Im Bann der Eule: Am Main Floor stampften die Goa-Fans unter dem gigantischen Vogel. Ein halbes Jahr hat das Deko-Team an dieser Konstruktion gearbeitet. Fotos: Tanja Dittmann - © Tanja Dittmann
Im Bann der Eule: Am Main Floor stampften die Goa-Fans unter dem gigantischen Vogel. Ein halbes Jahr hat das Deko-Team an dieser Konstruktion gearbeitet. Fotos: Tanja Dittmann | © Tanja Dittmann

Stemwede 8.500 Goa-Fans feiern Wonderland-Festival in Stemwede

Psytrance-Festival: Die Besucher verwandelten das idyllische Stemweder Bergtal in eine farbenfrohe Festivalstätte. Die Veranstalter des Wonderlands legen besonders Wert auf Natur und Nachhaltigkeit

Tanja Dittmann

Stemwede-Wehdem. Der Spielmannszug wurde am Freitagnachmittag schon heiß erwartet. Nicht nur, weil mit dessen Ankunft das 22. Wonderland endlich offiziell eröffnet wurde, sondern auch, weil der Auftritt inzwischen fester Bestandteil des Festivals ist und die meisten Besucher diese Tradition kennen. Und so machten sich die Zuschauermengen bereit, um die Wehdemer Musiker feierlich zu empfangen. Und so bietet sich doch immer wieder ein skurriles Bild, wenn die Grünröcke entlang der Seestraße bis zum Main Floor marschieren und viele ebenfalls typisch gekleideten Goa-Fans hinterher strömen - und reichlich Applaus spenden. Pünktlich ertönten nach den Klängen der Spielleute dann die ersten elektronischen Klänge vom DJ-Pult am Main Floor und die dreitägige Party im Waldfrieden hatte begonnen. Auf vier Dancefloors konnten die insgesamt knapp 8.500 Festivalgänger zum Teil rund um die Uhr feiern und zu verschiedener psychedelischer Musik stampfen. Bei der blendenden Stimmung am Freitag war es kein Wunder, dass etliche Fans das Wonderland noch einen Tag länger auskosten wollten und bereits zur Warm-Up-Party am Donnerstag anreisten. "Für einen Donnerstag war wahnsinnig viel los, es waren schon knapp 5.000 Besucher da", resümierte Saralena Gülker aus dem Organisationsteam. Farbenfrohe Deko, Lichteffekte und eine XXL-Eule Die Veranstalter setzen auf viele altbewährte Dinge, wollen aber auch jedes Jahr etwas Neues bieten und die Besucher überraschen. In diesem Jahr hatten sie sich zusammen mit dem Deko-Team etwas Besonderes einfallen lassen: Über den Köpfen der Tanzenden am Main Floor breitete vom DJ-Pult aus eine gigantische Eule ihre Flügel aus. Auch tagsüber, aber vor allem am Abend und in der Dunkelheit sorgte diese, wie auch die zahlreichen anderen farbenfrohen Dekorationen, mit Spezialeffekten und Lichtspielen für eine zum Feiern prädestinierte Festivalstätte. So herrschte abends großer Andrang am Eingang zum Gelände, während sich auf dem Campingplatz nur noch wenige Leute tummelten. Wer nicht gerade auf den "Stampfflächen" zugegen war, hatte es sich auch auf dem Berghang gemütlich gemacht, um den anderen beim Stampfen zuzusehen und die Atmosphäre zu genießen. Hier saßen auch Steffi und "Oehmchen" mit Freunden und auch ihre Zeltnachbarn hatten sich spontan dazugesellt. "Vor vier Jahren war mein Mann da, der hat mich dieses Jahr überredet, herzukommen. Und jetzt sind wir hier und es ist absolut beeindruckend. Alle sind freundlich und hilfsbereit, es ist total harmonisch und man ist hier im Wald mit der Natur verbunden", erzählte Steffi und ihr Mann "Oehmchen" pflichtete ihr bei: "Andere Festivals können sich davon echt eine Scheibe abschneiden. Abends ist das noch mal eine komplett andere Welt mit den vielen Farben und Effekten. Es ist wie in einem Elfendorf oder Zauberland mit den Baumhäusern - und weil alle Leute so verkleidet rumlaufen. Die Augen können sich hier echt nicht satt sehen." Auf die Naturverbundenheit geben die Veranstalter besonders Acht, die PsyClean-Crew war permanent unterwegs, um Müll und andere Überbleibsel der Festivalgänger einzusammeln. Aber auch die Besucher selbst wurden immer wieder dazu angehalten, das Wonderland mit sauber zu halten. Auch bei Speisen und Getränken wurde auf biologische Lebensmittel geachtet, außerdem gab es nur rein vegetarische Kost. Zum ersten Mal mit ihrem Taco-Stand dabei waren Üni und Karo aus dem Sauerland. "Es ist für uns ein Traum gewesen, dabei zu sein. Letztes Jahr waren wir privat hier und fanden es so toll, dass wir den Waldfrieden kontaktiert haben. Dann hatten wir bei der Weihnachts- und Karnevalsparty einen Probelauf und anscheinend ist das Essen gut angekommen, denn jetzt stehen wir hier. Und die Resonanz ist sehr positiv, das ist toll", freute sich Üni. Insgesamt legten vierzig DJs aus der ganzen Welt auf und auch etwas Live-Musik war dabei zu hören. Greg Hilight aus Spanien ließ neben elektronischen Beats auch Trommeln und das Didgeridoo erklingen. Und wer ein wenig Entspannung und Spiritualität suchte, wurde bei Workshops und Erfahrungsreisen in der Healing Area fündig.

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