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Eindrucksvolle Feuershow: Britta Brinkmann, ihr Sohn Lukas und seine Frau Lea hantierten mit brennenden Seilen und Fackeln. Selbst die Skulpturen im Hintergrund entwickelten in diesem Lichtspektakel ein Eigenleben. - © NW
Eindrucksvolle Feuershow: Britta Brinkmann, ihr Sohn Lukas und seine Frau Lea hantierten mit brennenden Seilen und Fackeln. Selbst die Skulpturen im Hintergrund entwickelten in diesem Lichtspektakel ein Eigenleben. | © NW

Stemwede Nachtperformance in der Desteler Tannenschmiede bot mystisch wirkende Kunst

Zum 10. Mal trafen sich Kunstfreunde kurz vor Mitternacht an der Desteler Tannenschmiede

26.07.2016 | Stand 25.07.2016, 18:58 Uhr

Stemwede-Destel. Eine fast schon mystische Atmosphäre herrschte am Samstag, kurz vor Mitternacht in der Desteler Tannenschmiede. Nachtperformance im Skulpturenwald heißt die Veranstaltung, zu der Udo Neikes und Britta Brinkmann als Inhaber der Tannenschmiede nun zum zehnten Mal eingeladen hatten. Farbige Lichter tanzten durch die Baum-Kronen auf dem Gelände des Keramik-Ateliers Tannenschmiede. Illuminierte Skulpturen fügten sich in die Umgebung ein, aus dem Hintergrund ertönte sphärische Musik. Die Nachtperformance bot zugleich auch ein Podium für Künstler. Stephan Reimer und Thomas Lepki stellten an diesem Abend Installationen mit Licht vor. Außerdem traten die Tanztheater-Gruppe "Kadisha" und die Band "Groove Gipfel" aus Münster auf, es gab eine Feuer-Show und Udo Neikes präsentierte seine Skulpturen. Am Rande des Geschehens erzählte Neikes, dass er Künstler mag, die experimentell arbeiten und deren Werke zum Nachdenken anregen. Solche Künstler sind Stephan Reimer und Thomas Lepki aus Spenge. Am Samstagabend standen sie an einem beleuchteten Würfel, etwa zwei Meter hoch, mit vier verschieden gestalteten Seiten. "Qube" heißt das Werk. "Es geht um das Verhältnis zwischen Mensch und digitaler Technik", erläuterte Reimer. "Wir haben den Eindruck, dass sich der Takt, nach dem Menschen leben, verändert", meinte er. Die Technik habe viel Potenzial - keine Frage. Aber man brauche einen viel bewussteren Umgang damit. "Muss alles so schnell sein? Überall und immer?", gab Reimer zu bedenken. Für den "Qube" klebten die Künstler rund 10.000 Toilettenpapier-Rollen zusammen. Außerdem verwendeten sie eine Disco-Kugel, Lampen, Pappmaché, Holz und Rettungsdecken-Folie. Gerade die Folie sorgte für faszinierende Lichteffekte. Etwa zwei Monate haben die beiden Künstler für die Zusammenstellung benötigt, erinnert sich Lepki. Thomas Lepki kennt Udo Neikes gut, die beiden Männer musizieren gemeinsam. Der Inhaber der Tannenschmiede selbst spielt - nach eigenen Angaben - 30 Instrumente. Seine Kompositionen erklangen im Skulpturenwald immer wieder. "Kadisha", die Tanztheater-Gruppe unter Leitung von Britta Brinkmann nahm die Musik als Grundlage für einen Tanz. Mit Masken und weißen Tüchern, die verschiedenfarbig angestrahlt wurden, zogen sie die Blicke der Besucher auf sich. Auch eine Feuershow mit brennenden Seilen und Fackeln gestaltete sich zum Höhepunkt der Nachtperformance. Britta Brinkmann, ihr Sohn Lukas und seine Frau Lea hantierten mit dem Element Feuer. Die passende Kulisse bildeten im Hintergrund stets die Skulpturen von Udo Neikes. Viele sind aus Beton gefertigt. Besonders stolz ist Neikes auf eine Figur, die er "den Fragenden" nennt. Einen festen Namen gibt er seinen Werken jedoch nicht - das überlässt er den Betrachtern. Viele Menschen streiften durch den Garten, betrachteten die Skulpturen und ließen sich von den Licht-Installationen faszinieren. Im Zentrum des Skulpturenwaldes traf man sich zum Trinken, Essen und zum Klönen. Dort gab es Bänke, Live-Musik und Buden. Bunte Scheinwerfer tauchten auch hier das Geschehen in ein mystisches Licht. Und so mutete dieser Treffpunkt auch selbst ein bisschen wie ein lebendiges Kunstwerk an.

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