Dampftraktoren, Dampflokomobile und Dampfwalzen erobern die Winterbergstraße in Altenbeken. Ihr Anblick lässt das Herz von Freunden historischer Fortbewegungsmittel höher schlagen. - © FOTOS: ANDREAS GÖTTE
Dampftraktoren, Dampflokomobile und Dampfwalzen erobern die Winterbergstraße in Altenbeken. Ihr Anblick lässt das Herz von Freunden historischer Fortbewegungsmittel höher schlagen. | © FOTOS: ANDREAS GÖTTE

Altenbeken In der Egge sind Qualmer erwünscht

"Vivat Viadukt" lockt mit kleinen Eisenbahnen, großen Dampfmaschinen und viel Kultur

VON ANDREAS GÖTTE

Altenbeken. Ruß und Dampf hängen an der Eggelandhalle in der Luft. Ab und zu werden die flanierenden Besucher von einem Pfiff erschreckt. Bei den Eisenbahn- und Kulturtagen "Vivat Viadukt" war am Wochenende in der Eggegemeinde auch ohne die großen historischen Sonderzüge ordentlich Dampf im Kessel.

Der eine oder andere Eisenbahn-Liebhaber dürfte die großen Züge am Bahnhof (fielen wegen der Sanierung des Rehbergtunnels dieses Mal aus) zwar vermisst haben, ihr Herz sollte allein beim Stelldichein der rund zwei Dutzend Dampfmaschinen, Traktoren, Walzen und Lokomobile an der Eggelandhalle schnell wieder höher geschlagen sein.

Und das Selbstfahren macht gleich noch mehr Spaß - auch ohne Schienen. Mit Feuereifer drehte die achtjährige Carolin aus Paderborn mit ihrem Großvater Helmut Leschner vom Freundeskreis Straßendampf mit einem Dampftraktor, Modell Alschin, ihre Runden. Das technische Wunderwerk hat Leschner selbst gebaut. Damit war er am Wochenende nicht der einzige. Fast 40 Jahre ist der Paderborner bereits Dampfmaschinen-Freund.

Weitaus ruhiger, aber nicht weniger interessant ging es in zwei Hallen auf einer Fläche von rund 1.600 Quadratmetern zu. Über 20 Aussteller präsentierten den staunenden Besuchern ihre kleinen und großen Modelleisenbahnen. Michael Bahls mag die kleinen Exemplar auf der Spur Z. Deshalb gehört er auch dem Z-Stammtisch aus Blomberg an.

Er präsentierte das kleinste Modell der Lok Altenbeken. "Die fuhr bis zum Jahr 1898 von Hannover nach Altenbeken", klärt der Eisenbahn-Fan auf. Insgesamt wurden am Wochenende Schätzchen auf Schienen im Wert von rund 700.000 Euro gezeigt- ein klassischer Fall für den Wachschutz. Die aus Deutschland und den Nachbarländern angereisten Aussteller wohnten fast alle in einem extra eingerichteten Wohnmobilhafen. Die ersten waren bereits am vergangenen Mittwoch angereist.

Auch ein Eisenbahnmarkt fehlte nicht. Wem noch Zubehör als Hobby-Lokführer für zu Hause fehlte, durfte sich nach Herzenslust eindecken -und wurde vielleicht auch beim Bielefelder Armin Ludolph fündig. Bei ihm gab es fast alles - vom Fahrplanhalter über Zugschlusslampen und Weichenlaternen bis hin zu Wandlaternen. "Da meine Kinder sich für die vielen Stücke nicht interessieren, will ich mich von den historischen Gebrauchsgegenständen trennen", sagt der 72-Jährige.

Unabsichtlich getrennt hatten sich zuvor Bahnreisende von ihrem Reisegepäck. Das tauchte bei der gut besuchten Fundsachenversteigerung der Deutschen Bahn AG am Samstagvormittag wieder auf, um meistbietend versteigert zu werden. Nach seinem Gebot von 50 Euro saß Jens Obermann plötzlich mit einem dicken Koffer im Publikum und schien ein bisschen verdutzt. "Ich wollte den gar nicht, aber es erstaunlicherweise niemand mehr geboten", so der 33-Jährige aus Horn-Bad Meinberg.

Am gestrigen Sonntag komplettierte eine touristische Meile mit Organisationen verschiedener Anrainerkommunen das alle zwei Jahre stattfindende Fest und zeigten, wie schön die Heimat vor der Haustür ist. Bei so viel Abwechslung wünschte sich mancher ein jährlich stattfindendes "Vivat Viadukt".
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Neuer Festcharakter und Gelände kommen gut an

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