Rahden Bernhard und Wigald lassen’s krachen

Neue Staffel der ZDF-Wissenschaftsshow "Nicht nachmachen" wird in Varl gedreht

VON SONJA ROHLFING
Da stellen sich die Moderatoren von Nicht nachmachen, Bernhard Hoëcker und Wigald Boning gern mit den Wehrleuten der Freiwilligen Feuerwehr Rahden zum Gruppenbild derweil auf dem Wohnwagendach noch die Falmmen züngeln. - © FOTO: SONJA ROHLFING
Da stellen sich die Moderatoren von Nicht nachmachen, Bernhard Hoëcker und Wigald Boning gern mit den Wehrleuten der Freiwilligen Feuerwehr Rahden zum Gruppenbild derweil auf dem Wohnwagendach noch die Falmmen züngeln. | © FOTO: SONJA ROHLFING

Rahden-Varl. Ein ohrenbetäubender Knall – Sekunden später steht der Wohnwagen komplett in Flammen. Wehrführer Carsten Kunter und seine Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr bleiben entspannt im Löschfahrzeug sitzen. Die Explosion erfolgte mit Ansage, aber nicht etwa im Rahmen einer Übung. Gedreht wird in Rahden für das ZDF eine neue Staffel der Wissenschaftsshow im Comedy-Format "Nicht nachmachen". Ohne Polizei, Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz geht dabei gar nichts, denn die Experimente in der Sendung erfordern oft verschärfte Sicherheitsmaßnahmen beim Drehen.

Für die Männer und Frauen von der Freiwilligen Feuerwehr Rahden hat der Einsatz den Charakter einer Brandsicherheitswache. "Wenn wirklich etwas brennt, können wir schnell am Start sein", sagt Carsten Kunter und ergänzt: "Aus den nicht alltäglichen Experimenten können wir für den Ernstfall lernen." Die beiden Moderatoren Bernhard Hoëcker und Wigald Boning setzen sich bei ihren Versuchen ganz bewusst über Warnhinweise auf Haushaltsgegenständen sowie über Verbote und Ratschläge des alltäglichen Lebens hinweg.

Es knallt, platzt und explodiert, wenn die beiden Wissenschafts-Comedians ihrer Neugierde freien Lauf lassen. Darin liegt aber nicht die eigentliche Herausforderung für Feuerwehr und DRK. "Wir switchen oft um", sagt Anne Többen von der Produktionsfirma. "So kommt es vor, dass ich bei Carsten Kunter anrufe und sage, ich brauche Euch in zwei Stunden." Die Feuerwehr mache möglich, was gehe, erklärt der Wehrführer. "Das würde in der Stadt nie klappen", merkt Anne Többen an. Willkür seien die Änderungen nicht, erklärt Produzent Holger Hoffmann. Für die rund 45 Experimente stehen 30 Drehtage zur Verfügung. Anfangs habe das unbeständige Wetter den Außenaufnahmen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt drängt ein wenig die Zeit.

Während die Feuerwehr nur zu bestimmten Experimenten bestellt wird, sind Mitarbeiter des DRK ständig vor Ort. "Der Dienst wurde verteilt auf den ganzen Altkreis Lübbecke. Der Ortverein Rahden hätte das nicht allein stemmen können", erklärt Edith Niemeyer von der DRK-Ortsgruppe Pr. Oldendorf. "Das ist schon ein anderer Dienst als auf den normalen Veranstaltungen in der Region", ergänzt Tanja Krato. Für beide Frauen ist es der erste Drehtag, an dem sie dabei sind. Dass es ausgerechnet diesmal richtig spektakulär wird, freut sie natürlich. "Gutes Timing", finden sie und strahlen.

Spannend findet auch Holger Brinkmeier den Dreh. Seiner Familie gehört das Anwesen in Varl. "Ich wusste zunächst gar nicht, worum es ging, als die Anfrage von den Behörden kam, ob sie meine Telefonnummer und Adresse herausgeben dürfen", erklärt der Börninghauser, der für den Hof eine Abbruchgenehmigung beantragt hat. Freuen würde er sich, wenn die Pr. Oldendorfer Feuerwehr ebenfalls zum Einsatz käme, da er viele Wehrleute kennt. "Ich bin mit Wehrführer Carsten Kunter in Kontakt", sagt Brinkmeier wohl wissend, dass eigentlich die Rahdener Feuerwehr zuständig ist.

Die Anwesenheit der Feuerwehr und des DRK gibt auch den Moderatoren Bernhard Hoëcker und Wigald Boning ein gutes Gefühl. Sie sind froh, dass so viel Wert auf Sicherheit gelegt wird. "Wir hoffen, dass möglichst wenig passiert", sagt Wigald Boning. Bei einem Metallspan im Finger und einer gestauchten Hand habe er sich bisher helfen lassen müssen, berichtet Bernhard Hoëcker. "Wir hoffen mal, dass es dabei bleibt", ergänzt Wigald Boning.

Beide loben das tolle Umfeld in Rahden. "Die Stimmung ist super", ergänzt Holger Hoffmann. Dennoch herrscht am Drehort hohe Professionalität vor. Ansagen sind Ansagen und die gelten dann auch für Feuerwehr, Polizei, DRK und Journalisten. Bis spätestens Anfang Juli müssen alle Szenen im Kasten sein.

Ausgestrahlt wird das Ergebnis im ZDF in sechs Folgen und im Spartenkanal ZDF neo in vier Folgen. Auftakt ist am 26. Juli um 22.30 Uhr im ZDF.

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