Bürgermeister: Hans Jürgen Wessels. - © Marion Wessels
Bürgermeister: Hans Jürgen Wessels. | © Marion Wessels

Altenbeken Bürgerentscheid am 19. Februar auch für die Buker Bürger

Gemeinderat Altenbeken: Bürgermeister Wessels reagiert auf CDU-Äußerungen und vollführt eine Kehrtwende

Altenbeken. Die Frauen und Männer in Schwaney und Buke stehen vor einem Superwahljahr. Vor der Landtagswahl am 14. Mai und der Bundestagswahl am 17. oder 24. September können die Bürger der beiden Altenbekener Orte bereits am 19. Februar in einem Bürgerentscheid über zwei Bauvorhaben abstimmen. Das hat der Gemeinderat am Donnerstagabend mit Mehrheit von 15:12 Stimmen beschlossen. 40 Zuhörer erlebten eine erneute Kehrtwende in einem Thema, das die Gemeinde seit mehr als einem Jahr beschäftigt. Denn anders als im ursprünglichen Beschlussvorschlag der Verwaltung vorgesehen, plädierte Bürgermeister Hans Jürgen Wessels nun auch für die Durchführung eines sofortigen Bürgerentscheids in Buke. Damit reagierte Wessels auf jüngste Äußerungen der CDU-Ratsherren Harry Michel und Hermann Striewe. "Wenn mir unterstellt wird, dass hier Ortsteile gegeneinander ausgespielt würden und die Solidarität der anderen Ortsteile mit den Schwaneyern getestet werden solle, dann ist das an Bösartigkeit kaum noch zu überbieten", sagte das Gemeindeoberhaupt und wies auf die aktuellen baurechtlichen Probleme in Buke hin. Das dort geplante Projekt mit bezahlbaren Mietwohnungen für junge Familien könnte aus Immissionsschutzgründen noch scheitern. Derzeit ist unklar, wie ein vom Kreis verlangtes Gutachten ausfällt. Klar ist jedoch, dass ein schneller Baubeginn utopisch ist und die Auswirkungen des Gutachtens auf andere mögliche Neubauten im Buker Ortskern enorm sein könnten. Während Harry Michel dem Bürgermeister "typische taktische Spielchen" vorwarf, war Striewe "ein bisschen stinkig" und befürchtete, dass das Buker Projekt nach einem Bürgerentscheid doch noch "durch die Hintertür wieder in den Rat kommen könnte." Andreas Kersting (SPD) warf der CDU vor, die Bürger bislang an der Nase herumgeführt zu haben. Schließlich stimmten nur die Mitglieder der CDU-Fraktion gegen den neuen Beschlussvorschlag. SPD, Grüne, ABA und FDP votierten mit dem Bürgermeister. Der Vorschlag von Thomas Keuter (ABA), kurz vor dem Bürgerentscheid eine Informationsveranstaltung über den neuesten Stand durchzuführen, fand keine Gegenrede. Über das Bauprojekt in Schwaney, bei dem zwei Wohnhäuser vorzugsweise für Senioren errichtet werden sollen, wurde nicht mehr diskutiert. Hier behielt der ursprüngliche Beschlussvorschlag Gültigkeit. Das Abstimmungsergebnis veränderte sich durch die FDP-Enthaltung nur marginal.

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