Stammt von hier: "Dem Vaterhause" widmete der Kunstmaler Carl Langhorst sein Portrait, das Andy Kutsch hier zeigt. Das müsse immer hier aufgehängt sein und dürfe nicht abgenommen werden, wie der Künstler handschriftlich auf der Rückseite des Bildes verfügte. - © Joern Spreen-Ledebur
Stammt von hier: "Dem Vaterhause" widmete der Kunstmaler Carl Langhorst sein Portrait, das Andy Kutsch hier zeigt. Das müsse immer hier aufgehängt sein und dürfe nicht abgenommen werden, wie der Künstler handschriftlich auf der Rückseite des Bildes verfügte. | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Rahdener Politiker berieten über Ehrenbürgerwürde für Carl Langhorst

Gemeindeordnung hat klare Bestimmungen

Joern Spreen-Ledebur

Rahden. Hinsichtlich der Ehrenbürgerwürde von Professor Carl Langhorst sehen vier der sechs Fraktionen im Stadtrat Beratungsbedarf (die NW berichtete). Mit dem Thema befassten sich bei ihrem jüngsten Treffen nun auch die Mitglieder des Rahdener Ältestenrates und Bürgermeister Bert Honsel. Zu Details wollte sich Honsel mit Verweis auf die nicht-öffentlichen Sitzungen dieses Gremiums nicht äußern. Würde endet laut Gesetz mit dem Tod der Person Er habe aber den Auftrag bekommen, eine Erklärung zur Thematik "Ehrenbürgerwürde Professor Langhorst und Straßenbenennung" abzugeben, sagte Honsel gestern auf Anfrage der Neuen Westfälischen. Diese Erklärung werde mit den Fraktions-Vorsitzenden abgestimmt. Angedacht sei, diese Erklärung im öffentlichen Teil der Ratssitzung am kommenden Donnerstag, 22. September, zu verlesen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr mit der Bürgerfragestunde in der Aula des Gymnasiums. Carl Langhorst wurde 1867 im Gebäude der heutigen Marktschänke am Alten Markt geboren und starb 1950 in Rahden. Er war ein anerkannter und gefragter Porträtmaler, engagierte sich aber auch ab 1929 in der NSDAP. Ende der 1930er Jahre erhielt er die Ehrenbürgerwürde. Mit der Person des Kunstmalers und Parteigenossen hatte sich im Rahmen einer Facharbeit im Grundkurs Geschichte Kaja Kriesten befasst (die NW berichtete), ehemalige Schülerin des Gymnasiums Rahden. Im Bundesarchiv fand sie lobende Schriftsätze der NSDAP für Langhorst. Zur Verleihung des Ehrenbürgerrechts gibt es in der Gemeindeordnung (GO) für Nordrhein-Westfalen detaillierte Bestimmungen. Denen zufolge kann eine Gemeinde das Ehrenbürgerrecht verleihen - unabhängig von der Größe einer Kommune. Auf diese Weise können sie natürliche Personen auszeichnen, die sich in besonderer Weise um die Kommune verdient gemacht haben. Nicht mit einer solchen Ehrung bedacht werden können juristische Personen oder Personenvereinigungen. Laut den Bestimmungen der Gemeindeordnung ist die Voraussetzung für die Verleihung des Ehrenbürgerrechts, dass die betreffende Person lebt. Sie muss im übrigen nicht aus der betreffenden Kommune oder deutscher Staatsangehöriger sein. Laut Gesetz endet die Ehrenbürgerwürde mit dem Tod. Will sich eine Kommune von der Person des Geehrten nach dessen Tod distanzieren, kann dies laut Gemeindeordnung NRW etwa durch eine entsprechende Erklärung des Rates erfolgen. In Rahdens Nachbargemeinde Stemwede hatte der Rat vor einigen Jahren durch einen formalen Beschluss Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde aberkannt. Diese Ehrung hatte die damals selbstständige Gemeinde Drohne Hitler bereits im Frühjahr 1933 angetragen und dieser nahm sie an. Rechtsnachfolger der Gemeinde Drohne ist die heutige Gemeinde Stemwede.

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