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Railion 294 590 führte einen aus Kesselwagen bestehenden Güterzug von der Exxon-Niederlassung Barenburg auf der noch im Güterverkehr bedienten Strecke des Sulinger Kreuzes nach Sulingen. - © Joern Spreen-Ledebur
Railion 294 590 führte einen aus Kesselwagen bestehenden Güterzug von der Exxon-Niederlassung Barenburg auf der noch im Güterverkehr bedienten Strecke des Sulinger Kreuzes nach Sulingen. | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Eisenbahnstrecke Bielefeld-Bremen: Aktivisten haben einen neuen Partner

Bremer Senat setzt auf Wiederbelebung der Bahn aus OWL.

Joern Spreen-Ledebur
28.11.2019 | Stand 28.11.2019, 15:41 Uhr

Rahden. Nachdem sich die Räte der Städte und Gemeinden im Lübbecker Land für den Erhalt und die Reaktivierung der Eisenbahnstrecke Bünde-Rahden-Bassum-Bremen ausgesprochen haben, kommen nun auch aus Bremen ähnliche Signale. Die Fraktion der FDP in der Bremischen Bürgerschaft hatte auf Anregung des heimischen FDP-Bundestagsabgeordneten und Kreisvorsitzenden der Liberalen im Mühlenkreis, Frank Schäffler, eine entsprechende Anfrage an den Bremer Senat gerichtet. „Voraussetzung für die Einrichtung einer Eisenbahnverbindung Bremen-Bassum-Sulingen-Bünde-(Bielefeld) ist die Reaktivierung des derzeit für den Eisenbahnverkehr stillgelegten Streckenabschnitts Bassum-Sulingen-Rahden, der im Land Niedersachsen liegt und der DB AG gehört", schreibt der Bremer Senat in seiner Antwort. Wofür sich der Bremer Senat einsetzt „Der Senat steht einer Reaktivierung der Eisenbahnstrecke Bassum–Sulingen–Bünde grundsätzlich positiv gegenüber", heißt es weiter. Dadurch könnten vorteilhafte Effekte insbesondere für den Schienengüterverkehr im Seehafenhinterlandverkehr erzielt werden. „Der Senat hat sich daher für eine Aufnahme dieses Streckenabschnitts in die neue Auflage der Reaktivierungsliste des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VdV) eingesetzt." Eine durchgängige Zugverbindung zwischen den Oberzentren Bielefeld und Bremen würde der wachsenden wirtschaftlichen Verflechtung beider Regionen Rechnung tragen, sind der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft, Thore Schäck, und Frank Schäffler überzeugt. „Durch eine Reaktivierung können für den Güterverkehr Potenziale entstehen, die Waren und Güter von der Straße auf die Schiene zu bekommen", so die beiden Politiker. VdV-Aussage erstmals gegenüber der NW getätigt Der VdV hatte erklärt, die Strecke von Rahden Richtung Bremen in seine Liste der zu reaktivierenden Strecken aufzunehmen. Bedeutung habe die Trasse für den personen- und den Güterverkehr. Der VdV hatte bereits von positiven Signalen gesprochen und vorgeschlagen, die Strecke für Geschwindigkeiten um 80 Stundenkilometer zu ertüchtigen und zu elektrifizieren. Die Neue Westfälische berichtete exklusiv über diese Entwicklung. Der VdV spricht sich dafür aus, sich bei den Bemühungen zur Wiederbelebung des Sulinger Kreuzes auf die Nord-Süd-Strecke zu konzentrieren und nicht auf die Trasse nach Nienburg. Zwischen Barenburg, Sulingen und Diepholz wird das Sulinger Kreuz noch im Güterverkehr genutzt. Was die Deutsche Bahn mit der wichtigen Strecke plant Der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig hatte behauptet, dass Exxon den Güterverkehr auf dieser Strecke aufgeben wolle. Exxon dagegen hatte gegenüber der NW erklärt, am Güterverkehr ab und bis Barenburg per Bahn festhalten zu wollen. Nachfragen der Redaktion, warum er etwas anderes behauptete, hatte Knoerig nie beantwortet. Bekanntlich will die bundeseigene Deutsche Bahn AG Teile des Sulinger Kreuzes entwidmen und verkaufen. Dagegen gibt es massiven Widerstand auch seitens des Aktionsbündnisses Bahnstrecke Bünde-Bassum (AEBB), des SPD-Bundestagsabgeordneten Achim Post und des Landkreises Diepholz. DB-Vorhaben von obersten Richtern verworfen Die DB hatte die Nord-Süd-Strecke in Sulingen auch schon mit dem Bau einer Umgehungsbahn kappen wollen, der „Südschleife". Antworten auf Fragen der NW nach den Kosten und den Erlösen für die Südschleife hatte das Unternehmen verweigert. Einen ganz im Sinn der Deutschen Bahn gefassten Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahnbundesamtes hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig aber als rechtswidrig verworfen.

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