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Vorsichtig rangierte die V 100 die beiden historischen Beiwagen aus den 1930er Jahren in Richtung des alten Rahdener Bahnbetriebswerkes. - © Joern Spreen-Ledebur
Vorsichtig rangierte die V 100 die beiden historischen Beiwagen aus den 1930er Jahren in Richtung des alten Rahdener Bahnbetriebswerkes. | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Eisenbahn-Nostalgie: Historische Waggons stehen wieder im Rahdener Bahnhof

Die Rahdener Museumsbahner halten die Tradition Rahdens als frühere Eisenbahnerstadt lebendig.

Joern Spreen-Ledebur
25.11.2019 | Stand 25.11.2019, 16:43 Uhr

Rahden. Eisenbahnfreunde konnten sich nun über einen besonderen Anblick im Rahdener Bahnhof freuen. Die Beiwagen des historischen Triebwagens T 2 sind wieder zu Hause. Die beiden Wagen hatte die Museumseisenbahn Rahden-Uchte an eine befreundete Museumsbahn in Verden ausgleichen. Die Verdener setzten die Fahrzeuge in der Saison 2018 und in der Saison 2019 ein. Eine Diesellok der Baureihe V 100 brachte die beiden historischen Fahrzeuge nun von der Aller zurück in den Norden Westfalens. Die V 100 ist selbst schon museal. Die damalige Deutsche Bundesbahn beschaffte die Dieselloks Ende der 1950er Jahre für den Einsatz auf nicht-elektrifizierten Strecken. Auch im Lübbecker Land war sie einst im Einsatz. "Er wurde vom Beiwagen zum Triebwagen befördert" Die Rahdener Museumsbahner werden die Beiwagen als Verstärkerwagen bei den beliebten Nikolausfahrten einsetzen können. Die Fahrten von Rahden beziehungsweise Uchte nach Bohnhorst stehen am 7. und 8. Dezember auf dem Plan. Die Beiwagen gehören zum Triebwagen T 2 und der wurde 1933 gebaut. Im Jahr 1953 bekam der eigentlich motorlose Wagen in der Waggonfabrik Uerdingen einen Antrieb. „Er wurde vom Beiwagen zum Triebwagen befördert", merkte Berndt von Mitzlaff an, Vorsitzender der Museumsbahn Rahden-Uchte. Unikat ohne technische Pläne Eingesetzt wurde das Unikat dann von der Moerser Kreisbahn, die in den Niederrheinischen Verkehrsbetrieben aufgingen. Als der T 2 mit den beiden Beiwagen dann zu Zeiten der Museumsbahn Minden in deren Stützpunkt Rahden kam, erhielten die Museumsbahner das Betriebsbuch. Pläne aber zu Bremssystemen oder zur Druckluftanlage gab es nicht mehr. Diese Pläne aber werden verlangt. Das wiederum macht es nun schwierig, das Unikat wieder betriebsfähig aufzuarbeiten. Um überhaupt wieder aus eigener Kraft fahren zu dürften, müsste der T 2 mit Technik wie der Sicherheitsfahrschaltung (Sifa) nachgerüstet werden. Die entsprechenden Teile wären sogar schon teilweise vorhanden, aber das gesamte Leitungsnetz müsse dicht gemacht werden – was ein erheblicher Aufwand ist. Warum die Kleinlok unverzichtbar ist Beim T 2 würde auch die Hauptuntersuchung fällig. Berndt von Mitzlaff. „Und wenn man nicht absehen kann, ob der überhaupt wieder fährt, würde man überlegen, ob man die Hauptuntersuchung überhaupt macht." Zu tun gibt es genug bei der Museumsbahn. Im Februar soll die Kleinlok untersucht werden. Auch das ist aufwändig. Die Kleinlok ist unverzichtbar – für Bauzugeinsätze oder auch dann, wenn der rote „Uerdinger"-Triebwagen mal nicht zur Verfügung steht und die T 2-Beiwagen anderweitig bewegt werden müssen.

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