Staubige Angelegenheit: Im Sechsertakt droschen die Sielhorster Heimatfreunde mit ihren Flegeln die Roggengarben. Das wollten sich viele Gäste des Rahdener Museumshofes nicht entgehen lassen und schauten auf dem Platz vor dem Lütken Hus zu. Fotos: Joern Spreen-Ledebur|| - © Joern Spreen-Ledebur
Staubige Angelegenheit: Im Sechsertakt droschen die Sielhorster Heimatfreunde mit ihren Flegeln die Roggengarben. Das wollten sich viele Gäste des Rahdener Museumshofes nicht entgehen lassen und schauten auf dem Platz vor dem Lütken Hus zu. Fotos: Joern Spreen-Ledebur|| | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Dreschen im Sechsertakt am Museumshof

Knapp 1.000 Gäste genossen den vielfältigen Familientag auf der historischen Hofanlage. Das Angebot könnte fester Teil des Programms werden. Bogenschießen und Riesenseifenblasen

Joern Spreen-Ledebur

Rahden-Kleinendorf. Viel Arbeit hatten sie sich gemacht und bereits am Samstag mit dem Aufbau begonnen. Auch am Sonntag hatten Irina-Jasmin Hanke von der Stadt Rahden und das ehrenamtliche Team des Rahdener Museumshofes viel zu tun. Der schöne Lohn: ein Aktionstag mit ganz vielen Gästen. Anlässlich des Kreismühlentages hatten die Stadt und die evangelische Kirchengemeinde Rahden wieder zum beliebten Gottesdienst in das Freilichtmuseum eingeladen. Den hielt wie berichtet Pfarrer Udo Schulte; die Predigt in plattdeutscher Sprache hielt Ewald Kröger aus Hüllhorst. Mit rund 140 Gästen war der Gottesdienst auf dem Vorplatz des Haupthauses deutlich besser besucht als im Vorjahr. Darüber freute sich Pfarrer Udo Schulte, darüber freute sich aber auch Irina-Jasmin Hanke. Insgesamt waren es 937 Besucher, die sich den Familientag im Freilichtmuseum nicht entgehen lassen wollten. »Die Leute sehen, dass hier was passiert, und kommen zu uns« Und es gab viel zu sehen, an vielen Stationen war Mitmachen angesagt. Der Rahdener CVJM etwa bot Klettern an, am Spielmobil des Stadtsportverbandes war immer was los und vor allem die bunten großen Seifenblasen, die die Kinderzaubern konnten, erfreuten Jung und Alt. Gemütlich ließen es Kinder beim Ponyreiten angehen. Andere nahmen am Luftballonwettbewerb teil oder ließen sich phantasievoll schminken. Groß und Klein nutzten zudem die Gelegenheit, Pfeile zu verschießen. Möglich machten das die Varler Bogensportler. "Es kommt überhaupt keine Langeweile auf", merkten Frank Rührup und Alice Banduch von den Bogensportlern an. "Die Leute sehen, dass hier was passiert und kommen zu uns." Beide hoffen, dass der eine oder andere nach dem Probeschießen den Weg zu den Bogensportlern Varl findet. Die Gäste seien bestens zufrieden gewesen, meinte Wirtschaftsförderung Irina-Jasmin Hanke. Das Familienfest im Museumshof könnte sich als fester Programm-Punkt zum Kreismühlentag im Museumshof etablieren. Ähnlich habe das auch die Rahdener Familienbeauftragte Heike Krüger gesehen, sagte Hanke. Gern gesehen im Museumshof sind zum Kreismühlentag schon seit Jahren die Flegeldrescher des Heimatvereins Sielhorst. Die Gruppe um den Vorsitzenden Karl-Heinz Kopmann zeigte den interessierten Gästen, wie man Roggen-Garben im Sechsertakt dreschen kann, ohne sich dabei mit den Holzflegeln ins Gehege zu kommen. Trotz der großen Erfahrung haben sich die Sielhorster nach Angaben Kopmanns auch nun wieder getroffen, um das Dreschen im Sechsertakt noch einmal zu üben. "An einem Abend sollte man das schon mal wieder üben." Dabei seien auch zwei neue Heimatfreunde gewesen, freute sich Kopmann über die Verjüngung. Sie wurden beim Übungsabend mit den Feinheiten des Flegeldreschens vertraut gemacht. Warum langer Roggen seine Vorteile hat Eigentlich stehe man weit genug auseinander und komme sich mit den Flegeln nicht zu nahe, merkte der Sielhorster an. Die heutigen Garben aber seien kürzer als früher. "Langer Roggen ist selten geworden." Früher seien die Garben auch so lang gewesen, dass man damit Dächer eindecken konnte. Karl-Heinz Kopmann: "Hier waren die Dächer früher oft mit Stroh statt mit Reet gedeckt." Während die Sielhorster Flegeldrescher bei spätsommerlichen Temperaturen auch die frische Luft genießen konnten, hatte Museumshof-Bäcker Torsten Kuhlmann den wohl schweißtreibendsten Job im Museum. Er kümmerte sich im historischen Backhaus um den Butter- und den Apfelkuchen, den der Förderverein des Museumshofes dann verkaufte - und die Gäste ließen sich das frische Backwerk und Kaffee unter den alten Bäumen munden. Die rustikalen Sitzgelegenheiten unter den Bäumen hatte Willi Gutjar aus alten Holzstämmen hergestellt. Wenn die Freiwilligen mal eine Pause hatten, dann nahmen auch sie mit einem Kaffee auf diesen Bänken Platz. Ein bisschen Pause muss halt sein.

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