Frischer Wind: Oliver Gubela erwartet in Kürze den endgültigen Bewilligungsbescheid für den Breitband-Ausbau. Gebaut werden solle nach dem Ende der Sommerpause, sagte der Kreis-Wirtschaftsförderer. - © Foto: Joern Spreen-Ledebur
Frischer Wind: Oliver Gubela erwartet in Kürze den endgültigen Bewilligungsbescheid für den Breitband-Ausbau. Gebaut werden solle nach dem Ende der Sommerpause, sagte der Kreis-Wirtschaftsförderer. | © Foto: Joern Spreen-Ledebur

Rahden/Stemwede Breitband-Ausbau: Starker Kostenanstieg möglich

Der Kreis Minden-Lübbecke erwartet in den kommenden Wochen den endgültigen Bewilligungsbescheid. Nordkreis auf neue Preise vorbereitet

Rahden/Stemwede. Im Nordkreis gibt es noch immer viele Gebiete, in denen man ein schnelles Internet nur vom Hörensagen kennt. Diese unterversorgten so genannten weißen Flecken sollen durch den Breitband-Ausbau beseitigt werden. Eigentlich hätte das schon alles laufen sollen, aber es gab Verzögerungen. So gab es bei der Ausschreibung eine Verlängerung und ein Baubeginn im Jahr 2018 blieb ein unerfüllter Wunsch. Der Breitband-Ausbau, von dem knapp 22.000 Haushalte und fast 400 Betriebe im Landkreis profitieren sollen, wird vom Bund und vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Einen vorläufigen Bescheid gab es schon, aber der endgültige Förderbescheid liegt noch nicht vor. »Aber der Breitband-Ausbau ist ein Muss« Es handele sich um ein Online-Verfahren und der Anbieter müsse dabei die Detailplanung vorlegen, sagte Oliver Gubela, im Mindener Kreishaus für den Breitband-Ausbau zuständig. Diese Detailplanung werde geprüft. Der Kreis geht nach Angaben Gubelas von einem "Zeit-Horizont Ende April bis Mitte Mai" aus, an dem die Bewilligung vorliegt. "Dann ist das Verfahren abgeschlossen." Die bislang genannten Gesamtkosten für den Breitband-Ausbau von insgesamt 60 Millionen Euro im Kreis sind nicht zu halten, wie auch Oliver Gubela einräumte. "Man kann 20 bis 25 Prozent draufrechnen." Grund sei die allgemeine Lage auf dem Bau; die Branche ist gut ausgelastet. Der gesamte Kostenrahmen werde in der Bewilligung festgelegt. Das, so sagte es Gubela im Gespräch mit der Neuen Westfälischen, sei verbindlich und damit müsse der Anbieter klarkommen. Zehn Prozent müssen die Kommunen beisteuern Der Kreis gehe davon aus, dass die Förderung wie geplant mit 50 Prozent durch den Bund und 40 Prozent durch das Land erfolge. Zehn Prozent müssen die Kommunen beisteuern - außer Minden, Porta Westfalica und Pr. Oldendorf. Diese drei Städte zahlen angesichts ihrer desolaten Kassenlage keinen Eigenanteil. Der Kreis gehe davon aus, höhere Fördersätze zu bekommen, merkte Oliver Gubela mit Blick auf die Preissteigerung an. Ein Beispiel etwa aus Paderborn zeige, "dass die höheren Fördersätze akzeptiert werden". Die Kommunen würden auch höhere Anteile haben. Das werde im Verhältnis mit der zu erwartenden Preissteigerung von 20 bis 25 Prozent mitwachsen. Als Termin für den Baubeginn hält der Kreis nach wie vor am Zeitraum "nach der Sommerpause" fest. Daran habe sich nichts geändert, machte Gubela deutlich. Der Bieter habe bestätigt, mit seinen Bauunternehmen Vorverträge zu haben. Wenn die Detailplanung stehe, dann werde der Bieterauch sagen, wo er mit dem Ausbau anfange. Gubela: "Dass muss der Bieter entscheiden." Die Stadt Rahden hat bislang einen Eigenanteil von 684.000 Euro für den Breitband-Ausbau eingeplant. Wie sich die Kostensteigerung aufteile, das vermöge er derzeit nicht zu beurteilen, sagte Bau-Fachbereichsleiter Dieter Drunagel. "Aber der Breitband-Ausbau ist ein Muss. Die Mittel müssen bereitgestellt werden - im Interesse des Wirtschaftsstandortes Rahden." Die Gemeinde Stemwede hat nach Angaben von Bürgermeister Kai Abruszat rund eine Million Euro bereitgestellt. Das sei mit einem, finanziellen Puffer veranschlagt, ein Aufschlag bei den Ausbau-Kosten sei eingerechnet, sagte Abruszat. "Wir sind auf die notwendigen Eigenmittel vorbereitet."

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