0
Markus Garen mit seinen auberginefarbenen Käfer, Baujahr 1969.
Markus Garen mit seinen auberginefarbenen Käfer, Baujahr 1969.

Bad Oeynhausen Knuddel-Auto mit Geschichte

Heute vor 80 Jahren stellte Ferdinand Porsche den ersten Käfer vor / Die NW-Redaktion sucht Geschichten rund um das Kultauto

Nicole Bliesener
03.07.2015 | Stand 19.07.2015, 20:21 Uhr

Bad Oeynhausen. Schlafzimmerblick, lange Schnauze und gestrecktes Heck – der auberginefarbene VW-Käfer von Markus Garen ist Baujahr 1969. Und ein richtiges Schmuckstück. „Ich habe ihn vor drei Jahren beim Maikäfer-Treffen in Hannover gekauft“, sagt der Inhaber eines Betriebs für Gartengestaltung und Pflasterarbeiten. Bereits als Lehrling in der Kfz-Werkstatt Halstenberg in Volmerdingsen hatte Garen einen Käfer. Sein erstes Auto hat er komplett auseinander gebaut und wieder zusammengesetzt.

Das Werksfoto aus dem Jahr 1936 zeigt Ferry Porsche am Steuer des zweiten Volkswagen-Prototypen (V2), fotografiert auf dem Marktplatz in Tübingen. Neben ihm seine Frau Dorothea. Auf dem Rücksitz Hellmuth Zarges, ein Freund der Familie Porsche. - © Foto: Porsche Werksfoto/dpa
Das Werksfoto aus dem Jahr 1936 zeigt Ferry Porsche am Steuer des zweiten Volkswagen-Prototypen (V2), fotografiert auf dem Marktplatz in Tübingen. Neben ihm seine Frau Dorothea. Auf dem Rücksitz Hellmuth Zarges, ein Freund der Familie Porsche. | © Foto: Porsche Werksfoto/dpa

Der VW-Käfer war jahrzehntelang des Deutschen liebstes Auto. 21,5 Millionen Mal lief bis 2003 vom Band. Dabei war der Beginn der Erfolgsgeschichte äußerst holprig, denn der Ur-Käfer versagte beim ersten Test. Der eingebaute „A Motor“ – ein Zweizylinder-Zweitakter mit 850 Kubikzentimetern – war nicht funktionstüchtig. Porsche hatte den Käfer im Auftrag der Nazis entworfen. Genau heute vor 80 Jahren, am 3. Juli 1935, stellte Ferdinand Porsche den ersten Käfer vor. Der Auto-Reichsverband nickte den Prototypen ab. Die Nazis taufte den ersten Volkswagen „Kraft-durch-Freude-Wagen“.

Information
Wir suchen Ihre Käfer-Geschichten

Vor 80 Jahren präsentierte Ferdinand Porsche den ersten Käfer auf den Markt. Von den Nazis „Kraft-durch-Freude-Wagen“ getauft, wurde der Volkswagen erst nach Kriegsende unter Federführung der Briten richtig populär. Am 5. August 1955 wurde der millionste Käfer gebaut. Längst ist der Käfer Kult und mit vielen Erinnerungen und Geschichten verbunden. Und diese Käfer-Geschichten suchen wir: Erzählen Sie uns Ihre Geschichten.
Schreiben Sie uns oder rufen an: Mail an oeynhausen@nw.de; Telefon (0 57 31) 24 00 53.
Alle Folgen finden Sie unter www.nw.de/kaefergeschichten


Links zum Thema
Wir suchen Ihre Käfer-Geschichten

Perfekte Straßenlage, Zuverlässigkeit und eine nach heutigen Maßstäben sparsame Ausstattung. Ein Platzwunder war der Käfer mit seinem Heckantrieb, dem Staufach unter der Hutablage und dem Kofferraum unter dem gebogenen Schnauze nicht gerade. Dennoch: Die wenigen Modelle, die heute noch auf den Straßen unterwegs sind werden mit wehmütigen Blicken verfolgt. Erinnerungen werden wach, Erinnerungen an spezielle Käfer-Geschichten. Und diese Geschichten suchen wir: Erzählen Sie uns wie Sie an Ihrem Käfer geschraubt haben, ob Sie liegen geblieben sind, wie Sie in den Urlaub gefahren sind, wie Sie die Platznot überwunden haben oder wie Sie Ihren Käufer aufgehübscht haben. Schreiben Sie uns oder rufen an: Mail an oeynhausen@nw.de; Tel. (0 57 31) 24 00 53 (Montags bis freitags, 10 bis 17.30 Uhr) ⋌(nic)

Nach Kriegsende ging der Käfer unter britischer Regie in Serie. Bereits 1950 wurden 82.000 Käfer gefertigt. Der einmillionste VW Käfer lief am 5. August 1955 vom Band. Wie kaum ein anderes Produkt symbolisierte das Knuddelauto das Wirtschaftswunder der Nachkriegsjahre. Den technischen Höhepunkt der Käferentwicklung in Deutschland markiert das im August 1970 erschienene Modell 1302. Ein längerer Vorderwagen mit MacPherson-Federbeinen, im Kofferraumboden verborgen liegendes Reserverad, Schräglenker-Hinterachse und ein 50-PS-Motor im S-Modell waren die Merkmale des 1302.

Am 17. Februar 1972 lief ein 1302 S als 15.007.034. Fahrzeug vom Band und löste damit die Tin Lizzy – Fords Modell T – als meistgebautes Auto ab. Seit 1978 wurden die Modelle für den deutschen Markt im mexikanischen Puebla gebaut – bis 2003. Seit dem ist das Kultauto der 50er, 60er, 70er und 80er Jahre Geschichte.

Ein Auto mit Geschichte also, und jeder, der mal einen Käfer besessen hat, kann seine eigene Story erzählen. Und darum bitten wir.

Mehr zum Thema

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

Newsletter abonnieren

NW Newsletter - die wichtigsten News

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

© Zeitungsverlag Neue Westfälische GmbH & Co. KG