Die Kraft des Windes wurde immer schon genutzt: In historischen Windmühlen wie hier in Destel wurde einst Korn gemahlen. Neue Windmühlen, im Hintergrund ist eine Anlage in der Pr. Oldendorfer Niederheide zu sehen, erzeugen Strom. - © Joern Spreen-Ledebur
Die Kraft des Windes wurde immer schon genutzt: In historischen Windmühlen wie hier in Destel wurde einst Korn gemahlen. Neue Windmühlen, im Hintergrund ist eine Anlage in der Pr. Oldendorfer Niederheide zu sehen, erzeugen Strom. | © Joern Spreen-Ledebur

Stemwede Auf dem Weg zum Windpark

Stemweder wollen in Diek-Niederung neue Anlagen bauen

Joern Spreen-Ledebur
07.05.2019 | Stand 07.05.2019, 17:55 Uhr

Stemwede. Die Enertrag AG arbeitet weiter am Bürgerwind-Projekt in der Babbelage. Die inhabergeführte Gesellschaft ist Generalunternehmer und entwickelt das Projekt für die beiden Stemweder Bürgerwind-Gesellschaften. Die werden die Bürgerwindparks betreiben. Die Enertrag AG hatte vom NRW-Oberverwaltungsgericht prüfen lassen, ob der Ausschluss der Diek-Niederung, der so genannten Babbelage, im Stemweder Flächennutzungsplan als Standort für Windräder rechtmäßig war. War er nicht, hatte das Gericht geurteilt. "Artenschutz-Gutachten werden regelmäßig aktualisiert" Derzeit liefen Gutachten etwa hinsichtlich der möglichen Anlagen-Standorte, sagten Paul Schweda, Niederlassungsleiter NRW bei Enertrag, und sein Kollege Paul Köpke, im Gespräch mit der NW. „Die Artenschutzgutachten werden jedes Jahr aktualisiert.“ Das Projekt in der Babbelage sei wirtschaftlich und werde es auch in zwei, drei Jahren noch sein. Es gebe dort guten Wind und hinsichtlich der Erschließung relativ gute Startbedingungen. Abseits der zu klärenden genehmigungsrechtlichen Fragen sei es ein guter Standort, merkte Schweda an. „Und solche Standorte gibt es immer weniger in NRW.“ Enertrag AG setzt auf Dialog mit der Stemweder Politik Gegenüber Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat habe man erklärt, offen zu sein für Gespräche mit Verwaltung und Politik, sagten Schweda und Köpke. Die Projekte wolle man der Politik gern vorstellen. Ziel sei nun ein Dialog der beiden Verfahrensbeteiligten, Enertrag wolle offen in diesen Dialog eintreten. Die Politik brauche ein bisschen Zeit, damit sich die Wogen glätteten, sagten Schweda und Köpke. „Wir stellen keine Forderungen, wünschen uns aber, dass es weitergeht.“ Projekt-Entwickler vermissen Handreichungen vom Bund Es sei schon schwer, einen rechtssicheren Flächennutzungsplan aufzustellen, es fehle auf Bundesebene an Handreichungen als Rahmenbedingung. Zielvorgaben des Gesetzgebers wären aus Sicht Schwedas hilfreich. Das müsse nicht starr sein wie etwa eine Vorgabe, 2 Prozent einer Fläche müssten Vorrangfläche sein. „Das findet keine Akzeptanz.“ Einfacher umzusetzen wären variable Vorgaben, etwa Hinweise zu einer Vorrangfläche „mit einem Anteil von bis“. Zudem fehle eine Definition, was denn eigentlich substanzieller Raum für die Windenergie sei. Grundsätzlich, so sagen es Paul Schweda und Paul Köpke, glaubten sie, dass eine Akzeptanz für die Energiewende im Land vorhanden sei. "Es ist ein Dilemma für uns alle" Es sei auch aus anderem Grund schwierig, eine rechtssichere Bauleitplanung aufzustellen, so Schweda. Rechtsprechung überhole die Planungen und es würden aktuelle Gesetze herangezogen. „Es ist ein Dilemma für uns alle – für die Projektierer als auch für die Kommunen“. Windkraft werde nicht durch Bauleitplanung gesteuert, sondern zunehmend durch Gerichte. Sie könnten nachvollziehen, dass bei den ehrenamtlichen Kommunalpolitikern angesichts des großen Aufwandes Frust entstehe, so Köpke und Schweda.

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