Auf gutem Weg: Wasserwerksleiter Ludger Ellers freut sich über den Baufortschritt am neuen Brunnen II in Wehe. Zum Einsatz kommen große Spezialgeräte wie der Bagger vorne im Bild. - © Foto: Sonja Rohlfing
Auf gutem Weg: Wasserwerksleiter Ludger Ellers freut sich über den Baufortschritt am neuen Brunnen II in Wehe. Zum Einsatz kommen große Spezialgeräte wie der Bagger vorne im Bild. | © Foto: Sonja Rohlfing

Rahden Neuer Brunnen in Rahden: "Liegen hier weit unter den Grenzwerten"

Notwendig: Unweit des alten Brunnens II wird in Wehe ein neuer Brunnen zur Trinkwassergewinnung gebaut. Wasserwerksleiter: "Aus der Schicht kein Nitratproblem"

Sonja Rohlfing

Rahden-Wehe. Die Baustelle sieht unspektakulär aus. Für die Rahdener Bürger ist sie jedoch von Bedeutung. Unweit des alten Brunnens II des Wasserwerkes wird derzeit in Wehe ein neuer Brunnen zur Trinkwassergewinnung gebaut. Schweres Bohrgerät steht derzeit auf der Baustelle. Der neue Brunnen ist erforderlich, weil der alte in die Jahre gekommen ist. Auch Brunnen altern. Ablagerungen mindern dann die Ergiebigkeit. "Hier ist der Boden verockert. Da kommt nichts mehr raus", erklärt Ludger Ellers, Leiter des Wasserwerks. Es sei bereits ein paar Mal versucht worden, den Brunnen wieder zu regenerieren. "Aber die Intervalle zwischen den Maßnahmen werden immer kürzer." So wird nun ein neuer Brunnen mit einer Sohltiefe von 28 Metern gebaut. "Die Brunnenpumpe wird auf etwa 25 Meter Tiefe eingesetzt", erläutert Ellers. "Aus der Schicht, aus der wir dann das Wasser ziehen, gibt es kein Nitratproblem. Wir liegen dort weit unter den zulässigen Grenzwerten." Wie am Brunnen I in Wehe gibt es auch an dem alten Brunnen II eine erhöhte Nitratbelastung des Wassers. Die Arbeiten am neuen Brunnen sind auf einem guten Weg. Den Auftrag bekommen hat ein Unternehmen aus der Region. Die reinen Baukosten beziffert Ludger Ellers auf 150.000 Euro. Hinzu kämen Nebenkosten für Zuleitung, Einzäunung und ähnliches. Der Leiter des Wasserwerks geht davon aus, dass der neue Brunnen im Oktober in Betrieb gehen kann. "Vorher wird er desinfiziert, mit einer Kamera inspiziert und bei einem 48-Stunden-Dauerpumpversuch auf Leistungsfähigkeit getestet." Mit einer Spitzenbelastung von 40 Kubikmetern Rohwasser pro Stunde wird der Brunnen dann gefahren. Im anschließenden Dauerbetrieb werden 25 bis 30 Kubikmeter pro Stunde gefördert. "Wir wollen alle Brunnen gleichmäßig fahren", merkt Ellers an. Sechs Tiefbrunnen hat das Wasserwerk in Wehe in Betrieb. "Hier verläuft das Urstromtal der Weser", verdeutlicht der Fachmann, warum gerade in dem Rahdener Ortsteil gutes Wasser gefunden wurde. Gefördert werden knapp eine Million Kubikmeter Rohwasser im Jahr. Die Trinkwasser-Abgabemengen schwanken und haben während der Hitzeperiode so manche Spitze erreicht, sodass das Wasserwerk die Bevölkerung zum Wassersparen aufgerufen hatte. Der Appell sei angekommen, bedankt sich Ellers bei den Bürgern. "Wir haben das direkt am nächsten Tag gemerkt", freut sich der Leiter des Wasserwerks. Nach dem Regen und den nun niedrigeren Temperaturen lägen die Abnahmemengen derzeit wieder auf Normalniveau. Am Wasserwerk gehen die Investitionen weiter. Der alte Brunnen II wird zurückgebaut. Im nächsten oder übernächsten Jahr soll dann der Brunnen I ersetzt werden, teilt Ellers mit.

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