Der Auto-Zulieferer ZF Friedrichshafen in Dielingen ist größter Arbeitgeber in Stemwede. Westlich des Werks sieht der Entwurf des Regionalplanes neue Gewerbeflächen vor. - © Joern Spreen-Ledebur
Der Auto-Zulieferer ZF Friedrichshafen in Dielingen ist größter Arbeitgeber in Stemwede. Westlich des Werks sieht der Entwurf des Regionalplanes neue Gewerbeflächen vor. | © Joern Spreen-Ledebur

NW Plus Logo Stemwede Politiker wollen neues Bauland: Zwischen Flächenfraß und sterbenden Dörfern

In der Gemeinde Stemwede soll nach dem Willen der Politik neues Bauland ausgewiesen werden. Es gibt Kritik von den Grünen und die werden von der CDU attackiert.

Joern Spreen-Ledebur

Stemwede. In der Gemeinde Stemwede soll neues Bauland ausgewiesen werden. In Oppendorf könnten nördlich des Ortskerns rund 6.500 Quadratmeter Ackerland bebaut werden, die der Gemeinde Stemwede zum Kauf angeboten wurden. In Dielingen könnte auch ein neues Baugebiet entwickelt werden - gelegen nördlich der Reininger Straße und westlich der Bahnstrecke. Eine Mehrheit im Stemweder Bauausschuss will in die entsprechenden Planungen einsteigen. Die Grünen stimmten dagegen und äußerten grundsätzliche Vorbehalte - wegen des Flächenfraßes.

In Bezug auf Bauland in Dielingen gebe es immer wieder Anfragen, sagte Bürgermeister Kai Abruszat. Das im Jahr 2019 entwickelte Baugebiet "Auf dem Placken" sei unerwartet stark nachgefragt worden. Ergänzend zu den ersten Ideen für ein neues Baugebiet westlich der Bahnstrecke Hamburg-Ruhrgebiet wurde eine südlich angrenzende Fläche in Richtung der Reininger Straße in die Pläne einbezogen. Auch die könnte bebaut werden. Lärmschutz wäre in diesem Bereich aus Sicht des Bürgermeisters eines der zentralen Themen, wenn es um einen neuen Bebauungsplan geht.

Bahnstrecke hat Auswirkungen auf Pläne

Die direkt an die Bahnstrecke angrenzenden Flächen sind aus Sicht von Uta Gesenhues (Grüne) nicht attraktiv und würden wohl nur schwer zu vermarkten sein. Besser sei es, hier Ausgleichsflächen zu schaffen, meinte Uta Gesenhues.

Grundsätzlicher waren die Bedenken, die Dietrich Stelter (Grüne) schon zuvor bei den Beratungen über neues Bauland in Oppendorf genannt hatte, wobei er auch Dielingen einbezog. Die größeren Baugebiete gebe es in den Siedlungsschwerpunkten und so etwas sei in den kleinen Ortschaften nicht möglich, hatte Kai Abruszat mit Blick auf Oppendorf erklärt. Glücklicherweise sei der Gemeinde nun in Oppendorf eine Fläche angeboten worden.

Wofür der Bürgermeister wirbt

Siedlungsflächen gebe es nicht mehr in allen Ortschaften. Der Druck auf Flächen steige, sagte Abruszat. Es gebe eine große Nachfrage von jungen Familien oder Menschen, die neu bauen wollten - etwa barrierefrei. Gegenüber den Ausschussmitgliedern warb Kai Abruszat dafür, dass die Gemeinde mit allen sprechen wolle, die Land verkaufen wollten.

"So wird Lebensgrundlage entzogen"

Auch bei den möglichen Bauflächen in Oppendorf und Dielingen gehe es wieder um landwirtschaftliche Flächen, die der Landwirtschaft entzogen würden, sagte Stelter. In Nordrhein-Westfalen würden jeden Tag 17 Hektar Fläche mit Häusern oder Straßen bebaut und versiegelt. Fast 23 Prozent der Landesfläche betreffe das schon. "So wird Lebensgrundlage entzogen", sagte Stelter. "Eine funktionierende Natur ist Grundlage allen Lebens." Wachstum gehe nur auf Boden, nicht auf versiegelten Flächen. Stelter: "Boden ist unser Leben."

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