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Mittendrin: Umweltminister Johannes Remmel (Mitte) im Gespräch mit Wanderen. - © Anja Ebner
Mittendrin: Umweltminister Johannes Remmel (Mitte) im Gespräch mit Wanderen. | © Anja Ebner

Altenbeken Wanderung mit Umweltminister Remmel

Besondere Einladung zum 1. Mai: Wanderbegeisterte erkunden mit dem Umweltminister Naturerbeflächen zwischen Altenbeken und Bad Lippspringe

Anja Ebner
02.05.2017 | Stand 02.05.2017, 17:55 Uhr

Altenbeken. Der Einladung zu einer Kundgebung der anderen Art waren etwa achtzig Teilnehmer am Tag der Arbeit gefolgt. Gut besohlt und ausgerüstet mit Outdoorjacken und Rucksäcken erwartete man am Wanderparkplatz Durbeke einen Gast aus Düsseldorf. Umweltminister Johannes Remmel war der Einladung zu einer Waldwanderung gefolgt. „Mit unseren Rotbuchwäldern haben wir hier etwas Besonderes. Hier darf der Wald wieder Wald sein, auch umgestürzte und tote Bäume sind hier wichtig und spenden Lebensraum“, erklärt Norika Creuzmann. Die Landtagskandidatin der Grünen, die auch in der Umweltbildung von Grundschülern tätig ist, erlebt immer wieder, dass Kinder noch nie im Wald waren oder nicht wissen, was eine Brennnessel ist „und das, wo wir im ländlichen Raum leben“. Darum sei es wichtig, immer wieder zum Wandern im Wald anzuregen. Auch Remmel geht auf dieses Thema ein. Laut einer Befragung in OWL seien die Hälfte der Grundschulkinder noch nicht im Wald gewesen. „Die Umweltbildung muss mehr in den Bildungseinrichtungen verankert werden“, so der Minister, der selbst gern wandert, wenn es sein voller Terminkalender erlaubt. Ganz unbekannt ist ihm die Region nicht, die es zu erwandern gilt. „Meine Mutter kommt aus der Nähe von Paderborn und mein Onkel war bei der Bahn hier in Altenbeken“, erzählt Remmel."Buchenwälder müssen geschützt werden" Es sei nicht nötig etwas neu zu erfinden, da die Rotbuche zu den ursprünglichen Baumarten gehöre. „Aber Buchenwälder müssen besonders geschützt werden“, so Remmel zum Naturerbe Rotbuchenwald. Aber nicht nur die Buchen verdienten ein schützendes Augenmerk. 45 Prozent der heimischen Arten ständen auf der roten Liste, was bedeute, dass sie entweder schon ausgestorben, bedroht oder gefährdet seien: „Noch vor ein paar Jahren musste man nach einer Überlandfahrt zwischendurch an einer Tankstelle halten, um die Windschutzscheibe von Insekten zu säubern. Dieses ist heute weniger geworden“, zeichnete Remmel das Sterben der Arten bildlich nach. „Wir haben Spaß daran in der Gruppe zu wandern und es ist auch wegen Remmel interessant, hier mit zu gehen“, verrät Familie Schmidt, die extra aus Bad Lippspringe gekommen ist. Ebenfalls mehr an der Natur als am Minister interessiert ist Birgit Wille, die zusammen mit ihrem Hund Benny an der Wanderung teilnimmt: „Ich bin gerne in der Natur unterwegs und da es heute auch noch Fachwissen gibt, habe ich die Chance ergriffen und bin jetzt hier“, so die Bad Lippspringerin.Peter Rüther liefert Fachwissen Das Fachwissen lieferte Peter Rüther der an ausgewählten Stellen Erläuterungen gab. „Das man nette Leute trifft und dabei politisieren kann, gefällt mir. Die Teilnehmer zeigen, dass es auch über Bezirksgrenzen geht. Es sind zum Beispiel Teilnehmer aus Bielefeld hier“, sagt Jörg Schlütter aus Hövelhof. „Ich wandere gern, aber nur wenn ich ein sinnvolles Ziel habe, so wie heute hier“, verrät Anne Birkelbach aus Salzkotten. Bevor man gestärkt durch Honigbrot und dem gemeinsamen Gesang von „Die Gedanken sind frei“ ins heimische Forst zog, forderte Remmel noch die zweite Krone für NRW und meinte damit einen zweiten Nationalpark, „wir brauchen einen zweiten Park. Ein Nationalpark ist ebenfalls ein Naturerbe“. „Wir haben keinen Planeten B“, fügte Sigrid Beer, Landtagsabgeordnete der Grünen an.

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