Zuversichtlich: Mitglieder des Aktionsbündnis um Detlev Block (l.) hatten auch in Rahden Unterschriften für die Wiederbelebung der Strecken des Sulinger Kreuzes gesammelt. - © Joern Spreen-Ledebur
Zuversichtlich: Mitglieder des Aktionsbündnis um Detlev Block (l.) hatten auch in Rahden Unterschriften für die Wiederbelebung der Strecken des Sulinger Kreuzes gesammelt. | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Tausende wollen die Bahn von Rahden nach Bremen

Aktion: Die Befürworter einer Wiederbelebung der Bahn Rahden-Bremen und weiterer Strecken wollen Unterschriften übergeben. Kreisrat Kleine kritisiert die Bahn AG

Joern Spreen-Ledebur

Rahden. Die Arbeitsgruppe "Bahn 2.029" setzt sich weiterhin dafür ein, dass Sulingen einen Bahnanschluss erhält - und Rahden damit eine Verbindung nach Bremen. Die Arbeitsgemeinschaft ist aus dem Sulinger Bürgerbeteiligungsprozess "Sulingen 2.029" entstanden und trifft sich stets aus aktuellem Anlass. Vor drei Jahren hatte die Gruppe eine Unterschriftensammlung initiiert, um festzustellen, wie die Bevölkerung zu einer Wiederaufnahme des Schienenverkehrs von Rahden über Sulingen nach Bassum steht. Mittlerweile ist die Aktion abgeschlossen und ein dickes Buch mit 4.360 Unterschriften für die Bahn liegt vor. Unterschriften hatten die Bahn-Befürworter unter anderem auch im Juni dieses Jahres bei den Rahdener Sommertagen gesammelt. Während der jüngsten Sitzung der Arbeitsgruppe ging es nun um die Frage, wie mit den Unterschriften verfahren werden soll. Der Vorschlag, diese persönlich dem niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, dem CDU-Politiker Bernd Althusmann, zu überreichen, fand einhellige Zustimmung, merkte Detlev Block an. Auch aus dem Lübbecker Land hätten viele Bürger per Unterschrift klar gemacht, dass sie eine Wiederbelebung des Sulinger Kreuzes wollen - und damit die Bahnlinie Richtung Bassum und Bremen. Wunsch nach einer Bahnverbindung ist stark Mit dem Ministerium in Hannover soll nun ein Termin für die Übergabe vereinbart werden. Die Arbeitsgruppe möchte damit belegen, dass der Wunsch nach einer Bahnverbindung bei den Menschen in der Region stark ist, so der AG-Sprecher Klaus Gerke. Die AG setzt sich dafür ein, dass die Widmung der Bahnstrecke erhalten bleibt, um damit angesichts der gegenwärtigen Klima- und Verkehrssituation eine Option für ein umweltfreundliches Verkehrsmittel in der Region zu behalten. Die Gruppe befürchtet, dass die Deutsche Bahn AG mit dem unwiederbringlichen Abbau wichtiger Schienen-Infrastruktur einseitig den Straßenverkehr in Landkreis festigt. Erst kürzlich hatte die Bahn AG wie berichtet ein Teilstück der Strecke Sulingen-Nienburg versteigern lassen. Durch ein Mitglied der Gruppe sei dies zufällig bekannt geworden. In der Arbeitsgruppe "Bahn 2.029" wurde das einseitige, nicht mit dem Landkreis abgestimmte Vorgehen verurteilt. Option: Bahnverkehr von Diepholz über Sulingen nach Nienburg/Hannover Noch sei die Trasse jedoch dem Bahnverkehr gewidmet, wenn auch die Zugfahrten eingestellt sind. Damit ist zur Zeit noch die Option vorhanden, in Zukunft wieder einen Bahnverkehr von Diepholz über Sulingen nach Nienburg/Hannover mit Reise- und Güterverkehr zu ermöglichen. Würde diese Widmung aufgehoben, sei auch ein späterer Bahnverkehr nicht mehr machbar. Der Landkreis Diepholz habe das Vorgehen der Deutschen Bahn AG mit Befremden zur Kenntnis genommen, sagte gestern der aus Rahden stammende Kreisrat Jens-Hermann Kleine. Das habe der Landkreis der Bahn AG auch mitgeteilt. Die Forderung, den Abschnitt Sulingen in Richtung Nienburg aus der Versteigerung zu nehmen, habe der Konzern abgelehnt. Der Landkreis, so sagte es Kleine gegenüber der Neuen Westfälischen, hätte erwartet, im Vorfeld von der Bahn AG beteiligt zu werden "und nicht zufällig von einer Auktion zu erfahren". In dem Zusammenhang hätte man der Bahn AG erklären können, dass der Landkreis Vorsorge treffe, nicht genutzte Bahnstrecken im Bestand zu sichern. Das gilt für die derzeit nicht genutzten Abschnitte Rahden-Bassum, aber auch die Linie Richtung Nienburg. Im Rahmen der Raumordnung werde auch dieser Abschnitt als ein der Bahn gewidmeter Verkehrsweg gesichert - um eine künftige mögliche Wiederbelebung abzusichern, sagte Kleine.

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