Das Katastrophenschutz-Fahrzeug hatte das DRK Stemwede vom Land NRW erhalten. Über die moderne Technik freut sich auch Uwe Altvater vom DRK Stemwede. - © Wilhelm Brüning
Das Katastrophenschutz-Fahrzeug hatte das DRK Stemwede vom Land NRW erhalten. Über die moderne Technik freut sich auch Uwe Altvater vom DRK Stemwede. | © Wilhelm Brüning

NW Plus Logo Stemwede Hilfe geht durch den Magen

Stemweder DRK bewirtet und beschenkt Tafel-Kunden

Wilhelm Brüning

Stemwede-Wehdem. Es war ein besonderer Tag der Weihnachtsvorfreude am DRK-Haus in Wehdem: Die Ausgabestelle der Lübbecker Land-Tafel hielt für 65 berechtigte Familien aus dem Begünstigtenkreis der Tafel-Verpflegungsausgabe ein Überraschungspaket für das Weihnachtsfest bereit. Der Inhalt der Pakete wurde von Bürgern aus der Gemeinde Stemwede und sogar von Kindergärten gespendet.

Da war vom selbst gestrickten Pulli über Bastel- und Kosmetikartikeln, süße Leckereien und anderen nahrhaften Dingen alles dabei. Selbst Spielzeug konnte dank einer Spende des Labors Krone aus Bad Salzuflen für die insgesamt sechs Ausgabestellen der Tafel im Lübbecker Land für jedes Päckchen beschafft werden.

Womit die Nutzer bewirtet wurden

Die Freude war groß, als Günter Kröger und sein Team mit Hans-Joachim Albrecht, Margret und Anke Hübner, Waltraud Kunkel und Elke Lamburn die Weihnachtspakete überreichte. Für den Corona-bedingtem Ablauf sorgte am Eingang Jürgen Gans. Auch Magdalene König vom Vorstand der Tafel Lübbecker Land schaute vorbei.

Im Anschluss an die Weihnachtspaketausgabe bekamen alle die Möglichkeit, Kartoffelsuppe mit Würstchen aus der neuen mobilen Küche zu verkosten - zum Mitnehmen. Dieses so genannte Verpflegungsmodul "Küche" ist Teil der technischen Ausstattung des Katastrophenschutzes des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Brötchen zur Suppe spendete die Bäckerei Schmidt. Das Angebot wurde sehr gern angenommen.

Eigener Feldkoch soll ausgebildet werden

Koch Klaus Weifels vom Hotel Heidehof in Hermannsburg, der mit seine Frau Katja zu Besuch in seiner Heimat Stemshorn weilte, hatte für das DRK insgesamt mit seinem Küchenteam 86 Liter Suppe vorbereitet. Das DRK in Stemwede wird einen eigenen Feldkoch im Frühjahr 2022 ausbilden können. Für die jüngste Koch-Aktion konnten die Stemweder mit einem Küchenteam helfend zur Hand gehen. Unterstützt wurden sie auch von DRK-Mitarbeiterinnen aus Pr.Oldendorf.

Das DRK in Stemwede hat dabei das neue Verpflegungsmodul des Landes NRW zum zweiten Male ausprobiert und sich damit eingearbeitet. Die Planungen des Landes NRW zum verbesserten Bevölkerungsschutz begannen nach den verheerenden Oder-Hochwassern 1997 und 2010. Es wurden insgesamt 108 solcher Verpflegungsmodule inklusive Lkw für NRW beschafft und in diesem Jahr ausgeliefert. Zwei davon sind im Kreis Minden-Lübbecke stationiert - in Minden und in Stemwede.

Welche Technik dem DRK zur Verfügung

Jedes Modul kann die Vollversorgung von 300 Personen pro Tag sicherstellen. Das hochmoderne Modul besteht aus einem 86-Liter-Kochtopf, Induktionsplattenherden, Konvektomat (Dampfgarer), Thermoporten etwa für die Essensausgabe, einer Spülstraße mit Abwasserkatalysator und vielen mehr. Es ist technisch nach den Hygienerichtlinien für Großküchen aufgebaut. Das Ganze wird von einem Großzelt überspannt und die Küche kann mittels zweier Notstromaggregaten mit 14.000 Watt elektrischer Energie versorgt werden.

Da die Küche bei Spitzenbelastung sogar einen höheren Strombedarf hat, regeln sogenannte Verteilerboxen bedarfsgerecht die notwendige Stromversorgung und die empfindlichen Induktionsgeräte werden durch Schutzeinrichtungen am Aggregat gegen Überspannungen abgesichert. So stoppt die Spülstraße automatisch, wenn die Küchenherde entsprechend mehr Strom brauchen. Pro Verpflegungsmodul gab das Land NRW rund 300.000 Euro aus.

Ein weiterer Führerschein ist nötig

Alle Teile können sorgfältig und platzsparend auf einem Neun-Tonne-Lkw fachgerecht verstaut werden, merkte Susanne Altvater an, Leiterin des DRK Stemwede. Sie musste gemeinsam mit ihrem Mann Uwe Altvater noch einen Lkw-Führerschein erwerben, um den Transport vornehmen zu können. Mit Torben Link steht ein weiterer erfahrener Lkw-Fahrer zur Verfügung.

Für dem Aufbau des kompletten Moduls inklusive Notstromaggregat und Trinkwasserversorgung benötigten in Wehdem insgesamt sechs Helfer nur eineinhalb Stunden. Das Team ist also schon gut eingespielt. Einen ersten „Echteinsatz“ hatte das DRK mit dem Verpflegungsmodul vor kurzem bei der Bomben-Entschärfung in Bad Oeynhausen.

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