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Auszeichnung: Bianca Winkelmann überreichte Michael Coors die Ehrenplakette des Landes NRW. - © Joern Spreen-Ledebur
Auszeichnung: Bianca Winkelmann überreichte Michael Coors die Ehrenplakette des Landes NRW. | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Der älteste Schützenverein im Lübbecker Land feiert Geburtstag

Schützengilde Rahden wird 175 Jahre alt

Joern Spreen-Ledebur
17.05.2019 | Stand 17.05.2019, 20:57 Uhr

Rahden. Lang war der grün-weiße Tross, der sich am Freitagabend im Herzen der Stadt traf. Die Stimmung war prima und an diesem Wochenende feiert die große Rahdener Schützenfamilie ein besonderes Jubiläum. Die Rahdener Schützengilde begeht ihr 175. Jubiläum. Die 1844 gegründete Gilde ist der älteste Schützenverein im Lübbecker Land. Noch mehr Tradition haben nur die Lübbecker Bürgerschützen, aber die sind kein klassischer Verein, sondern die Nachfolger der mittelalterlichen Stadtwehr. Begleitet von Spielleuten marschierten die Gilde und befreundete Schützenvereine am Freitagabend durch die Innenstadt hin zum neuen Festplatz am Haus Bohne. Hier steht nun auch der Adlerstand, der seit Ende der 1980er Jahre in der Rahdener Wehme neben dem früheren Haus von Schützen-Legende Korten Fritz stand. Die Bewährungsprobe am neuen Ort hatte der Schießstand bereits vorigen Sonntag beim Wettkampf um die Tageskönigswürde bestanden. Geschichte mit vielen persönlichen Geschichten Am Samstag werden Rahdens Bürgermeister Bert Honsel und Pfarrer Udo Schulte der Gilde zum 175. Geburtstag gratulieren. Am Freitagabend taten das die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann (CDU) und Wolfgang Hesse von der Stiftung der Stadtsparkasse Rahden. Die Stiftung hatte die Aufarbeitung der historischen Gilde-Fahne finanziell unterstützt. Bianca Winkelmann überreichte dem neuen Gilde-Major Michael Coors die Ehrenplakette des Landes Nordrhein-Westfalen. „175 Jahre Schützengilde Rahden – das ist ein besonderes Jubiläum", merkte Winkelmann an. Vor allem steche die Schützengilde damit im Schützenkreis Lübbecke altersmäßig weit heraus. Und wer sich etwas mit der Geschichte der Gilde beschäftige, finde insofern allerhand bedeutende Ereignisse. Erinnerungen an die erste große Liebe Winkelmann: „Was aber nirgendwo, in keiner Chronik dieser Welt niedergeschrieben ist, das sind die vielen persönlichen Geschichten. Denn die meisten Menschen in Rahden werden mindestens eine Verbindung zum Rahdener Schützenfest haben." Vielleicht sei es die Erinnerung an die erste große Liebe. Bei anderen sei es vielleicht das ein oder andere Bier zu viel. Oder es sei die Erinnerung an unbeschwerte Feiern, die bis in die frühen Morgenstunden andauerten. „Auch ich habe mehrere persönliche Erinnerungen", sagte Bianca Winkelmann. Eine Anekdote steche dabei heraus, denn es existiere eine Verbindung zwischen dem Rahdener Schützenfest und ihr und die habe mit dem 28. Juli 1967 zu tun. Die Schützengilde feierte an diesem Freitagabend ihr Schützenfest. Auf Schützenfest auf die Geburt der Tochter angestoßen „Und meine Mutter lag an diesem Abend mit mir im Bett, denn ich wurde an dem Tag geboren. Und mein Vater stieß an dem Abend noch ordentlich auf dem Rahdener Schützenfest auf seine erste Tochter an – etwas zum Leidwesen meiner Mutter. Wir haben später zu Hause noch oft darüber gesprochen und geschmunzelt." Nun stehe sie hier als Schützendame aus Pr. Ströhen und als Landtagsabgeordnete, um der Schützengilde mit Major Michael Coors an der Spitze mit großer Freude die Schützenplakette des Landes NRW zu überreichen. Die gehe an Vereine und Gilden mit besonderen Jubiläen. Und sie erinnere an die großartigen Werte des Schützenwesens. Schützenfeste schaffen Verbindung zwischen den Menschen „Auf Schützenfesten kommen Menschen unterschiedlicher Generationen und sozialer Herkunft zusammen. Sie schaffen Verbindungen, ohne viel darüber zu philosophieren", merkte Winkelmann an. „Sie integrieren, ohne sich lange Gedanken zu machen. Das ist ein echtes Pfund, das wir im ganzen Mühlenkreis, aber vor allem auch in Rahden zu bieten haben." In Düsseldorf betonten ihre Kollegen immer, wie bunt, wie groß und wie toll sie Karneval feierten. Aber Rahden mit insgesamt zehn Schützenfesten bei nur sieben Stadtteilen und gerade einmal 15.000 Einwohnern sei noch einmal eine ganz andere Hausnummer, findet Winkelmann. „Die Hochburg des Karnevals liegt vielleicht am Rhein. Aber die Hochburg des Schützenwesens liegt an Aue und Diek. Und im Herzen liegt Rahden." Besondere Adler für die Jubiläums-Könige Die Gilde sei alt, meinte Winkelmann mit Blick auf das 175. Jubiläum. „Aber sie ist wahrlich nicht überholt. Die Werte, die Sie leben, sind auch heute noch aktuell." Deshalb wünsche sie der Gilde alles Gute für die Zukunft und ein tolles Sommerfest. Am Samstag setzt sich erneut ein Festzug von der Wehme aus durch die Innenstadt zum Haus Bohne in Bewegung. Am Sonntag beginnt hier um 12 Uhr das Königsschießen. Dabei spielt die Heimatkapelle Rahden auf. Die Proklamation der Jubiläums-Könige, für die Horst Fahrmeyer wie berichtet besondere Adler gefertigt hatte, ist für 14 Uhr geplant.

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