Freuen sich über die gelungene Ausstellungseröffnung (v. l.): die NABU-Mitarbeiter im Prinzenpalais Dirk Tornede, Susanne Kurz und Marcus Foerster, Karl Jasper vom NRW-Städtebauministerium und Bürgermeister Andreas Bee. Foto: Klaus Karenfeld - © Klaus Karenfeld
Freuen sich über die gelungene Ausstellungseröffnung (v. l.): die NABU-Mitarbeiter im Prinzenpalais Dirk Tornede, Susanne Kurz und Marcus Foerster, Karl Jasper vom NRW-Städtebauministerium und Bürgermeister Andreas Bee. Foto: Klaus Karenfeld | © Klaus Karenfeld

Bad Lippspringe Senne fasziniert im Prinzenpalais

Überarbeitete NABU-Ausstellung eröffnet

VON KLAUS KARENFELD

Bad Lippspringe. Der jahrelange Dornröschenschlaf ist beendet, das Prinzenpalais in Bad Lippspringe erwacht zu neuem Leben. Mit großen Erwartungen begleitet wird die am Wochenende neu eröffnete NABU-Ausstellung „Faszination Senne“.

Von einem wichtigen Anfangsschritt, dem bald schon weitere folgen müssten, sprach NABU-Mitarbeiter Marcus Foerster in seiner Begrüßungsrede. Mit Blick auf die Landesgartenschau 2017 ist seiner Überzeugung nach ein Nutzungskonzept für das gesamte Prinzenpalais zwingend notwendig.Das Denkmal geschützte Gebäude stand bereits im Expo-Jahr 2000 im Mittelpunkt einer Ausstellung, die sich schwerpunktmäßig dem Thema „Naturschutz und Militär“ widmete. Teile daraus sind in die jetzt neu eröffnete Ausstellung „Faszination Senne“ aufgenommen worden.

So begibt sich der Besucher im Prinzenpalais auf eine spannende Zeitreise. Und er erfährt als Erstes, dass die Senne bereits vor 200.000 Jahren infolge der vorletzten Eiszeit entstanden ist. Bis zum Ende des 30-jährigen Krieges blieb die Fläche ein von Menschenhand weitgehend unberührtes Stück Natur. Erst danach kam es zu größeren Besiedlungen. Erste Ortschaften wie Haustenbeck, Augustdorf oder Hövelhof wurden nachfolgend gegründet. Seit Ende des 19. Jahrhunderts werden bekanntlich große Teile der Senne als Truppenübungsplatz genutzt.

Neben den vielen geschichtlichen Daten und Fakten macht die Ausstellung eines auch deutlich: Die Senne ist eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft. Wie NABU-Mitarbeiter Dirk Tornede zu berichten wusste, zählt das 12.000 Hektar große Gelände zu den wertvollsten Heide-und Moorgebieten in Westeuropa.

Landrat Manfred Müller bezeichnete die Senne in seinem Grußwort als Juwel, das für nachfolgende Generationen unbedingt gesichert werden müsse. Mit dem bevorstehenden Abzug der Briten stelle sich konkret auch die Frage nach dem künftigen Schutzstatus. Für den Paderborner Kreistag, so Müller, habe jedenfalls die weitere militärische Nutzung der Senne Vorrang vor möglichen anderen Alternativen. Die letztlich verbindliche Entscheidung aber werde auf Bundesebene getroffen. Sollte es irgendwann tatsächlich zu einem Aus für den Truppenübungslatz kommen, so Müller weiter, müsse der Schutzstatus natürlich neu beurteilt werden – unter Einbeziehung der betroffenen Kommunen vor Ort.

Für den NABU-Landesvorsitzenden Josef Tumbrinck steht außer Frage, dass die Senne auch nach dem Ende der militärischen Nutzung „wirkungsvoll geschützt, gepflegt und entwickelt wird“. Vielleicht lasse das Beispiel des Truppenübungsplatzes Borkenberge im Münsterland Rückschlüsse für künftige Planungen zu. Auch hier handele es sich um eine außergewöhnliche Heide- und Moorlandschaft, die von den Briten im Mai 2015 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übergeben werde.

Zu Ende ging die Festveranstaltung mit einem Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Riedel von der Hochschule OWL zum Thema „Bildungsaufgabe Naturschutz heute“. Zuvor hatte das etwa zehnminütige Kurzportrait „Faszination Senne“ von Naturfilmer Robin Jähne eine viel beachtete Premiere gefeiert.

Copyright © Neue Westfälische 2019
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group