balneologischen Institut an der Bielefelder Straße zwischen Peter-Hartmann-Allee und Arminiusstraße ausgeguckt. Im März steht eine wichtige Sitzung an Ob einer der Investoren überhaupt in der Bad Lippspringer City seine Pläne verwirklichen kann, hängt auch vom neuen "Einzelhandels- und Zentrenkonzept" ab. Derzeit entwickelt das Kölner Büro Cima, ein Beratungsunternmehmen für Stadtentwicklung, im Auftrag der Stadt eine Neuauflage des zehn Jahre alten Papiers. In der derzeit noch gültigen Fassung heißt es, großflächige Einzelhandelsbetriebe seien "nur in der Innenstadt anzusiedeln". Das heiß ersehnte Konzept soll laut Bee "in der zweiten Märzhälfte" vorliegen. Der Öffentlichkeit soll es in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vorgestellt werden. "Die Experten werden dort festschreiben, wie sinnhaft heutzutage die Ansiedlung eines zentralen Verbrauchermarktes ist", hofft Bee auf klare Aussagen. In der Lippspringer Politik hat sich die Linkspartei deutlich gegen einen Rathaus-Abriss und die Ansiedlung eines Verbrauchermarktes in der Stadtmitte ausgesprochen. Bürgermeister Bee betonte mehrfach die Magnetwirkung eines großen Marktes für die gesamte Innenstadt und würde sich über die zusätzlichen Parkplätze freuen, die die Stadt besonders an Wochenenden entlasten könnten. Würde der Aldi-Markt mit Rathaus gebaut, wäre Bad Lippspringe nicht die einzige NRW-Kommune, in der sich Verwaltung und Discounter ein Gebäude teilen. In Bönen (Kreis Unna) arbeitet der Bürgermeister oberhalb eines Lidl-Maktes. Die Bad Lippspringer Bürgerinitiative fragt sich, was bei einem Umzug des Aldi mit dem bisherigen Discounter-Gebäude an der Detmolder Straße passiert. Sie wirft der Verwaltung vor, zu träumen, "ohne Zahlen und Fakten zu kennen". Das Ziel der Initiative bleibt jedenfalls klar: "Wir wollen unser Rathaus behalten."

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