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Das Band ist durchschnitten: Ende Oktober 2014 gaben Matthias Bracht (MKK; v. l.), Bernd Hachmann, Ernst-Wilhelm Rahe (SPD-Landtags-Mitglied), Ralf Niermann, Tanja Warda, Olaf Bornemeier (MKK) und Michael Fantini den Weg ins umgebaute Krankenhaus Rahden frei. Damals war die Krankenhaus-Welt noch in Ordnung. - © Foto: Archiv Joern Spreen-Ledebur||
Das Band ist durchschnitten: Ende Oktober 2014 gaben Matthias Bracht (MKK; v. l.), Bernd Hachmann, Ernst-Wilhelm Rahe (SPD-Landtags-Mitglied), Ralf Niermann, Tanja Warda, Olaf Bornemeier (MKK) und Michael Fantini den Weg ins umgebaute Krankenhaus Rahden frei. Damals war die Krankenhaus-Welt noch in Ordnung. | © Foto: Archiv Joern Spreen-Ledebur||

Rahden Stadt Rahden will Krankenhaus-Zuschuss zurück

Krankenhaus: Sollte das Konzept des MKK-Vorstands umgesetzt werden und das Haus der Grundversorgung verschwindet, kündigt der Bürgermeister Konsequenzen an

Joern Spreen-Ledebur
06.06.2018 | Stand 11.06.2018, 12:36 Uhr

Rahden. Im Norden des Lübbecker Landes gab es gestern für viele Menschen nur ein Thema: Die vom Vorstand der Mühlenkreiskliniken (MKK) vorgeschlagenen Umstrukturierungen des Konzerns. Rahden würde, sollte der Verwaltungsrat dem zustimmen, vom Haus der Grundversorgung zum Fachkrankenhaus für Suchttherapie und Psychosomatik. Damit verbunden wäre die Schließung der Notaufnahme, wie die Neue Westfälische gestern ausführlich berichtete. Patienten müssten dann die Lübbecker Notaufnahme nutzen. Die kreiseigene Rettungswache am Krankenhaus bleibt erhalten, der Notarzt aber käme künftig aus Lübbecke. Ziel der Stadt Rahden sei der Erhalt des Krankenhauses in seiner jetzigen Form, sagte gestern Bürgermeister Bert Honsel. Gelinge das nicht, dann werde die Stadt Rahden den von ihr gezahlten Zuschuss zurückfordern. "Aus meiner Sicht ist es unbestritten, dass wir diesen Anspruch haben". Ein Blick in die Vergangenheit scheint das zu bestätigen: Im Februar 2010 hatte der Stadtrat eine Million Euro für den Umbau des Krankenhauses zur Portalklinik bewilligt - unter der Bedingung, dass das Haus mindestens 25 Jahre als Haus der Grundversorgung erhalten bleibe. Landrat Niermann reagierte nach Bedingungen des Stadtrates Nach diesem Beschluss hatte Landrat Ralf Niermann bei der Stadt interveniert und darauf verwiesen, dass die Stadt den Zuschuss nur anteilig zurückfordern könne - so wie das beim Land NRW auch der Fall sei. Im Juli 2010 hatte der Stadtrat dann eine Dringlichkeitsentscheidung der Stadtverwaltung genehmigt, dass die Mühlenkreiskliniken den Zuschuss anteilmäßig zurückzahlen müssten. Das Land NRW hatte einen Zuschussantrag der Mühlenkreiskliniken bewilligt und den Umbau des Krankenhauses Rahden mit 2,55 Millionen Euro gefördert. Den Bescheid überreichte der damalige NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am 14. August 2009 persönlich. Mit den 2,55 Millionen Euro fördere das Land die Telemedizin inklusive der Geräte, hatte Laumann damals in Rahden gesagt. Diese Telemedizin ermögliche den direkten Zugang zur Hochleistungsmedizin im Mindener Klinikum. Einrichtungen wie ein Krankenhaus seien wichtig für die Zukunftsfähigkeit einer Kommune, so Laumann bei der Übergabe des Bescheids an den damaligen MKK-Chef Matthias Bracht betont. Angesichts des demografischen Wandels sei eine ortsnahe medizinische Versorgung wichtig. Interessantes Detail des damals von Laumann überbrachten Bescheids: Laut dem Bescheid gilt das Krankenhaus Rahden für die medizinische Versorgung des Nordkreises als erforderlich. Diese Versorgung, so heißt es, könne nicht allein aus Minden und Lübbecke sichergestellt werden. Es seien derzeit noch Überlegungen der MKK, eine Entscheidung sei noch nicht getroffen, merkte gestern Clemens Eggensperger an, Vorsitzender des Freundeskreises für das Krankenhaus Rahden. Ziel des Freundeskreises sei die Sicherung der medizinischen Grundversorgung. Würde die abgezogen, dann der Freundeskreis nicht gutheißen, sagte Eggensperger gegenüber der Neuen Westfälischen. Was der MKK-Vorstand nun plane, das entspreche nicht der Grundversorgung inklusive Notaufnahme. Psychosomatik sei sicherlich richtig und wichtig, das treffe aber nicht die Versorgung im Nordkreis.

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