Noch vor der Eröffnung: Wegen technischer Probleme musste der Start in die Freibadsaison verschoben werden. - © Jens Reddeker
Noch vor der Eröffnung: Wegen technischer Probleme musste der Start in die Freibadsaison verschoben werden. | © Jens Reddeker

Bad Lippspringe Übernahme des Bad Lippspringer Thermal-Freibads liegt auf Eis

Über den Verkauf des Freibads wird derzeit verhandelt. Jetzt soll auch kalkuliert werden, wie teuer der Verbleib in kommunaler Hand wäre

Svenja Ludwig

Bad Lippspringe. Das, was man hat, weiß man ja häufig erst dann richtig zu schätzen, wenn man es (fast) nicht mehr hat. So scheint es auch der Stadt Bad Lippspringe mit ihrem Freibad zu gehen. Nachdem die Neue Westfälische im Mai exklusiv von Verhandlungsgesprächen zwischen der Verwaltung und Stork Hotels & Thermen, Besitzer unter anderem der Westfalen-Therme, berichtete, rudern die Verantwortlichen in der Badestadt nun offenbar zurück. In der Ratssitzung am Mittwochabend hob das Gremium einstimmig einen Haushalts-Sperrvermerk auf. Damit wurden Finanzmittel freigegeben, um einen Planungsauftrag vergeben zu können. Ein Büro soll klären, wie viel eine Sanierung die Stadt kosten würde. Das lässt vermuten, dass Lippspringe sein Bad nicht mehr aus der kommunalen Hand geben möchte. Gleichwohl Bürgermeister Andreas Bee erklärte, dass die Erarbeitung eines Konzepts nicht präjudiziere, „dass die Entscheidung schon gefallen ist". "Seit Jahren ein Zuschussgeschäft" Mit der Stork Hotels & Thermen seien Gespräche geführt worden, berichtete Bee im Rat: „Wir sprechen über einen Verkauf und ansatzweise über ein Betreibermodell." Denn – wie Bee im Mai mitteilte, sei das Freibad „seit Jahren ein Zuschussgeschäft". Bei Robin Stork, Geschäftsführer von Stork Hotels & Thermen stößt der Sinneswandel auf „Unverständnis". Das Unternehmen habe der Stadt ein Angebot unterbreitet. „Wir waren eigentlich relativ weit", gibt Stork im Gespräch mit der NW seine Einschätzung ab. „Das letzte Gespräch im internen Kreis" habe Stork nicht mitbekommen. Offenbar sei es aber von einigen Fraktionen kritisch gesehen worden, mit dem Verkauf auch den Grund und Boden herzugeben. Letztendlich, so Stork, sei es aber wohl eine gemeinsame Entscheidung der Parteien gewesen, einen Verkauf an Stork Hotels & Thermen nicht weiter verfolgen zu wollen. Dass die Stadt das Freibad weiterhin im halbjährlichen Turnus betreiben will, bedauert Stork und wirft auch einen kritischen Blick auf die Thematik: „Wir hätten sicherlich andere Möglichkeiten gehabt – aus unserer Sicht wäre ein Verkauf eine Win-Win-Situation gewesen." Am Freitag, 13. Juli, wird sich der Geschäftsführer noch einmal mit Bürgermeister Andreas Bee zusammensetzen. Robin Stork geht jedoch davon aus, dass durch den Ratsbeschluss, den Sperrvermerk aufzuheben, die Gespräche „im Prinzip auf Eis gelegt" sind.

realisiert durch evolver group