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Große Runde zur Eröffnung: Schüler des Gymnasiums, die Ortsheimatpfleger, Vertreter der Stadt und der Heimatvereine trafen sich zur Einweihung der Planetenbahn. Betrachtet wurde auch eine der Info-Tafeln im Schulzentrum. - © FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR
Große Runde zur Eröffnung: Schüler des Gymnasiums, die Ortsheimatpfleger, Vertreter der Stadt und der Heimatvereine trafen sich zur Einweihung der Planetenbahn. Betrachtet wurde auch eine der Info-Tafeln im Schulzentrum. | © FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR

Rahden Planetenbahnen offiziell eingeweiht

Den Gestirnen auf der Spur

Joern Spreen-Ledebur
21.03.2015 | Stand 20.03.2015, 21:49 Uhr

Rahden. Die Sonne ist am Bahnhof zu finden, Neptun als der am weitesten entfernte Planet am NRW-Nordpunkt in Pr. Ströhen. Zwischen beiden Punkten gibt es viel zu entdecken an Rahdens neuer touristischer Attraktion. Während einer kleinen Feierstunde im Gymnasium wurden gestern die Rahdener Planetenbahnen eingeweiht. Im Zentrum des Planetensystems befindet sich die Sonne. Und die Sonne als Beginn des Planetenwegs befindet sich am Bahnhof. Der Endpunkt wird 11,2 Kilometer vom Bahnhof entfernt am NRW-Nordpunkt erreicht, der von der Bahn des Planeten Neptun geschnitten wird. Auf dem 11,2 Kilometer langen Weg - Kernstück ist die stillgelegte Bahnlinie - passieren Besucher die einzelnen Bahnen von Planeten. Gut 60 Info-Tafeln säumen insgesamt den Planetenweg, der die Rahdener Ortschaften miteinander verbindet. Die Tafeln geben mit Steckbriefen Hinweise zu den jeweiligen Planeten. Zudem sind an einigen Stellen Hinweise zu Sehenswürdigkeiten zu sehen. Abgerufen werden können die Infos zudem über einen QR-Code, der auf den Tafeln angebracht ist. Interaktiv sind die auch, weil Besucher anhand von drehbaren Scheiben Antworten auf Fragen erhalten - etwa zur Entstehung von Ebbe und Flut. Viel Lob erhielten gestern die Initiatoren der Rahdener Planetenbahnen. Das sind die weiterführenden Schulen, die Ortsheimatpfleger und die Tourist-Info Rahden. Unterstützt wurden sie von einer Vielzahl von Sponsoren. Auch die erhielten gestern Dank. Von einem neuen touristischen Highlight sprach Bürgermeister Bernd Hachmann. Die Info-Tafeln hätten einen hohen pädagogischen Nutzen. Hachmann hofft, dass viele Gäste der Planetenbahn auch die Ortschaften besuchen, um sich die dortigen Tafeln anzusehen. Hachmann, Stadtheimatpfleger Claus-Dieter Brüning und der Pr. Ströher Ortsheimatpfleger Friedrich Sander dankten den Sponsoren. Ein Dank galt auch dem Bauhof, der beim Aufstellen der Tafeln half. Die Impulse für die Planetenbahnen seien bei Gesprächen am NRW-Nordpunkt ausgegangen, erinnerte Sander. Der neue Weg helfe, die "unvorstellbare Dimension des Weltraums begreifbar zu machen". Zudem sei der Weg eine Weiterführung des astronomischen Gedankens, den es mit den diversen Sonnenuhren am Nordpunkt gebe. Der Planetenweg, merkte Sander an, sei auch eine symbolhafte Vernetzung der Ortschaften. Rund 90 Planetenwege gebe es derzeit in Deutschland. Üblicherweise werde dafür eine markierte Linie wie etwa ein Radweg, ein Wanderweg oder ein Weg quer durch ein Stadtzentrum verwendet. In Rahden dagegen sei der Planetenweg an der stillgelegten Bahnlinie angelegt, ellipsenartige Bahnen führten durch das Stadtgebiet. Sander freute sich über die Hilfe der Ortsheimatpfleger, die die Tafeln montierten. Kai Bechstein, Lehrer am Gymnasium Rahden, würdigte das Engagement der Schüler aus dem "Himmelsforscher-Kurs" des Gymnasiums, die die Texte für die Tafeln erstellt hatten. Neben diesem wissenschaftlichen Aspekt sollten die Tafeln auch Anreiz sein, "unsere Heimat zu entdecken", ergänzte Claus-Dieter Brüning. Insgesamt 64 Hinweistafeln seien aufgestellt worden. Weil die meisten Planeten nahe der Sonne kreisten, befänden sich die meisten Info-Tafeln auch in Rahden. Ein Heft mit detaillierten Angaben und Beschreibungen ist in der Tourist-Info im Rathaus erhältlich.

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