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Teilweise stammen die Duschen wie in diesem Raum noch aus den 1960er Jahren. Die Armaturen seien "im Eimer", erklärte Ansgar Matern (l.). Der Leiter der Oppenweher Grundschule begleitete den Rundgang durch das Gebäude. - © FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR
Teilweise stammen die Duschen wie in diesem Raum noch aus den 1960er Jahren. Die Armaturen seien "im Eimer", erklärte Ansgar Matern (l.). Der Leiter der Oppenweher Grundschule begleitete den Rundgang durch das Gebäude. | © FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR

Stemwede-Oppenwehe "Wir wollen uns aktiv einbringen"

Oppenweher bieten für Umgestaltung des Lehrschwimmbeckens Eigenleistung an

VON JOERN SPREEN-LEDEBUR
08.06.2013 | Stand 06.06.2013, 20:07 Uhr

Stemwede-Oppenwehe. In den kommenden Wochen wird in der Gemeindeverwaltung genau gerechnet: Gemeinsam mit dem FC Oppenwehe und dem Verein "Wir in Oppenwehe" wird kalkuliert, was eine Umnutzung des alten Lehrschwimmbeckens zum Gymnastikraum kostet.

FCO-Vorsitzender Ralf Nünke und "Wir in Oppenwehe"-Vorsitzender Lars Mentrup hatten den Mitgliedern des Schul-, Kultur- und Sportausschusses ein Konzept vorgestellt, wie das frühere Becken genutzt werden könnte. Nünke schlug vor, in das Becken eine Holzkonstruktion einzubauen und mit einem Filzboden zu versehen – somit könnte das einstige Schwimmbecken als Gymnastikraum genutzt werden (die Neue Westfälische berichtete gestern).

Sowohl Mentrup als auch Nünke kündigten an, dass sich die Oppenweher bei den Arbeiten mit Eigenleistung einbringen möchten. "Wir wollen uns aktiv einbringen", betonte Nünke.

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Auf die marode Technik in den Duschräumen hatte während der Ortsbegehung auch Ansgar Matern verwiesen, Leiter der Grundschule Oppenwehe. Die Technik sei marode, die Armaturen "im Eimer".

Der Möglichkeit, vor Ort Schwimmunterricht zu erteilen, trauert Matern noch ein wenig hinterher. Ein eigenes Becken, das sei "für uns Luxus gewesen". Nun finde der Schwimmunterricht für die Oppenweher Grundschüler im Bad in Wagenfeld statt. Dort gebe es gute Bedingungen, war Matern zufrieden. Auch den Wagenfelder Schwimmmeister habe man dabei. "Das ist vorteilhaft."

Die Leverner Grundschule fährt für den Schwimmunterricht nach Espelkamp. Die Schüler der Haldemer Montessori-Grundschule besucht das Schwimmbad in der niedersächsischen Nachbargemeinde Bohmte. (-sl-)

Hintergrund des vom FCO-Vorsitzenden vorgestellten Konzeptes ist der Umstand, dass dem rund 800 Mitglieder zählenden Sportverein Räume für die vielen breitensportlichen Angebote fehlen. So seien etwa die neuen Angebote Yoga und Tai-Chi stark gefragt, doch stünden in der Turnhalle keine Zeiten zur Verfügung. Die Gemeinde habe daher die Aula der Grundschule angeboten, doch sei das "Behelf". Die Aula sei kein Sportraum. Gern würde der FCO noch mehr anbieten – auch für Kinder und Senioren. "Aber dafür fehlen Räume."

Lars Mentrup bewertete den Oppenweher Vorschlag als Chance, "das Angebot in Oppenwehe zu verbessern". Auch sei es ein zusätzliches Angebot in "Deutschlands sportlichster Gemeinde."

Zudem erinnerte der "Wir in Oppenwehe"-Vorsitzende daran, dass auch ein Abbruch des Lehrschwimmbeckens Geld koste. "Es ist nicht allein ein Abriss, auch Leitungen müssten dann teilweise neu verlegt werden." Daher warb Mentrup für den Vorschlag der Verwaltung, gemeinsam mit den Oppenwehern die Kosten für eine Umsetzung des Konzeptes zu berechnen. "Wir bringen Manpower ein, keine Frage", unterstrich Mentrup noch einmal die Bereitschaft der Bürger zur Eigenleistung.

Ralf Nünke verwies darauf, dass die Dachkonstruktion im Beckenraum in Ordnung sei. Fernster, Heizung und Notausgang seien neu.

Auf den baulichen Zustand des Gebäudes war vor Beginn der Sitzung Klaus Tellbüscher von der Gemeindeverwaltung eingegangen. Bei einer Besichtigung der Räume widersprach er Befürchtungen, dass das Dach undicht sei. Dass es Durchfeuchtung an der Decke des Beckenraumes gebe, das liege an kondensierendem Wasser aus dem Bad. Tellbüscher: "Schuld ist die Lüftungsanlage, die wegen ihres Alters die Feuchtigkeit nicht mehr rausbekam." Das Dach selbst sei in Ordnung.

Langfristig werde man aber daran gehen müssen. Es gebe Eternitplatten und darunter mochte Tellbüscher Asbest nicht ganz ausschließen. Mit Blick auf die nicht mehr sonderlich gute Dämmung hält er auch energetische Maßnahmen langfristig für sinnvoll.

Kompromissbereit sind die Oppenweher auch hinsichtlich der Duschen im Gebäude. In einem Raum waren vor 15 Jahren neue Anlagen eingebaut und vor gut zehn Jahren neue Fliesen. In zwei anderen Räumen aber findet sich bei den Duschen noch die Erstausstattung aus den 1960er Jahren. Die ist technisch überholt und Ersatzteile gibt es nach Angaben Tellbüschers auch nicht mehr.
Kernproblem sei, dass bei den Duschen die Vorschriften zur Trinkwasser-Hygiene nicht erfüllt würden, weil es keine Zirkulation des Wassers gebe. Hier sieht der Mitarbeiter der Verwaltung Handlungsbedarf.

Die Zahl der Duschen könnte aus Sicht von Lars Mentrup halbiert werden. Dann hätten alle Umkleideräume aber noch Duschen, vertrat er. Ähnlich sah das Ralf Nünke. Die drei Umkleidekabinen würden aber gebraucht; auf sie könne man beim Sportbetrieb nicht verzichten.

Die von den Oppenwehern vorgeschlagene Holzkonstruktion im Beckenbereich hält Tellbüscher für machbar. Ähnliches gebe es auch im früheren Lehrschwimmbecken, erklärten Tellbüscher und der Ausschuss-Vorsitzende Willi Riesmeier (SPD). Ein Verfüllen des Beckens wie in Haldem sei die teuerste Variante, so Tellbüscher.

Die Kosten sollten genau berechnet werden – auch eine Dachsanierung, meinte während der Sitzung Jürgen Lückermann (FWG). Das Konzept der Oppenweher lobten Bürgermeister Gerd Rybak (CDU), Brigitte Höger-Allhorn (CDU), Willi Riesmeier und Jürgen Gläscher (SPD). Gläscher mahnte, die Duschen nicht aus den Augen zu verlieren. "Die fand ich katastrophal." Auch hier sollten Kosten ermittelt werden, schlug der Sozialdemokrat vor.

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