In Richts Deele: Bürgermeister Hans Jürgen Wessels informiert im Vorfeld des Bürgerentscheids über die Bevölkerungsentwicklung in der Eggegemeinde und die kommunalen Bauvorhaben in Buke und Schwaney. Die meisten Stühle bleiben an diesem Abend leer. - © Ralph Meyer
In Richts Deele: Bürgermeister Hans Jürgen Wessels informiert im Vorfeld des Bürgerentscheids über die Bevölkerungsentwicklung in der Eggegemeinde und die kommunalen Bauvorhaben in Buke und Schwaney. Die meisten Stühle bleiben an diesem Abend leer. | © Ralph Meyer

Altenbeken Interesse an kommunalem Wohnungsbau in Altenbeken abgeflaut

Buke und Schwaney: Nur 15 Teilnehmer bei der Infoveranstaltung von Bürgermeister Hans Jürgen Wessels in Richts Deele. Viele Detailfragen beantwortet

Altenbeken-Buke. Was vor Jahresfrist noch Hunderte von Bürgern in Rage brachte und vor Monaten noch heftige Kampagnen in sozialen Netzwerken ausgelöst hatte, lockte am Montagabend nur noch ganze 15 Interessenten an. Zur Vorbereitung der beiden Bürgerentscheide über die kommunalen Wohnbauvorhaben in der Eggegemeinde hat Bürgermeister Hans Jürgen Wessels zu drei Informationsabenden eingeladen. Der erste fand am Montagabend in Richts Deele in Buke statt. Gleich in dreifacher Rolle trat Wessels vor die überschaubare Zuhörerschar, die überwiegend aus Buke stammte, wo der Widerstand seinerzeit am größten war: als Bürger, als Bürgermeister und auch als Sprecher des Rates, der sich mehrheitlich hinter die Bauvorhaben gestellt hatte. Gleich zu Beginn sagte Wessels, die Gemeinde baue nicht mehr, um dort Flüchtlinge unterzubringen. „Das Thema ist durch, und dafür besteht kein Bedarf mehr." Statt dessen zielen die Bauvorhaben in Schwaney vornehmlich auf Senioren und in Buke auf junge Familien mit Kindern. Im vergangenen Jahr hatte Wessels erklärt, das Buker Grundstück könne nur dann bebaut werden, wenn dort auch Flüchtlinge einzögen. Aus das ist passé. Nach einer Auskunft des Kreisbauamtes ist der Bau von Mehrfamilienhäusern im gesamten Buker Dorfgebiet zulässig. Bürgermeister will Wohnungsmarkt in Schwung bringen Ebenso räumte der Verwaltungschef ein, dass Häuslebauer, die in Buke auf dem umstrittenen Fläche Einfamilienhäuser errichten wollten, im Rathaus abblitzten. Mit den kommunalen Bauvorhaben will Wessels den Wohnungsmarkt in Schwung bringen und Investoren locken. Der Verwaltungschef spricht von einem Marktversagen bei Mietwohnungen. Er belegt es an diesem Abend mit einer aktuellen Suche im Internet. Angeboten werden ganze zwei Wohnungen – eine, Baujahr 1962, in Schwaney für 5,71 Euro Kaltmiete je Quadratmeter, und eine nicht weiter aufgeschlüsselte Ebay-Kleinanzeige für 4,50 Euro je Quadratmeter. Wessels fürchtet die Folgen eines Bevölkerungsrückgangs in der Eggegemeinde, der das Leben aller Bürger empfindlich verteuern könnte. Ein Versammlungsteilnehmer zeigte Verständnis für die Menschen, die die Eggegemeinde verlassen; „Die ziehen weg, weil sie in Paderborn ein Auto sparen können". Selbst Neuenbeken werde bevorzugt, weil dort zwei Mal pro Stunde der Padersprinter für einen Anschluss nach Paderborn sorgt. Kritiker wandten sich gegen die kalkulierten Mindestmietpreise von 5,20 Euro pro Quadratmeter und den langen Abschreibungszeitraum von 80 Jahren. „Die sind nach 50 Jahren nichts mehr wert", heiß es. Und so mancher fürchtet, dass die Wohnungen leer bleiben werden. Für Wessels eine Abwägungsfrage Auch Sorgen vor Emissionen der Landwirtschaft treiben die Buker an. Wörtlich sagte Heinrich Bendix, Buker CDU-Ortsvorsteher und Befürworter des Bürgerentscheides: „Das kann nicht gut gehen, ich bin dagegen." Deutlich wurde ein weiterer Teilnehmer: „Es ist nicht Aufgabe der Kommunen, Mitwohnungen zu bauen. besser sei es, Investoren zu gewinnen und zu unterstützen. Doch für private Investoren sind die angepeilten Renditen unattraktiv. Für Wessels ist es eine Abwägungsfrage: „Nicht zu bauen, ist auch ein Risiko". Unterstützung fand er bei Heide Pothmann, Ratsfrau der Bündnisgrünen. „Viele Senioren möchten in der Heimat alt werden und in gepflegte Wohnungen ziehen, wenn die Kinder aus dem Haus und die Häuser zu groß geworden sind". Gute Vermarktungschancen für die Buker sieht sie bei der Zielgruppe junge Leute: „Die wohnen durchaus teuer, weil es ihnen das wert ist".

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