Auf Seiten der heimischen Gesellschaft: Die Grünen stünden an der Seite von Angela Merkel und der Energiewende, unterstützte Hermann Gesenhues das Beteiligungsangebot. Dafür stimmten auch Andrea Herrmann und Sebastian Allhorn. - © Joern Spreen-Ledebur
Auf Seiten der heimischen Gesellschaft: Die Grünen stünden an der Seite von Angela Merkel und der Energiewende, unterstützte Hermann Gesenhues das Beteiligungsangebot. Dafür stimmten auch Andrea Herrmann und Sebastian Allhorn. | © Joern Spreen-Ledebur

Stemwede Ratsmehrheit will sich nicht an Stemweder Bürgerwindpark beteiligen

Stemwede. Die Windpark Stemwede GmbH & Co. Mühlenheide KG hat der Gemeinde Stemwede eine Beteiligung in Höhe von zehn Prozent an deren Bürgerenergiegesellschaft angeboten. Auf Gegenliebe stieß das bei der Mehrheit des Rates nicht, CDU, FDP, SPD und FWG lehnten das Angebot wie bereits berichtet im Rat ab. Nur die Grünen waren dafür. Vertreter der beiden großen Fraktionen machten es während der jüngsten Ratssitzung kurz und knapp. Wilhelm Riesmeier (SPD) und Andreas Weingärtner (CDU) sprachen sich für den Vorschlag aus, das Angebot abzulehnen. Das tat auch Wolfgang Fricke (FDP). "Wir sehen das anders", machte Hermann Gesenhues (Grüne) deutlich und stimmte für den zweiten Vorschlag der Verwaltung, das Angebot der Windpark Stemwede GmbH anzunehmen. Die Grünen stünden an der Seite von Angela Merkel und der von ihr eingeleiteten Energiewende. Die Erderwärmung und der Klimawandel müssten gestoppt werden. Zudem habe Stemwede einen gültigen Flächennutzungsplan, hatte Hermann Gesenhues die neuen Vorranggebiete für die Windenergie im Blick. "Wir können uns mit der Variante A anfreunden". Das war die Beschluss-Variante der Verwaltung, das Angebot anzunehmen. Jürgen Lückermann (FWG) konnte das nicht. Die Gemeinde könne sich nicht zum Erfüllungsgehilfen der Windenergie-Lobby machen. Die Fraktionen hatten sich bereits geäußert, da wurde Wilfried Winkelmann von der Windpark Stemwede GmbH & Co. Mühlenheide KG in den Saal gerufen, um das Projekt vorzustellen. Ein Bürgerwindpark sei gut, weil Stemweder Bürger die Möglichkeit hätten, sich an einem solchen Projekt zu beteiligen. Auch die Gemeinde solle die Möglichkeit haben, sich zu beteiligen, sagte Winkelmann. Angedacht ist der Bau von sechs Windrädern in Stemwede. Vier sollen in der "Tiefenriede" im Süden von Haldem und Drohne entstehen, zwei weitere im Bereich "Bockhorns Horst" nahe des vorhandenen Windparks. Wie berichtet war angedacht, dass diese beiden neuen Anlagen langfristig die zehn alten Windräder ersetzen - was eine Ratsmehrheit im vorigen Oktober abgelehnt hatte. Die insgesamt circa 200 Meter hohen Anlagen mit einer Nabenhöhe von etwa 140 Metern sollen eine Leistung von jeweils etwa drei Megawatt haben. Das gesamte Investitions-Volumen gab er mit etwa 27 Millionen Euro an. Gebraucht werde ein Eigenanteil am Projekt von rund 15 Prozent, sagte Winkelmann. Daraus resultiere ein Anteil der Gemeinde Stemwede bei dem Projekt von bis zu 400.000 Euro. Es werde eine Rendite von fünf Prozent oder mehr erwartet, die den Stemweder Bürgern letztlich zugute kämen. An dem Projekt gebe es großes Interesse, merkte Winkelmann an. Wilfried Winkelmann hatte seinen kurzen Vortrag beendet, Wortmeldungen in reihen des Rates gab es nicht mehr und bei der Abstimmung fiel das Angebot durch. "Ein sehr deutlicher Beschluss", sagte Bürgermeister Kai Abruszat. Windkraft sei in Stemwede ein besonderes Thema. Er wünsche sich auf Dauer, dass es für alle Seiten mehr Rechtssicherheit gebe, merkte er an.

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