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Railion 294 590 führt einen aus Kesselwagen bestehenden Güterzug von der Exxon-Niederlassung Barenburg auf der noch im Güterverkehr bedienten Strecke des Sulinger Kreuzes nach Sulingen und weiter nach Diepholz. - © Joern Spreen-Ledebur
Railion 294 590 führt einen aus Kesselwagen bestehenden Güterzug von der Exxon-Niederlassung Barenburg auf der noch im Güterverkehr bedienten Strecke des Sulinger Kreuzes nach Sulingen und weiter nach Diepholz. | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden SPD und CDU für den Erhalt der Bahnstrecke Rahden-Bremen

Aktionsbündnis und Politiker setzen auf Linie Rahden-Bremen

Joern Spreen-Ledebur
15.08.2019 | Stand 15.08.2019, 20:06 Uhr

Rahden. Westfalen und Niedersachsen engagieren sich gemeinsam für den Erhalt der Bahnstrecke von Rahden nach Bremen. Mit dem Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) haben sie einen neuen Verbündeten. Auch der VDV setzt auf eine Wiederbelebung der Strecke und stellt sich gegen das Vorhaben der Deutschen Bahn AG, Teile des Sulinger Kreuzes zu entwidmen und zu verkaufen – und damit die Bahnverbindung nach Bremen zu kappen. Zum Antrag der DB sind beim Eisenbahnbundesamt (EBA) 26 Stellungnahmen eingegangen. Geäußert haben sich Eisenbahn-Verkehrsunternehmen, Städte und Gemeinden, Landkreise und Unternehmen, wie das Eisenbahnbundesamt dem heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Achim Post auf dessen Anfrage mitteilten. Das EBA fordert auch von der bundeseigenen Deutschen Bahn AG eine Stellungnahme und muss über den DB-Antrag zur Zerstörung von Schienen-Infrastruktur entscheiden. Aktionsbündnis bat Kommunen und Firmen um Stellungnahmen Das Aktionsbündnis Eisenbahnstrecke Bünde-Bassum (AEBB) habe die Zeit genutzt, sehr viele Firmen und Kommunen anzusprechen und zu bitten, Stellungnahmen gegen eine Entwidmung abzugeben, sagte AEBB-Vertreter Detlev Block. „Das taten sie auch." „Niemand von den beteiligten Kommunen und von den Aktiven in der Interessengemeinschaft hat erwartet, dass diese Strecke kurzfristig wieder aktiviert wird", merkten Achim Post und der SPD-Landtagsabgeordnete Ernst-Wilhelm Rahe an. „Es kommt jetzt darauf an, die Entwidmung des Streckenabschnitts Nienburg/Sulingen zu verhindern. Es geht darum, sich die langfristige Möglichkeit einer Streckenaktivierung nicht zu verbauen." "Langfristige Möglichkeit nicht verbauen" Für den Erhalt der Bahn gibt es nun auch so eine Art GroKo von SPD und CDU. Die CDU-Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann hat sich mit AEBB-Vertretern getroffen. „Es war im Jahre 2013, als unter der damaligen rot-grünen Landesregierung in Niedersachsen eine mögliche Reaktivierung der Bahnstrecke Bünde-Bassum verworfen wurde", merkte Winkelmann an. Nun nehme die Diskussion durch mögliche Entwidmungen und auch angesichts der Debatte um die Verkehrswende jedoch neue Fahrt auf. Sie werde als NRW-Landtagsabgeordnete in der Sache keine unhaltbaren Versprechungen aufstellen, so Winkelmann. Dafür sei das Thema zu gewichtig und der Landtag von Nordrhein-Westfalen auch nicht der entscheidende Akteur. „Mir liegt das Thema nichtsdestotrotz sehr am Herzen und ich sehe zum aktuellen Zeitpunkt vor allem den Erhalt der Strecken als wichtigste Aufgabe. Denn: Sind die Bahnschienen einmal weg, werden zwischen Rahden und Bassum niemals wieder Züge fahren." Gutes Schienennetz als Teil des Klimaschutzes Angesichts der aktuellen Diskussion um eine Verkehrswende wäre dies ein ganz falsches Signal. „Wenn wir Klimaschutz fördern und ländliche Räume stärken wollen, gehört ein gutes Schienennetz dazu." Nicht ohne Grund habe das Land NRW auf Initiative von CDU und FDP deshalb vor kurzem die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken fokussiert und unterstütze etwa auch die Straßenbahnen im Land deutlich stärker. Auch die Kommunen im Lübbecker Land hätten mit ihren Resolutionen zur Bahnstrecke Bünde-Bassum klar ihre Hausaufgaben gemacht. "Das letzte Wort darf noch nicht gesprochen sein" Winkelmann steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit ihren Kollegen auf niedersächsischer Seite, mit dem Aktionsbündnis und auch mit dem NRW-Verkehrsministerium. „Das letzte Wort darf bei dem Thema jedenfalls nicht gesprochen sein." Ernst Wilhelm Rahe hat sich mit einer Anfrage an die NRW-Landesregierung gewandt, wie das Verkehrsministerium mitteilte. Rahe verweist auf Aussagen der CDU/FDP-Koalition in NRW, stillgelegte Bahnstrecken wiederbeleben zu wollen. Zudem erinnert er an die seit Jahren währenden Bemühungen des AEBB und an die Resolutionen pro Bahn der Kommunen im Lübbecker Land. Eine Wiederbelebung der Bahn für den Personen- und Güterverkehr würde zu einer Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bürger und zur Stärkung der Wirtschaft führen, so Rahe. Rahe hat Fragen zum Engagement des Landes NRW Der heimische Abgeordnete will deshalb in der bislang von der Landesregierung noch nicht beantworteten Anfrage wissen, ob NRW die Bemühungen pro Bahn der Kommunen unterstützt und mit der niedersächsischen Seite darüber spricht. Er möchte zudem wissen, ob es bezüglich Rahden-Bassum konkrete Absprachen zwischen beiden Ländern gibt, ob die NRW-Landesregierung beim aktuellen DB-Antrag beteiligt ist und ob die gesamte Strecke oder nur der jeweilige Landesteil bei den Kosten und dem Nutzen betrachtet wird.

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