Eine Frau tankt am 15. März an der Tankstelle von Autohaus-Wohnwagen Pieper in Stemwede Diesel für 2,29 Euro den Liter. - © Kirsten Tirre
Eine Frau tankt am 15. März an der Tankstelle von Autohaus-Wohnwagen Pieper in Stemwede Diesel für 2,29 Euro den Liter. | © Kirsten Tirre

NW Plus Logo Lübbecker Land Astronomische Spritpreise: Berufspendler im Lübbecker Land schieben Frust

Auf dem Lande sind viele auf das Auto angewiesen, um zur Arbeit zu kommen. "Wer soll sich den teuren Sprit noch leisten", fragen die Menschen und können beim Tanken nur noch mit dem Kopf schütteln.

Kirsten Tirre

Lübbecker Land. Joachim Lübke ist Inhaber vom Autohaus-Wohnwagen Pieper mit angeschlossener Tankstelle in Stemwede-Twiehausen. An der Kasse drehen sich die Gespräche fast nur noch um das eine Thema: den Ukraine-Krieg und die Spritpreise. Was die Preise an der Zapfsäule betrifft, bekomme er die ganze Bandbreite zu hören. Fast jeder schimpfe auf Putin, aber auch auf die deutsche Regierung. Manche würden auch Verständnis zeigen oder wären bereit, sogar fünf Euro für den Liter zu zahlen, wenn nur der Krieg endlich aufhören würde.

Lübke bestellt zwei Mal die Woche 30.000 Liter Treibstoff zum tagesaktuellen Marktpreis. Anschließend bleibt die Preistafel bei ihm stabil. "Der Sprit ist dann doch unter der Erde, warum sollte ich ständig die Preise ändern?" Das würde die Kundschaft honorieren, auch wenn der Sprit je nach Einkaufspreis dann für einige Tage auch mal ein paar Cent teurer sein könnte als anderswo. Was er beobachtet: Viele würden den Tank schon auffüllen, wenn er noch halbvoll sei: "Weil es beim Bezahlen dann nicht so weh tut."

»Das ist doch alles nur Abzocke«

"Zwanzig Mal am Tag unterschiedliche Preise an den Tankstellen", darüber regt sich eine 59-jährige Pr. Oldendorferin auf. Sie hat gerade 42 Liter Super für 95 Euro in ihren 16 Jahre alten Nissan gefüllt, der seine zehn Liter braucht. Täglich muss sie rund 30 Kilometer zu Arbeit fahren. Sie arbeitet in einem Industriebetrieb für Autoteile. "Ich finde das alles ganz schlimm", sagt sie. Privat fahre sie schon gar nicht mehr mit dem Auto. "Zu teuer."

Das sei doch alles nur noch Abzocke, ist ein Espelkamper (47) überzeugt. Er ist ebenfalls in der Industrie beschäftigt und muss täglich 32 Kilometer hin und zurück zur Arbeit fahren. Die hohen Benzinpreise würden wehtun, sagt der Vater zweier Kinder: "Was sollen denn die kleinen Leute machen, die schon zwei oder drei Jobs haben, um über die Runden zu kommen?" Was er nicht verstehen kann: "An der Börse ist der Preis für Rohöl doch vor ein paar Tagen gefallen, warum merkt man davon nichts an den Tankstellen?" Auch die Regierung solle sich überlegen, was sie den kleinen Leuten antue.

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