Weiterhin auf der Flucht: Känguru "Eddy" findet in den Maisfeldern gute Versteckmöglichkeiten. Das Foto ist im Tierpark entstanden und zeigt "Eddy" in seinem Gehege. - © Tierpark / Ismer
Weiterhin auf der Flucht: Känguru "Eddy" findet in den Maisfeldern gute Versteckmöglichkeiten. Das Foto ist im Tierpark entstanden und zeigt "Eddy" in seinem Gehege. | © Tierpark / Ismer

Rahden/Ströhen Känguru „Eddy“ ist weiterhin auf der Flucht

Sichtungen im Darlatener Moor. Tierparkleiter schon mehrfach erfolglos mit Betäubungsgewehr ausgerückt. Zweimal gab es Schreckmomente

Kirsten Tirre

Rahden/Ströhen. Das vor etwa drei Wochen aus dem Tierpark Ströhen entlaufene Bennettkänguru „Eddy" ist weiterhin auf der Flucht. Trotz mehrerer Sichtungen und vielen Hinweisen konnte das 70 Zentimeter große Kängurumännchen bisher nicht eingefangen werden, teilt Tierparkleiter Nils Ismer mit. Ausgelöst durch einen kurzen, aber heftigen Gewittersturm, bei dem mehrere Äste von trockenen Bäumen herabfielen, waren Ende Juli gleich zwei Kängurus aus ihrem Gehege im Tierpark entwichen. Von den beiden flüchtigen Tieren konnte eines sofort wieder eingefangen werden. Bennettkänguru "Eddy" ist seitdem auf der Flucht. Wie Tierparkleiter und Tierarzt Nils Ismer berichtet, stellt sich nicht nur die Suche, sondern vor allem auch das Einfangen des schnellen Beuteltieres als sehr schwierig dar. „Zur Zeit hat Eddy alle Trümpfe in der Hand. Er findet alles, was er braucht und hat mit den vielen Maisflächen ideale Versteckmöglichkeiten. Die einzige Chance, die wir haben, ist es "Eddy" zu narkotisieren, aber auch das ist sehr schwierig und birgt Gefahren für das Tier", so Ismer. Das Känguru ist sehr scheu und wahnsinnig agil Da der Eintritt der Narkose auch bei idealem Treffer rund 15 bis 20 Minuten dauert, kann sich das Tier in der Zeit noch weit von der Anschussstelle entfernen und es droht, dass er nicht gefunden werden kann, was auch gesundheitliche Gefahren für das Tier birgt. „Er könnte Kreislaufprobleme bekommen oder auch in einen Graben stürzen und ertrinken", schildert Ismer die drohenden Gefahren. Doch soweit ist es bisher gar nicht gekommen. Immer wenn der Tierarzt einen ernstzunehmenden Hinweis bekommen hat und zu der Sichtungsstelle gefahren ist, war Eddy wieder verschwunden. „Das Känguru ist einfach sehr scheu und wahnsinnig agil" erklärt Ismer, der bereits mehrfach mit seinem Betäubungsgewehr erfolglos ausgerückt ist. Zweimal gab es auch Schreckmomente im Tierpark Ströhen, als aufmerksame Bürger „Eddy" als „überfahren" am Straßenrand meldeten. Beide Male handelte es sich aber zum Glück um Falschmeldungen. Einmal handelte es sich um einen überfahrenen Jungfuchs an der B 214 und bei der zweiten Meldung wurde der Straßenverkehr einem Hasen zum Verhängnis. Nichtsdestotrotz ist der Tierpark Ströhen auch weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, da „Eddy" einfach zu schnell unterwegs ist und sich auch nicht häufig blicken lässt. Bisher war er immer im Bereich der Ströher Masch/ Darlatener Moor gesehen worden, zuletzt in der Nähe des Pappelwaldes im Bereich der Straße „Zur Burg". Hinweise erbittet der Tierpark Ströhen direkt unter Tel. (05774) 505.

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