Modell für Altenbeken: So wie hier an anderer Stelle in Deutschland können in der Eggegemeinde zukünftig an einer Mobilitätsstation am Bahnhof Elektro-Pkw aufgeladen werden. - © NPH
Modell für Altenbeken: So wie hier an anderer Stelle in Deutschland können in der Eggegemeinde zukünftig an einer Mobilitätsstation am Bahnhof Elektro-Pkw aufgeladen werden. | © NPH

Altenbeken 16 Mobilitätsstationen im Kreis Paderborn geplant

Nahverkehrsverbund: ÖPNV wird mit Auto und Fahrrad verknüpft. Nach Altenbeken soll die Reisekette vor allem mit Elektroantrieb weiter ausgebaut werden

Karl Finke

Kreis Paderborn/Altenbeken. Am Bahnhof in Altenbeken wird das Vorzeige-Modell der ersten Mobilitätsstation im Kreis Paderborn womöglich noch im April in Betrieb genommen. Reisende können hier von Bahn oder Bus auf Miet-Autos und Leih-Fahrräder oder den eigenen Drahtesel umsteigen – auch umgekehrt. Der Nahverkehrsverbund Paderborn/Höxter plant im Hochstift weitere 29 dieser Stationen, 16 davon im Kreis Paderborn. Mit dem Konzept sollen umweltverträgliche Verkehrsmittel besser verknüpft werden. Angedockt werden die Mobilitätsstationen an Bahnhöfe und stark frequentierte Busstationen. So wie in Altenbeken sollen auch andernorts zugleich sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder entstehen. Noch sucht der Nahverkehrsverbund nach öffentlichen Fördermitteln für seine Ausbaupläne. Die Kosten für eine Mobilitätsstation werden mit 110.000 Euro kalkuliert. Für den Kreis Paderborn summiert sich die Investition auf fast 1,7 Millionen Euro. Um Zuschüsse zu erhalten, müssen an den Stationen in einem Umkreis von 100 Metern mindestens drei Verkehrsmittel kombiniert – zum Beispiel Bus, Auto und Fahrrad – und mindestens ein Sharing-System (Auto oder Fahrrad) angeboten werden. Angebote optimal vernetzen Die Leihfahrzeuge will der nph überwiegend mit elektrischem Antrieb ausstatten. An den Stationen sind entsprechende Lademöglichkeiten geplant. Um die Angebote optimal zu vernetzen, denkt der Nahverkehrsverbund an eine Ausschreibung möglichst aller gewünschten Leistungen, um diese an einen einzigen Anbieter zu vergeben. Wenn beim Verleih von Autos und Fahrrädern unterschiedliche Anbieter zum Zuge kommen sollten, will der nph zumindest ein einheitliches Zugangssystem für die Registrierung, Buchung und Zahlung anstreben. Eine App(likation) für Smartphones könnte alle Hintergrundsysteme verknüpfen. Als möglicher Betreiber käme aus Sicht des Nahverkehrsverbundes die Verbundgesellschaft Paderborn/Höxter (VPH) in Frage, die mit der Fahr-mit-App bereits im Bus- und Schienenverkehr aktiv ist. Auch eine Tarif-Verknüpfung wird angestrebt. Für die Errichtung der Mobilitätsstationen haben die einzelnen Kommunen die baurechtliche Hoheit. Gespräche haben schon mit Salzkotten, Paderborn und Delbrück stattgefunden. Ein geplantes neues Bundesgesetz soll schon im Herbst die Möglichekeit zur Ausweisung von öffentlichen Car-Sharing-Parkplätzen bieten.

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