Darum geht?s: Im Ortsteil Buke entscheiden die Bürger über den Bau der kommunalen Wohnungen auf dem Grundstück zwischen dem Kindergarten und dem ehemaligen landwirtschaftlichen Grundstück Flügel in der Bildmitte. - © Jens Reddeker/Montage: EBV||
Darum geht?s: Im Ortsteil Buke entscheiden die Bürger über den Bau der kommunalen Wohnungen auf dem Grundstück zwischen dem Kindergarten und dem ehemaligen landwirtschaftlichen Grundstück Flügel in der Bildmitte. | © Jens Reddeker/Montage: EBV||

Altenbeken Bauvorhaben in Buke und Schwaney kommen auf den Prüfstand

Am Sonntag, 19. Februar, haben die Bürger das Wort

Altenbeken. Post aus dem Rathaus bekommen in dieser Woche die Einwohner in der Eggegemeinde. Die Umschläge enthalten die Abstimmungshefte für den ersten Bürgerentscheid in der Altenbekener Geschichte. Am Sonntag, 19. Februar, geht es ab 8 Uhr um die zwei geplanten und vom Gemeinderat beschlossenen gemeindlichen Bauvorhaben in Buke und Schwaney. Unter dem Eindruck der Flüchtlingskrise hatte Bürgermeister Hans Jürgen Wessels die Wohnbauprojekte im vergangenen Jahr vorgestellt. In den beiden Dörfern Buke und Schwaney sollte günstiger Wohnraum entstehen. Im Auge hatte Wessels seinerzeit neben Zuwanderern vor allem auch junge Familien und Senioren. In beiden Objekten sollte der Anteil der Flüchtlinge bei 50 Prozent gedeckelt werden. Insgesamt 2,7 Millionen Euro wollte die Gemeinde investieren. Gegen beide Vorhaben wurde unmittelbar Protest aus den Orten und von den Nachbarn laut. Zu massiv und zu verdichtet - so die übereinstimmende Meinung der Bürger in Schwaney und Buke. Nach einer Überplanung fielen die Projekte deutlich kleiner aus. So sollten in beiden Orten nur noch je zwei Häuser entstehen. In Buke sollten je Haus jeweils fünf Wohnungen entstehen, in Schwaney waren insgesamt acht Wohneinheiten vorgesehen (mit drei und fünf Wohnungen pro Gebäude). Doch auch damit wollten sich die Bürger nicht anfreunden, und die CDU nahm sich ihrer an. Die Unterschriftenzahl reichte schließlich aus, den Bürgerentscheid zu erzwingen. Die Änderung der Zielrichtung der gemeindlichen Planung - weg von den Flüchtlingen und hin zu Familien und Senioren - vermochte die CDU nicht umzustimmen. Sie sieht den Wohnungsbau in Altenbeken nicht als Aufgabe der Kommune an und befürchtet ein finanzielles Risiko für die Gemeinde. Abstimmungsberechtigt sind am 19. Februar 7.548 Einwohner (Stand: Mitte Januar) aller drei Ortsteile. Sie können in drei Wahllokalen - Pfarrheim Altenbeken und Schwaney sowie Feuerwehrgerätehaus Schwaney - ihre Stimmen abgeben. Die Wahllokale sind zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet. Auch Briefwahl ist möglich.Bürgermeister Wessels rechnet damit, dass ungefähr 50 Wahlhelfer im Einsatz sein werden. Den Kostenaufwand beziffert er auf rund 25.000 Euro. In beiden Entscheidungen werden die Bürger gefragt, ob auf den Grundstücken keine Mehrfamilienhäuser gebaut werden sollen und damit die Ratsbeschlüsse vom 30. Juni aufgehoben werden sollen Um die Ratsbeschlüsse aufzuheben und die Bebauung zu verhindern müssen naturgemäß die Ja-Stimmen die Mehrheit bekommen. Gleichzeitig muss die Mehrheit ein Quorum von einem Fünftel der Wahlberechtigten erreichen - also mindestens 1.510 Stimmen. Bürgermeister Hans Jürgen Wessels sieht die beiden Bauvorhaben auch heute noch als sinnvoll an. Die Kreditverträge sind bereits geschlossen - für 20 Jahre zu einem Festzins von 1,28 Prozent ohne weitere Festlegungen. Das Geld ist für die Kommune nicht verloren. "Umschulden kann man immer", erklärte er. Für die Neubauten sind indes schon erhebliche Kosten entstanden - Bodenuntersuchungen, Gutachten und , Planungsleistungen - alles in allem knapp 400.000 Euro. Das Bürgervotum ist bindend - für mindestens zwei Jahre. Ausgezählt werden die Stimmen unmittelbar nach Schließung der Wahllokale. Wessels rechnet mit einer Bekanntgabe des Ergebnisses gegen 18.30 Uhr im Sitzungssaal und im Internet unter www.altenbeken.de. Mit einer Prognose des Ergebnisses tut sich der Bürgermeister schwer. Allerdings ist ihm aufgefallen, dass es auch in sozialen Netzwerken um das heiße Thema des vergangenen Jahres in den vergangenen Wochen deutlich ruhiger geworden ist. Im Februar, kurz vor dem Entscheid, plant Wessels Bürgerinformationen in allen drei Ortsteilen. Mit ähnlichen Veranstaltungen rechnet er auch bei den einzelnen Parteien. "Das wird wohl ein richtiger, kleiner Wahlkampf", ist der Bürgermeister überzeugt.

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