0
schwarz-werkzeugbau_blick-in-die-produktion - © Schwarz Werkzeugbau
schwarz-werkzeugbau_blick-in-die-produktion | © Schwarz Werkzeugbau

Sanierung beginnt Insolvenz von Traditionsfirma: Geschäftsbetrieb bei Schwarz Werkzeugbau „läuft wieder normal“

Eigenverwaltungsverfahren eröffnet. Chancen für Sanierung bis Jahresende stehen gut, behauptet Stefan Meyer. Lübbecker Anwalt setzt seine Arbeit als Sachwalter fort.

04.10.2022 | Stand 05.10.2022, 11:22 Uhr

Pr. Oldendorf. Das Amtsgericht Bielefeld hat am 1. Oktober das gerichtliche Sanierungsverfahren des Werkzeuglieferanten Heinz Schwarz GmbH & Co. KG eröffnet. Damit wurden der bisherige Fortführungskurs und die Eigenverwaltung um die Geschäftsführer Diedrich Diedrichsen und Henrik Minnich bestätigt, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Zudem setze auch Rechtsanwalt Stefan Meyer von der Pluta Rechtsanwalts GmbH seine Arbeit als Sachwalter fort. Er soll auch das eröffnete Verfahren und die Geschäftsführung im Interesse der Gläubiger überwachen, das Unternehmen operativ und in der Sanierung und Restrukturierung unterstützen und sich weiter eng mit der Geschäftsführung, den Beratern und der Gläubigervertretung abstimmen.

„Die Stabilisierungsmaßnahmen der letzten Wochen haben Früchte getragen. Das Unternehmen läuft im jetzt eröffneten Eigenverwaltungsverfahren operativ wieder normal. Nun ist es an der Zeit, schnellstmöglich belastbare Zukunftslösungen im Rahmen des M&A-Prozesses zu finden. Auch da ist das Unternehmen auf gutem Weg und wird dabei konstruktiv und zielorientiert vom Gläubigerausschuss nicht nur überwacht, sondern auch unterstützt“, wird der Sachwalter in der Pressemitteilung des Unternehmens zitiert.

Fortführung erfährt Zustimmung und Loyalität

Der Geschäftsbetrieb der Heinz Schwarz GmbH & Co. KG liefe seit der Anordnung des gerichtlichen Sanierungsverfahrens am 4. August 2022 stabil, heißt es in der Pressemitteilung. Nach wie vor seien alle der 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit an Bord. „Wir haben unser Team bei einer Betriebsversammlung am 26. September umfassend über den aktuellen Stand informiert: dass wir mit voller Kraft an der Fortführung unseres Unternehmens arbeiten und was die nächsten Schritte sein werden. Die Reaktion darauf hat uns einmal mehr gezeigt, wie engagiert die Menschen in unserem Unternehmen sind und wie sehr sie hinter Schwarz stehen“, sagt Geschäftsführer Diedrich Diedrichsen.

Es gäbe sowohl Fortführungsvereinbarungen als auch neue Aufträge, die trotz der gerichtlichen Sanierung generiert werden konnten, heißt es vonseiten des Unternehmens.

Rechtsanwalt Christian Krönert und sein Rechtsanwaltskollege Thomas Ellrich von der Kanzlei Voigt Salus stehen dem Betrieb als Generalbevollmächtigte zur Seite. In dieser Position verantworten sie alle insolvenzrechtlichen Fragen und Aufgaben im Rahmen des Verfahrens.

Unterstützung erhält Schwarz Werkzeugbau nach eigenen Angaben auch von der ABG Consulting-Partner GmbH und Co. KG. Die Experten rund um Unternehmensberater und Geschäftsführer Simon Leopold sorgen für die laufende kaufmännische Begleitung samt umfangreicher Planung von Finanzen und Liquidität.

Schnellstmöglich wieder für Wettbewerbsfähigkeit sorgen

Das Ziel des Sanierungsteams sei es, die Neuaufstellung des Unternehmens kurzfristig zu realisieren und schnellstmöglich wieder für Wettbewerbsfähigkeit zu sorgen. Eine Sanierung bis Ende des Jahres sei dabei aufgrund der bislang positiven Entwicklung durchaus wahrscheinlich.

„Erste Optimierungen im Unternehmen wurden bereits erfolgreich umgesetzt. So sind beispielsweise alle Projekte nachkalkuliert und somit eine tragfähige Grundlage für den weiteren Betrieb geschaffen worden. Im Sanierungsprozess des Unternehmens ist definitiv bereits Land in Sicht“, sagt Generalbevollmächtigter Rechtsanwalt Thomas Ellrich. Als weitere Sanierungsoption liefen parallel zur Neuaufstellung auch intensive Investorenverhandlungen, die, neben dem Management der mehr als 250 Werkzeugprojekte, von der Unternehmensberatungsgesellschaft Montag & Montag aus Köln geführt würden.

Das traditionsreiche Unternehmen Heinz Schwarz GmbH & Co. KG, das heute Teil einer überregionalen Unternehmensgruppe ist, war in die Krise geraten. Aus diesem Grund beantragten Diedrich Diedrichsen und Henrik Minnich beim zuständigen Amtsgericht Bielefeld eine Insolvenz in Eigenverwaltung.

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
Newsletter abonnieren

Newsletter Lübbecker Land

Im Lübbecker Land sind wir für Sie ganz nah dran an den Themen, die Sie interessieren. Aktuelle Nachrichten, spannende Geschichten, wichtige Infos. Das alles senden wir Ihnen zwei Mal in der Woche, immer am Dienstag und am Donnerstag, in unserem Newsletter zu.

Wunderbar. Fast geschafft!