0
Elisabeth Möller ist Hausmeisterin der Unterkunft und sehr zufrieden, weil sie die Räume mit Möbelspenden und einigen wenigen Zukäufen praktikabel gestalten konnte. Nur Bilder an den Wänden fehlen noch.
Elisabeth Möller ist Hausmeisterin der Unterkunft und sehr zufrieden, weil sie die Räume mit Möbelspenden und einigen wenigen Zukäufen praktikabel gestalten konnte. Nur Bilder an den Wänden fehlen noch.

Stemwede-Oppenwehe Für kleines Geld im Pfarrhaus nächtigen

Oppenwehe: Residenzpflicht für Pfarrerin Sigrid Mettenbrink ist aufgehoben

16.02.2013 | Stand 15.02.2013, 20:15 Uhr

Stemwede-Oppenwehe (nw). Nächtigen wie ein Geistlicher – das ist in Oppenwehe möglich. Seit rund neun Monaten hat die evangelische Kirchengemeinde mit Sigrid Mettenbrink eine Pfarrerin, die in Pr. Ströhen lebt. Mit einem Beschluss hob das Presbyterium deshalb die Residenzpflicht der Pfarrerin auf. Nach dem Weggang von Pfarrer Günter Kreher, der während seiner Amtszeit zwischen Berlin und dem Spargeldorf pendelte, beschloss das Presbyterium zudem, das Pfarrhaus neben der Martini-Kirche umzunutzen.

Jetzt kann dort jeder, der im eigenen Haus keinen Platz für Übernachtungsgäste hat oder Arbeitskräften eine Schlafstätte bieten möchte, für "kleines Geld" seinen "Besuch" unterbringen. Die Einnahmen gingen an die Oppenweher Gemeinde, sagt Pfarrerin Mettenbrink: "Wir haben eine gute Nutzungslösung gefunden."

Information

Baum-Bestattungen möglich

Auch mit einer ganz anderen Ruhe befassten sich die Gemeindeglieder. Ab sofort bietet die Kirchengemeinde neben gewohnten Erd- und Urnen- auch Baum-Bestattungen an. Andrea Schäffer erklärte dazu, dass sich eine verstärkte Nachfrage nach Friedwald-Beerdigungen entwickelt habe. In Oppenwehe können Urnen nun unter einer großen Eiche beigesetzt werden. Ein Namensschild weist später auf den Verstorbenen hin. Schäffer berichtet, dass immer weniger Menschen nach Beerdigungen in großen Familiengrabstätten fragen würden. Deshalb habe man sich zu diesem Schritt entschlossen.

Die fünf Schlafzimmer, ein Drei-Bett-Zimmer, ein Zwei-Bett-Zimmer, ein Doppelzimmer sowie zwei Einzelzimmer, und den Rest des Hauses (Küche, Esszimmer, Stube, Bad) präsentierte das Presbyterium den Gemeindegliedern jetzt nach einer Versammlung in der Kirche.

"Wir wollen das über ein Jahr ausprobieren", berichtete Kirchmeisterin Andrea Schäffer und stellte Elisabeth Möller als Hausmeisterin der Unterkunft vor. Obwohl das Angebot bislang nur im Gemeindebrief veröffentlicht wurde, wird es gut angenommen. Montage-Arbeiter und einige Feier-Gäste ruhten ihre müden Knochen dort bislang aus.

Möller ist zufrieden – und das vor allem deshalb, weil sie und ihr Mann Karl-Heinz es nach der Initiative des Presbyteriums geschafft haben, die Räume mit Möbelspenden und einigen wenigen Zukäufen praktikabel auszustatten.

Hier und da fehlen noch Bilder an den Wänden; doch die engagierte Herrin über Haus und Garten ist zuversichtlich, dass auch diese noch ihren Weg ins Pfarrhaus finden. "Viele Menschen lagern Dinge, die noch gut sind", sagt sie und hofft auf die Spendenbereitschaft ihrer Mitbürger. Wenn das Wetter zum Sommer hin besser wird, will sie sich an die Herrichtung des Pfarrhaus-Gartens machen. Erreichbar ist Elisabeth Möller, die auch die Buchungen verwaltet, unter Tel. (0 57 73) 81 34.

Pfarrerin Sigrid Mettenbrink zog bei der Versammlung ein positives Fazit ihrer bisherigen Gemeindearbeit. Sie habe die Gläubigen als "sehr aktiv und innovativ" kennengelernt. Es fänden viele Aktionen im Ort statt, der Umgang sei liebevoll und viele "geistliche Aufbrüche" seien vorhanden. Nur durch das starke ehrenamtliche Handeln könne die bisherige Arbeit aufrecht erhalten werden.

Die Zahl der Mitglieder sei zwar rückläufig, jedoch nicht so stark wie andernorts. Dem Kindergarten bescheinigte die Geistliche gute Anmeldezahlen, vor allem im U3-Bereich. Nach der Umsetzung einiger Arbeiten im vergangenen Jahr stehen dort bald wieder Umbauarbeiten an, teilte sie mit.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group