Motiviert: Der Eingang ist passiert, jetzt kann es losgehen. Kostümiert und mit Schildern machten sich diese Festivalgänger gut gelaunt auf den Weg zur Wiesenbühne. Bunt verkleidete Besucher gehören inzwischen schon fest zum Stemweder Open Air. Fotos (5): Tanja Dittmann|| - © Tanja Dittmann
Motiviert: Der Eingang ist passiert, jetzt kann es losgehen. Kostümiert und mit Schildern machten sich diese Festivalgänger gut gelaunt auf den Weg zur Wiesenbühne. Bunt verkleidete Besucher gehören inzwischen schon fest zum Stemweder Open Air. Fotos (5): Tanja Dittmann|| | © Tanja Dittmann

Stemwede Hinter den Kulissen beim Open Air: Einsatz im Zeichen der Kuh

Umsonst & Draußen: Während Musikfans am Wochenende bis in die Nacht feiern und ein rundum gelungenes Festival genießen, sorgen etwa 350 Helfer für einen reibungslosen Ablauf des Stemweder Open Airs.

Tanja Dittmann

Stemwede-Haldem. Wer durch den Haupteingang das Festivalgelände betritt, der läuft erst einmal am Kuhstall vorbei. Zwar leben hier nicht etwa echte Tiere, im Zeichen der Kuh steht der Ort allerdings schon. "Kuhstall" nennt sich nämlich der Merchandise-Stand des Stemweder Open Airs. Melina gehört zu denen, die hier mithelfen. Die junge Frau aus Ostfriesland verkauft die beliebten Festival-Bändchen, T-Shirts, Pullis, Taschen, Tassen und allerlei weitere Sachen mit Wiedererkennungswert. Überall prangt den Besuchern das Motiv der Stemweder-Kuh entgegen. Aus dem "Kuhstall" begrüßt Melina seit 2015 die Festivalgänger. "Ich war vorher einmal als Gast da, mein Freund hat mich mitgenommen, und ich fand es richtig toll. Vor allem, weil es im Gegensatz zu anderen Festivals kostenfrei ist. Deswegen wollte ich etwas zurückgeben und mithelfen." »Es ist großartig hier und sehr gemütlich« Vier Schichten à zwei Stunden sollen die Ehrenamtlichen möglichst übernehmen. Neben dem konstanten Team von 50 Helfern, die sich das ganze Jahr um die Organisation kümmern, helfen weitere 300 Freiwillige, das Umsonst & Draußen-Festival zu stemmen. Melina und ihr Freund Jörg haben am Wochenende fünf Schichten übernommen, die zehn Stunden fühlen sich für die beiden aber nicht nach Arbeit an. "Die Zeit geht total schnell vorbei, wir haben mit so vielen Leuten Kontakt. Es ist schön, eine Veranstaltung mit Leuten zu teilen, die so viel Spaß haben". Kontakte knüpfen scheint für Melina im Kuhstall tatsächlich nicht schwer zu sein. Auch wenn es hier mal voller werden kann, das Lächeln bleibt im Gesicht der Ostfriesin und auch "Smalltalk" ist immer noch drin. Tausende Besucher feierten am Wochenende die zahlreichen Bands auf den verschiedenen Bühnen. Freitag rockten sie an der Wiesenbühne mit "The Travelling Stone", auf der Waldbühne ließen es "Kellerkommando" krachen. Am Samstag hielten "Russkaja", was sie versprochen hatten. Mit Turbo-Polka lieferten sie ein wahres musikalisches Feuerwerk (Bericht folgt). Wo wenige Stunden später feierfreudige Fans Party machten, hockten nachmittags noch Lucas und René aus Bremen. Von den Brettern des Rockzelts aus beobachteten sie das Festivalgeschehen. Optisch zog Lucas im knallgelben Outfit mit Sonnenbrille und Wackelaugen auf der Stirn aber auch selbst Blicke auf sich. Wie so typisch für das Stemweder, war auch er am Wochenende kostümiert unterwegs. "Ich bin Jake, der kleine Hund aus Adventure Time, der zaubern kann". Die aufgeschlossenen Bremer freuten sich, bei dem familiären Festival neue Kontakte zu knüpfen und Spaß zu haben. Für das Stemweder hatten beide nur Lob in den höchsten Tönen übrig. "Es verdient wirklich den vollsten Respekt, dass so eine kleine Gemeinde so ein Festival jedes Jahr aufs Neue stemmen kann. Es ist wirklich großartig hier und sehr gemütlich", waren sich beide einig. Zu denen, die jedes Jahr erneut unermüdlichen Einsatz zeigen, gehören auch Leon Lohse und Friederike Riechmann. Sie sind Teil des Teams hinter den Kulissen der Wiesenbühne. Riechmann hat diese 2007 initiiert, Leon Lohse kam ein Jahr später hinzu. Eine Bühne wie diese zu organisieren, heißt zum Beispiel: Monate vorher Hunderte Bewerbungen von Bands sichten, sich selbst nach solchen umhören und mit ihnen verhandeln, den Bandcontest im März organisieren, Backstagehelfer suchen, den Aufbau begleiten und gewährleisten, dass die Technik zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Dass dann doch noch mal was dazwischenkommt, ist keine Seltenheit. Dieses Jahr war spontan eine der Bands ausgefallen, doch auch das war kein Grund zu verzagen - noch am Mittwoch hatten sie Ersatz gefunden. Hat sich nach all den Jahren Routine eingestellt? "Ein Selbstläufer ist es nicht, aber man entwickelt eine gewisse Gelassenheit und Zuversicht. Es ist immer wieder eine tolle Erfahrung, wenn alles klappt und die Bands, die man ausgesucht hat, live richtig gut klingen. Wenn am Ende alles läuft wie eine gut geölte Maschine, ist es perfekt." Polizei zieht positive Bilanz beim Stemweder Open Air

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