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Auch in manchen Schützenvereinen steht das Thema Digitalisierung auf der Agenda. - © picture alliance / blickwinkel/S. Ziese (Themenbild)
Auch in manchen Schützenvereinen steht das Thema Digitalisierung auf der Agenda. | © picture alliance / blickwinkel/S. Ziese (Themenbild)

Altenbeken Schwaneyer Schützen im Rennen um den Engagementpreis NRW

Im Vorentscheid: mit dem digitalen Infodienst "Schützenbote" könnten sie gewinnen

Loni Maoro
11.01.2019 | Stand 11.01.2019, 11:05 Uhr

Altenbeken-Schwaney. Den Beruf des Ausrufers gibt es schon lange nicht mehr. Auch die Zeit, in der wichtige Nachrichten an Vereinshäusern und Kneipen angeschlagen wurden, scheint der Vergangenheit anzugehören. Neue Medien wie Twitter, Instagram und co. hingegen sind heutzutage allgegenwärtig. Die St. Sebastian Schützenbruderschaft Schwaney hat deshalb den digitalen Infodienst "Schützenbote" entwickelt und wurde dafür für den Engagementpreis NRW 2019 nominiert. "Engagement und Digitalisierung - neue Potenziale nutzen". Unter diesem Motto steht der Preis, ausgeschrieben von der Landesregierung NRW in Kooperation mit der Nordrhein-Westfalen-Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege in diesem Jahr. Von insgesamt 90 Bewerbern wurden zwölf Projekte ausgewählt, unter denen Ende des Jahres die drei Träger des Engagementpreises ermittelt werden. "Auf den Engagementpreis sind wir durch Zufall gestoßen", sagt Stefan Lütkemeier, einer der sieben "Schützenboten"-Redakteure. "Unsere Idee passte zum Motto, also haben wir einfach einen Antrag geschickt und uns sehr gefreut, als wir erfahren haben, das unser Projekt tatsächlich nominiert wurde." Interaktiver Newsticker rund um den Verein Der "Schützenbote" ist ein interaktiver Newsticker. Er funktioniert wie ein Kontakt im Handy, dem man per WhatsApp schreiben kann und der dann automatisch antwortet. Nutzer schicken also beispielsweise das Codewort "aktuell" an die entsprechende Nummer und daraufhin werden automatisch Infos zur nächsten Veranstaltung des Vereins geschickt. Die Redakteure aus dem Schützenverein verwalten die App ehrenamtlich und überlegen sich regelmäßig aktuelle Inhalte. "Durch den "Schützenboten" können Informationen schneller verteilt und mehr Leute erreicht werden als bisher. Mitglieder und Interessierte werden aktiver in den Verein eingebunden und erfahren von Veranstaltungen, von denen sie sonst vielleicht nichts mitbekommen hätten", sagt Lütkemeier. Der "Schützenbote" erreicht bereits 174 Leute. "Wichtig ist auch, das wir keine neue App entwickelt haben, sondern über WhatsApp agieren. Diese App nutzen sowieso viele Leute, es ist pragmatisch, einfach und kostenlos", kommentiert Jonas Leineweber, Redakteur der Jungschützen-Abteilung, den Erfolg. Auch Nicht-Schützen ansprechen "Vor allem wollen wir auch Leute erreichen, die nicht im Schützenverein sind", ergänzt Leineweber. "Viele Menschen denken bei Schützenvereinen immer nur ans Schützenfest und sehen gar nicht, das hinter den Vereinen noch viel mehr steht. Über unsere sozialen Projekte und Spendenaktionen wie die Weihnachtsbaumsammlung wissen die meisten gar nichts." Der "Schützenbote" birge auch großes Potenzial für die Zukunft: es besteht bereits die Idee, einen "Boten" für die gesamte Vereinslandschaft Schwaney zu erstellen. So könnten viele Vereine ihre Reichweite stark ausbauen und auch Kooperationen der verschiedenen Vereine untereinander könnten einfacher gestaltet werden.

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