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Haus mit Tradition: Seit rund 180 Jahren betreibt die Familie Hartmann den Ulmenhof an der Mindener Straße in Stelle. Gastronomie aber gibt es hier noch viel länger. - © Joern Spreen-Ledebur
Haus mit Tradition: Seit rund 180 Jahren betreibt die Familie Hartmann den Ulmenhof an der Mindener Straße in Stelle. Gastronomie aber gibt es hier noch viel länger. | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Ulmenhof macht zu

Traditionskneipe in Rahden vor ungewisser Zukunft

Joern Spreen-Ledebur
09.02.2019 | Stand 09.02.2019, 16:06 Uhr

Rahden-Stelle. Gaststätten sind ein Ort der Begegnung. Hier treffen sich Menschen, klönen bei Getränken. Die Gastronomie aber verändert sich, in vielen Kneipen auch im Nordkreis ist der Zapfhahn längst versiegt. Nun zeichnet sich an der Mindener Straße in Stelle das Ende einer Ära ab. Mitte Dezember dieses Jahres wird Gastwirt Friedrich-Wilhelm Hartmann den traditionsreichen „Ulmenhof" schließen. Als Grund nannte Hartmann fehlende Nachfolger. Er werde 64 Jahre alt und in der Familie gebe es für den Ulmenhof keinen Nachfolger, sagte der Gastronom. Wie es nun weitergeht an der Mindener Straße? Gerüchte wollen wissen, dass das Gasthaus angeblich einem Seniorenheim weichen soll. Solche Gerüchte lässt Hartmann aber nicht gelten und dementiert. Derzeit sehe es so aus, dass wahrscheinlich nichts abgerissen werde, merkte Hartmann an. Schützen feiern dieses Jahr noch am angestammten Platz „Stand jetzt" blieben damit auch Schießstand und Kegelbahn erhalten. Der Schützenverein Stelle-Stellerloh wird sein Schützenfest in diesem Jahr „auf jeden Fall" am angestammten Platz neben dem Ulmenhof feiern, macht Friedrich-Wilhelm Hartmann deutlich. „Wie es nächstes Jahr aussieht, das muss man sehen." Der Sozialverband Rahden ist ebenfalls einer der Stammgäste im Ulmenhof. Die Weihnachtsfeier werde noch im Vereinslokal stattfinden, merkte Hartmann an. Der Rahdener Sozialverband um seinen Vorsitzenden Hans Waltemate wird nun nach eigenen Angaben auf die Suche nach einer neuen Lokalität gehen. "Bis jetzt ist noch nichts in trockenen Tüchern" Ob in Zukunft im Steller Ulmenhof weiter Gastronomie betrieben wird oder ob das Gebäude umfunktioniert wird, das könne er jetzt noch nicht sagen, betont der Wirt. „Da gibt es noch Gespräche. Bis jetzt ist noch nichts in trockenen Tüchern." Mit einer Entscheidung rechnet Friedrich-Wilhelm Hartmann in den kommenden Wochen. Die Kneipe laufe eigentlich ganz gut, berichtet der engagierte Gastronom. Auf der Kegelbahn lassen monatlich bis zu 60 Clubs die Kugeln rollen, der Ulmenhof ist traditionell auch eine der Wettkampfstätten für die Rahdener Kegel-Stadtmeisterschaften. Vor wenigen Jahren habe er noch renoviert, verweist Hartmann auf ein neues Dach auf dem Saal und eine neue Heizung. Eigentlich sei alles im grünen Bereich – nur gebe es keinen Nachfolger. „Leider." "Ich bin mit Leib und Seele hier im Haus" Friedrich-Wilhelm Hartmann hat den Ulmenhof am 1. April 1977 übernommen. Im Jahr 2013 wurde das 175. Jubiläum im Gasthaus gefeiert. „So lange ist der Name Hartmann hier." Das Gasthaus selbst aber sei viel älter, berichtet Friedrich-Wilhelm Hartmann. „Vorher war es Löhr", erinnert er an die einstigen Vorgänger der Familie Hartmann. Dass er den Ulmenhof schließen wird, das werde ihm sehr, sehr schwer fallen, meint der Steller Wirt. „Ich bin mit Leib und Seele hier im Haus." Zu den Stammkunden gebe es schon fast ein familiäres Verhältnis. Die Gastronomie mache Spaß, aber irgendwann müsse man die Reißleine ziehen.

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