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Anhand von Luftbildern beraten die Teilnehmer über Punkte, an denen die Sicherheit für Fußgänger im Straßenverkehr verbessert werden könnte. - © Joern Spreen-Ledebur
Anhand von Luftbildern beraten die Teilnehmer über Punkte, an denen die Sicherheit für Fußgänger im Straßenverkehr verbessert werden könnte. | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Fußverkehrs-Check soll in Rahden die Situation für Passanten verbessern

Experten und Bürger beraten über die Situation für Fußgänger in der Innenstadt. Es gibt zwei Begehungen und schon jetzt haben Teilnehmer einige Knackpunkte ausgemacht, an denen es hapert.

Joern Spreen-Ledebur
26.09.2019 | Stand 26.09.2019, 11:16 Uhr

Rahden. Passanten klagen immer wieder über die Verkehrssituation unweit des Ärztehauses. So vermissen sie etwa Zebrastreifen, die ein sicheres Überqueren der Feldstraße ermöglichen. Verbesserungsbedarf sehen Bürger aber auch im Bereich Brullfeld/Gartenstraße. Hier muss vor allem aus Sicht der Schulen was getan werden, um den Schulweg für die Kinder und Jugendlichen sicherer zu machen. Wie Mann und Frau in Zukunft noch besser zu Fuß im Zentrum Rahdens und den angrenzenden Bereichen unterwegs sein können, das soll der Fußverkehrs-Check aufzeigen. In Nordrhein-Westfalen gibt es diesen Check heuer zum ersten Mal. Zwischen Weser und Rhein haben sich 25 Städte dafür beworben, zehn wurden ausgewählt – aus Ostwestfalen-Lippe sind Rahden und Bad Driburg dabei. Was der Check grundsätzlich bringen soll Die Stadt Rahden und das von NRW-Verkehrsministerium initiierte Zukunftsnetz Mobilität NRW wollen mit dem Fußverkehrs-Check den Fußverkehr verbessern und Bürger auch anregen, mehr zu Fuß zu gehen, merkte Bürgermeister Bert Honsel bei der Auftakt-Aktion im Rathaus an. Grundsätzlich solle nachhaltige Mobilität entwickelt werden, sagte Ann-Kathrin Koch vom Zukunftsnetz Mobilität. Das private Auto solle nicht verteufelt werden, doch solle für andere Formen der Mobilität geworben werden – auch für den Fußverkehr. Was beim Rundgang auch betrachtet wird Beim Check schauen sich die Teilnehmer unter anderem Wegeführungen, sichere Wege, die Pflege von Verkehrsflächen oder ortsdurchschneidende Hauptverkehrsachsen an. Herzstück der Aktion sind Begehungen – und die sind auch in Rahden geplant. Am Donnerstag, 31. Oktober, geht es vom Rathaus aus in Richtung Innenstadt. Am Dienstag, 5. November, sind die Teilnehmer dann in Richtung Schulzentrum unterwegs. Bei der Abschluss-Veranstaltung am Dienstag, 19. November, soll dann über konkrete Maßnahmen gesprochen werden. Der Check in Rahden wird vom Dortmunder Planungsbüro "Planersocietät" begleitet. Dessen Mitarbeiterin Inga Wolf erinnerte an einige Punkte, die für manche Bürger kein Problem darstellen, für andere aber sehr wohl. Laternenpfähle etwa würden Sehenden nicht weiter auffallen, könnten aber für Sehbehinderte gefährlich sein. Warum Barrierefreiheit für manche ein Problem ist Mit taktilen Leitstreifen soll Sehbehinderten geholfen werden – und dabei bedarf es nach Angaben Wolfs auch kleiner Kanten mit drei oder sechs Zentimetern Höhe. Diese Kanten aber sind für Nutzer von Rollstühlen und Rollatoren wiederum zu hoch und stehen einer Barrierefreiheit entgegen. In Rahden wird es folglich einige Punkte geben, die an Ort und Stelle und bei der Schlussbesprechung Thema sein werden. Einiges aber ist Inga Wolf schon positiv aufgefallen – etwa das Tempolimit von 30 Stundenkilometern in der Innenstadt und der umgestaltete Alte Markt. "Gehwege sind Gehwege und nicht für parkende Autos da" Wolf erinnerte daran, dass in NRW 22 Prozent aller Wege zu Fuß absolviert werden. Rund 33 Prozent davon sind Strecken bis zu zwei Kilometern. Zu Fuß gingen vor allem Kinder und Ältere – aber das seien auch die Gruppen, die ohnehin im Straßenverkehr besonders gefährdet seien. Im Jahr 2017 seien ein Fünftel aller Verkehrstoten in NRW Fußgänger gewesen, so Wolf. Mit der Aktion solle auch gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr vermittelt werden. Eine hohe Attraktivität für Fußgänger stärke die Innenstadt und den dortigen Einzelhandel. Werde in Rahden die Innenstadt-Achse gestärkt, dann gäben die Fußgänger hier auch Geld aus. Zudem kämen sie in der Regel häufiger als Autofahrer. Von einer Barrierefreiheit würden außerdem alle profitieren, sagte Wolf. „Und Gehwege sind Gehwege und nicht für parkende Autos oder Mülltonnen da."

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