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Stemwedes Bürgermeister Gerd Rybak freut sich über die neue Entwicklung. - © FOTO: -SL-
Stemwedes Bürgermeister Gerd Rybak freut sich über die neue Entwicklung. | © FOTO: -SL-

Stemwede Ein weißer Fleck ist weg

LTE-Masten in Oppendorf freigeschaltet / Zugang ins Internet wird schneller

VON JOERN SPREEN-LEDEBUR
06.04.2013 | Stand 04.04.2013, 19:17 Uhr

Stemwede. Wenn es um den schnellen Zugang ins Internet ging, dann gab es in der Gemeinde Stemwede in der Vergangenheit etliche weiße Flecken. Von "Zuständen wie im Mittelalter" war dann in Ausschuss-Sitzungen schon mal die Rede, wenn Politiker den schleppenden Ausbau der Breitband-Versorgung beklagten. Nun löst in Stemwede die Neuzeit das Internet-Mittelalter ab.

Immer wieder hatte die Gemeinde Stemwede in den vergangenen Jahren Gespräche mit Unternehmen geführt - immer verbunden mit dem Ziel, den Bürgern einen schnelleren Zugang ins Internet zu ermöglichen. Politik und Verwaltung hatten bekanntlich wiederholt darauf verwiesen, dass ein schneller Internet-Zugang auch für Unternehmen ein wichtiger Standort-Faktor sei. "Wir haben ziemlich gebaggert", meinte gestern Bürgermeister Gerd Rybak. Alle hätten sich ziemlich ins Zeug gelegt.

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Alte Fernseh-Frequenz


Long Term Evolution (LTE) gilt als Alternative zum leitungsgebundenen Ausbau für den schnellen Zugang ins Netz. Für die LTE-Technik können vorhandene Masten genutzt werden. LTE wird im ländlichen Raum auf dem Frequenzband zwischen 790 und 862 Megahertz (MHz) eingesetzt.

Dieses Frequenzband wurde bisher für die Übertragung von analogen Radio- und TV-Signalen genutzt. Nach der Digitalisierung des Rundfunks war das Frequenzband frei geworden. Es wurde von der Bundesnetzagentur speziell für die Versorgung des ländlichen Raums mit schnellem Internet bereitgestellt.

Das 800-Megahertz-Frequenzband wurde von der Bundesnetzagentur in Blöcken vergeben, die eine Geschwindigkeit von maximal 50 Megabit pro Sekunde pro Mobilfunkstandort möglich machen. (-sl-)

Mit Erfolg: In Oppendorf hat das Unternehmen Vodafone nun die LTE-Technik an einem Masten freigeschaltet, wie Bürgermeister Gerd Rybak und Vodafone-Mitarbeiter Joachim Bührer gestern mitteilten. In Oppendorf und auch in Oppenwehe ist damit die Übertragungsrate deutlich verbessert worden.

Innerhalb von Oppendorf seien 25 bis 30 Megabit pro Sekunde gemessen worden, meinte Rybak. Die Oppendorfer Antenne sende bis zu 50 Megabit pro Sekunde, ergänzte Bührer. Je weiter man vom Masten entfernt sei, desto schwächer werde das Signal, meinte Bührer vom Vodafone-Shop Diepholz.

Im Bereich der Oppenweher Firma OKT seien in einer ersten groben Messung noch zehn Megabit ermittelt worden. Das aber lasse sich durch Empfangsvorrichtungen noch verbessern. "Oppendorf und Oppenwehe sind versorgt", sagte Joachim Bührer.

Der nördliche Bereich Oppenwehes war seinen Angaben zufolge schon in der Vergangenheit durch den Masten im niedersächsischen Nachbarort Wagenfeld mitversorgt worden. Der südliche Bereich der Stemweder Ortschaft war aber bislang ein "weißer Fleck" - und dieser Fleck ist jetzt weg.

Ein weiterer Masten mit LTE-Technik soll nach jetzigem Stand der Dinge wohl Ende Juni in Dielingen freigeschaltet werden. Der versorge dann Dielingen, Drohne, Haldem und auch Sundern, so Bührer. Dann werde Stemwede komplett mit LTE-Technik versorgt sein - in Levern gibt es schon eine entsprechende Anlage.

Es sei schön, dass die Gemeinde nun eine flächendeckende LTE-Versorgung in ganz ordentlicher Bandbreite bekomme, meinte Gerd Rybak gestern. LTE habe sicherlich das Manko, dass die Leistung sinke, wenn viele Nutzer darauf zurückgriffen. Optimal wären aus Sicht des Bürgermeisters daher Glasfaserkabel gewesen. Das aber sei in einer Flächengemeinde wie Stemwede nicht machbar.

Gleichwohl will die Gemeinde nach Angaben Rybaks auch künftig am Ball bleiben, wenn es um weitere Verbesserungen bei der Breitbandversorgung geht. Die Westfälische Klinik Schloss Haldem sei von der Telekom mit einem Glasfaserkabel angeschlossen worden. Vor diesem Hintergrund wolle die Gemeinde mit der Telekom Gespräche führen und dabei ausloten, ob dieses Kabel auch für die Versorgung anderer Haushalte genutzt werden könne oder solle.

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