Markant: In Levern steht bislang der erste Abschnitt des „Hauses der Gesundheit“ an der Badeallee. Bei Bedarf kann es erweitert werden. 
Fotos: Joern Spreen-Ledebur - © Joern Spreen-Ledebur
Markant: In Levern steht bislang der erste Abschnitt des „Hauses der Gesundheit“ an der Badeallee. Bei Bedarf kann es erweitert werden.
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Stemwede Ärzte und Kita-Plätze sollen her

„Politik kompakt“: CDU-Ratsmitglieder informierten über die Entwicklung in Stemwede und diskutierten mit zahlreichen Gästen. Die nannten ein neues Problem

Stemwede-Levern. In der kommenden Woche befasst sich der Stemweder Rat mal wieder mit der ärztlichen Versorgung in der Gemeinde. Der Politik liegt eine Mitteilungsvorlage vor, ein Beschluss ist nicht vorgesehen. In der Mitteilungsvorlage verweist die Verwaltung wie bereits berichtet auf Aussagen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hin, dass auf absehbare Sicht die ärztliche Versorgung in Stemwede gefährdet ist. 20 Prozent der Mediziner sind über 65 Jahre alt. Anders als in Rahden, Espelkamp oder Pr. Oldendorf ist der Bau eines Ärztehauses in der Gemeinde Stemwede aber bislang kein Thema für Rat und Verwaltung. Die medizinische Versorgung in Stemwede war eines der Themen, mit dem sich die Besucher der Aktion „Politik kompakt“ in Levern befassten. Zu dieser Premiere hatten die örtlichen CDU-Ratsmitglieder Frank Schröder, Jörg Bohne, Bernd Harrmann, Reinhard Hemann und Ewald Kreienbrock sowie Marius Lampe als Vorsitzender der Jungen Union in Stemwede eingeladen. Arztsuche: Pr. Ströher sprechen mit einem Interessenten Besucher verwiesen darauf, dass die Gemeinde Stemwede attraktiv sein müsse, wolle sie weiter Einwohner gewinnen. Neben den Unternehmen mit Arbeitsplätzen vor Ort, Einkaufsmöglichkeiten oder gut ausgestatteten Kindergärten und Schulen gehöre auch die ärztliche Versorgung dazu, sagten Besucher wie Dietrich Spreen-Ledebur. Vor den Kommunalwahlen sei über ein Ärztehaus in Stemwede gesprochen worden. In Levern habe es eine entsprechende Initiative von privaten Investoren gegeben. Bei der Suche nach neuen Medizinern müsste aus seiner Sicht die Gemeinde Hilfestellung leisten. Andere Kommunen seien da weiter. In Dielingen habe es neue Mediziner gegeben. Um die künftige Versorgung in Levern sorge er sich aber, wenn die beiden örtlichen Mediziner in den Ruhestand träten. Der Leverner Mediziner Alfred Bussmann erinnerte an die Probleme bei der Nachwuchs-Suche. Man dürfe das Thema auch nicht immer auf ein Ärztehaus projizieren, gab er zu bedenken. Das könne den Weggang von Ärzten aus Dörfern zur Folge haben. Arztpraxis ist verwaist Die Arztpraxis in Pr. Ströhen ist verwaist, seitdem der Mediziner ins Rahdener Gesundheitszentrum umgezogen ist. Durch das Gesundheitszentrum gebe es in Rahden mehr Mediziner, sagte Bianca Winkelmann, CDU-Landtagsabgeordnete und Ortsvorsteherin in Pr. Ströhen. Mit der Aktion „Dorf sucht Arzt“ wollten die Pr. Ströher auf den Ärztemangel hinweisen, aber auch einen neuen Mediziner für das Dorf finden. Es gebe eine Rückmeldung und derzeit würden Gespräche geführt, merkte Winkelmann an. Auch die Situation bei den Kindergarten-Plätzen liegt den Bürgern am Herzen. Der Stemweder Rat spricht kommende Woche über den Vorschlag der Verwaltung, im früheren Hauptschulgebäude und jetzigem Verwaltungsgebäude direkt neben der Grundschule in Levern eine neue Kita mit zwei Gruppen einzurichten. Mit diesem Vorschlag hatte Bürgermeister Kai Abruszat auf den Mangel bei Kindergartenplätzen vor allem in Levern reagiert. Im jüngsten Stemweder Bildungsausschuss war Kritik angedeutet worden, dass das Kreisjugendamt erst im Herbst vergangenen Jahres den Bedarf in Stemwede anerkannt habe. Am 26. Februar will sich der Kreisjugendhilfeausschuss nun mit dem Thema befassen – und erst wenn dieser Ausschuss für die Bedarfsplanung stimmt, kann die Gemeinde loslegen und die neuen Gruppen angehen. Daran erinnerten die fünf CDU-Ratsmitglieder ebenso wie der Bildungsausschuss-Vorsitzende Jürgen Gläscher (SPD). Besucher des Info-Abends der CDU beklagten die Haltung des Kreises und verwiesen darauf, dass Kita-Gruppen derzeit teilweise übervoll seien. Bürger wünschen sich mehr Transparenz bei ÖPP-Projekt Interessiert hörten die Politiker zu, als Eltern über den offenen Ganztag an der Grundschule Levern berichteten und Handlungsbedarf sehen. Der offene Ganztag ist stark gefragt und angesichts der kleinen Küche müsse das Mittagessen in zwei Schichten aufgetischt werden. Die Ratsmitglieder Frank Schröder, Jörg Bohne, Bernd Harrmann, Reinhard Hemann und Ewald Kreienbrock berichteten während des Abends auch über ihre Aktivitäten in den Ausschüssen. Frank Schröder etwa ging auf die Kassenlage der Gemeinde ein und merkte an, dass sich seit dem Jahr 2007 die Verschuldung der Gemeinde Stemwede um rund 46 Prozent auf jetzt noch rund elf Millionen Euro verringert habe. Bernd Harrmann stellte das ÖPP-Projekt vor, den Neubau von fünf Feuerwehrhäusern. Das Projekt war in der Planungsphase vom Bund gefördert worden, da es anderen Kommunen als Blaupause dienen kann. Die fünf Gerätehäuser kosten insgesamt rund 10.2 Millionen Euro. Besucher von „Politik kompakt“ wie Torsten Möller regten mehr Transparenz an, wie sich diese Kosten für das ÖPP-Projekt zusammensetzen. Politik müsse im allgemeinen kommunikativer werden, vertrat Möller.

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