Am Tatort: Krimiautor Wilfried Bremermann stammt aus Rahden und hat in seinem neuen Krimi auch den NRW-Nordpunkt in Pr. Ströhen zu einem mörderischen Schauplatz gemacht. - © Joern Spreen-Ledebur
Am Tatort: Krimiautor Wilfried Bremermann stammt aus Rahden und hat in seinem neuen Krimi auch den NRW-Nordpunkt in Pr. Ströhen zu einem mörderischen Schauplatz gemacht. | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Aus Rahden stammende Autor Wilfried Bremermann legt den „Nordpunkt“-Krimi vor

Literatur: Der Handlungspfad für ein solches Buch wird sorgsam geplant

Rahden. Anfangs mutet es wie ein Routinefall an. Die neureiche Eva Wortmann beauftragt die Privatdetektivin Lavinia Borowski mit der Beschattung ihres scheinbar untreuen Ehemannes. Der aber wird wenig später am NRW-Nordpunkt in Pr. Ströhen ermordet aufgefunden. Die Detektivin gerät unter Mordverdacht und kann nur mit Mühe ihre Unschuld beweisen. Der Fall wird eine persönliche Sache, die Spuren führen ins Mindener Rotlicht-Milieu und in das tödliche Umfeld des Bordellkönigs Johann Müller. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite bietet "Nordpunkt", ein Krimi mit der Ermittlerin Lavinia Borowski. Der aus Rahden stammende Autor Wilfried Bremermann hat mit  der von ihm kreierten Ermittlerin den Grundstock für eine Krimi-Serie gelegt. Und für sein aktuelles Buch hat er den Nordpunkt in Pr. Ströhen zu einem nicht unwichtigen Schauplatz gemacht. "Es gibt im Kreis Minden-Lübbecke schon interessante Punkte, die man als Schauplatz auswählen kann", merkt Bremermann an. Da werde der Stoff schon nicht ausgehen für weitere Krimis. Hauptberuflich ist Bremermann "Banker", nebenberuflich Schriftsteller. Schon als Grundschüler habe er kurze Geschichten geschrieben. Ein kleines Theaterstück aus seiner Feder sei von der Klasse auch aufgeführt würden. Während der Zeit am Espelkamper Söderblom-Gymnasium schrieb Bremermann (Jahrgang 1963) dann auch längere Geschichten. "Das ging auch in Richtung Science Fiction", meint der Autor im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Science Fiction habe ihn sehr interessiert, viele Perry Rhodan-Hefte habe er gelesen. Auch heute steht "Sci-Fi" noch gut im Kurs, der gebürtige Rahdener liest es gern. Hauptsächlich hat sich Wilfried Bremermann aber den Genres Thriller und Krimi zugewandt. "Damit fing ich an, professionell zu schreiben." Und ähnlich wie beim Film scheint das nicht ganz ohne ein Drehbuch auszukommen. "Aus Filmen kennt man das, das Schriftsteller an Schreibmaschinen sitzen und einfach drauflos tippen", erzählt Bremermann. "Bei Krimis aber sollte man schon wissen, wie die Handlung ist." Er mache sich jedenfalls einen genauen Plan. Dabei würden die Charaktere entworfen und die Schauplätze festgelegt. "Die Handlungsplanung ist ein langer Prozess. Das geht nicht von heute auf morgen." Manchmal entwickele sich das über Monate, berichtet Bremermann bei einem Besuch am NRW-Nordpunkt. Neben seinen "Borowski-Krimis" arbeite er auch an anderen Projekten. Dabei geht?s um Thriller.  Die Detektivin Lavinia aber hat Bremermann im Kreis Minden-Lübbecke fest verortet. "Die Idee zu Lavinia Borowski kam mir auf der Fahrt in den Urlaub", sagt der heute in Hille lebende Autor. Mitunter könne es Monate dauern, bis eine Handlung stehe. "Jede Szene schreibe ich gesondert auf ein Blatt Papier", berichtet Bremermann. Die Blätter lege er nebeneinander und schaue, "ob das passt und ob der Handlungspfad passt". Erst wenn alles detailliert feststehe, dann beginne er mit dem Schreiben. "Die Vorplanung dauert manchmal genau so lang wie das Schreiben", sagt Bremermann, der mit "Nordpunkt" (Tredition-Verlag, Hamburg) sein achtes Buch vorgelegt hat. "Einfach hinsetzen und schreiben, das geht nicht", macht Wilfried Bremermann deutlich. Bei einem Krimi müsse es ja logisch ablaufen. "Indizien müssen richtig gestreut werden, Tote dürfen nicht wieder auferstehen." Daher sei es wichtig, dass ein Krimi sorgsam und logisch geplant werde. "Fehler würde ein Leser sofort bemerken." Wie die Wahl auf den Schauplatz Nordpunkt fiel? Als gebürtiger Rahdener habe er noch einen engen Bezug zur Stadt. Der Nordpunkt sei ihm nicht unbekannt. "Den kenne ich, das bot sich an." Allzu viel habe er hier nicht recherchieren müssen. Obwohl: Bremermann fuhr zum Nordpunkt und sah sich noch einmal um, "damit zum Beispiel die  Beschreibung zum Nordpunkt-Haus passt". Es helfe schon, Schauplätze zu wählen, die man kenne. Mit einer Ausnahme. Das Rotlicht-Milieu habe er in Minden angesiedelt, sei dort aber nicht gewesen. "Ich habe das auch nicht als detaillierten Schauplatz geschrieben. Ich brauchte einfach einen Nebenschauplatz." Der nächste Lavinia Borowski-Krimi ist derzeit in Arbeit. Allzu viel dazu mag Bremermann natürlich nicht verraten. Die Handlung ist wieder im Kreis Minden-Lübbecke angesiedelt. "Eine Nebenhandlung wird dann in Tonnenheide spielen."

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