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Rahden Neue Einrichtung, reges Interesse

Tag der offenen Tür: Bonitas stellt umgebaute Bettenhaus-Etagen vor / Bürgermeister: Kostenrahmen eingehalten

Von Joern Spreen-Ledebur
18.10.2014 | Stand 17.10.2014, 19:40 Uhr
Die "Grünen Damen" und Seelsorger Michael Waterböhr kennen die Etagen noch aus Krankenhaus-Zeiten. Gestern schauten sie sich an, wie es nach dem Umbau nun aussieht - und waren ganz angetan. - © FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR
Die "Grünen Damen" und Seelsorger Michael Waterböhr kennen die Etagen noch aus Krankenhaus-Zeiten. Gestern schauten sie sich an, wie es nach dem Umbau nun aussieht - und waren ganz angetan. | © FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR

Rahden. Lars Uhlen ist erleichtert. "Es ist vollbracht", freut sich der Geschäftsführer des Pflegedienstes Bonitas und hat die bereits umgebauten Etagen vier und fünf des Bettenhauses im Blick. Nicht ein Mal habe man sich mit der Stadt gezofft. Bürgermeister Bernd Hachmann hört?s gern, der die gute Zusammenarbeit mit Uhlen lobt. Lob hat auch die Delegation der Stadt für das parat, was in den oberen Bettenhaus-Etagen geschehen ist - und das wollen auch viele Bürger sehen.

Mit einem Tag der offenen Tür hat Bonitas gestern seine neue Einrichtung in den oberen Etagen des Bettenhauses am Krankenhaus vorgestellt. Ruhiger lief es nur in der dritten Etage ab - denn die wird derzeit noch umgebaut und soll nach Einschätzung von Lars Uhlen Anfang kommenden Jahres fertig sein.

In den Etagen vier und fünf gaben sich aber die Menschen die Klinke in die Hand. Bereits in der ersten Stunde waren es wohl gut 150 Bürger, die sich die neue Einrichtung des Pflegedienstes ansehen wollten. Den Tag über standen Bonitas-Mitarbeiter den Rahdenern gern Rede und Antwort.

Auf der vierten Etage gibt es nach Angaben Uhlens aktuell neun Pflegeplätze für Beatmungspatienten. Die ersten Patienten werden Anfang November erwartet. Weitere Plätze werden auf der dritten Etage entstehen. Ziel sei es, 20 Plätze für Beatmungspatienten zur Verfügung zu stellen, erinnerte Uhlen an seine Aussage gegenüber dem Rat. Die von ihm im Rat genannte Zahl beziehe sich auf alle Etagen.

Insgesamt rund 5.300 Beatmungspatienten gebe es in Deutschland, Rahden könne da ein Zentrum sein - auch wegen der Nähe zu Niedersachsen, merkt der Bonitas-Geschäftsführer an. Rahdens Vorteil sei, dass es in Niedersachsen die Pflege von Beatmungspatienten in dieser Form noch nicht gebe. Das Nachbarland hänge beim neuen Heimgesetz noch etwas nach.

Im Durchschnitt blieben Beatmungspatienten zwei Jahre da, so Uhlen. "Für uns ist wichtig, dass wir die Patienten erst einmal wieder zum Sprechen bekommen." Viele könnten dann auch später ohne Beatmung entlassen werden.

Nicht minder groß war das Interesse der Gäste aber auch an der Etage fünf. Hier stehen elf Plätze für betreutes Wohnen unter dem Motto "Unser kleines Heim" zur Verfügung. Die Leute könnten hier einziehen und miteinander leben, meinte Uhlen. "Eigentlich ist es eine Wohngemeinschaft." Der Personalschlüssel im "kleinen Heim" sei höher als in anderen Einrichtungen. Wenn alles in Betrieb sei, dann würden in den drei Etagen 50 Menschen arbeiten, so Uhlen.

"Nur Positives" habe man erlebt, war Lars Uhlen gestern mit Rahden zufrieden und erinnerte daran, dass er sich vor gut zwei Jahren nach Medienberichten zu den drei oberen Etagen beim Bürgermeister gemeldet habe. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und das gute Verhältnis zum Krankenhaus.

Mit Bonitas habe man ein neues und zusätzliches Angebot nach Rahden geholt, erklärte Hachmann. Kurze Wege gebe es für die Patienten, und auch das Krankenhaus werde profitieren, sprach er von einer "Win-win-Situation" für alle Beteiligten.

Kosten sollte der Umbau der Etagen 2,9 Millionen Euro. Die Stadt zahlt das, will das durch die Mieteinnahmen refinanzieren und hofft am Ende auf einen Gewinn. "Der Kostenrahmen wird punktgenau eingehalten", erklärte Hachmann. Er dankte dem Unternehmer Paul Gauselmann, der durch Unterstützung in anderen Bereichen möglich machte, dass die Stadt rund 900.000 Euro Eigenmittel einbringen konnte.

Gauselmann hatte, wie berichtet, Geld für den Brandschutz gespendet - davon profitierte die Stadt beim Bau des Gerätehauses Wehe und beim Kauf des neuen Löschfahrzeugs für Wehe.

Man freue sich über die rege Resonanz beim Tag der offenen Tür, waren sich gestern Hachmann, sein Stellvertreter Willi Kopmann, Bauamtsleiter Dieter Drunagel und Lars Uhlen einig. Die von Bonitas betriebene Einrichtung sei sehr schön geworden, freute sich Hachmann. Gleiches gelte auch für das benachbarte und umgebaute Krankenhaus. Zudem sei die Stadt "auf gutem Weg" zu einem Gesundheitszentrum. Das soll bekanntlich neben dem Krankenhaus entstehen.

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