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Im Kreisel an der Bundesstraße 65: Der „Oldendorfer Preuße" als ein städtisches Wahrzeichen ist weithin 
sichtbar. - © Sandra Spieker
Im Kreisel an der Bundesstraße 65: Der „Oldendorfer Preuße" als ein städtisches Wahrzeichen ist weithin 
sichtbar. | © Sandra Spieker

Pr. Oldendorf Neue Serie: Auf Spurensuche in der Geschichte von Pr. Oldendorf

Spuren preußischer Vergangenheit (1): In einer neuen Serie begeben sich der Historiker Sebastian Schröder und Stadtheimatpfleger Karl Wilhelm Finke auf die Suche nach Zeugnissen aus der Preußenzeit

Sebastian Schröder
19.08.2019 | Stand 27.08.2019, 16:42 Uhr
Karl Wilhelm Finke

Pr. Oldendorf. Warum ziert ein Preuße den Kreisel an der Bundesstraße 65 im Westen Pr. Oldendorfs? Wieso vertritt ein preußischer Soldat die Stadt als Marketing-Träger? Die Antworten sind recht einfach: Seit 1609 – beziehungsweise nach der Klärung rechtlicher Konflikte endgültig seit 1647 – gehörte die westfälische Grafschaft Ravensberg zum kurbrandenburgischen Herrschaftskomplex. Ab 1701 beanspruchten die Kurfürsten von Brandenburg den Titel „König in Preußen". Dadurch unterstand auch Oldendorf der preußischen Landesherrschaft. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges (1939 bis 1945) lösten die Alliierten den preußischen Staat im Jahr 1947 offiziell auf. Damit endete die Zugehörigkeit Pr. Oldendorfs zu Preußen nach gut 300 Jahren. Fahndung nach Gebäuden, Orten und Plätzen Trotzdem haben sich aus diesen drei Jahrhunderten bis heute zahlreiche Spuren der preußischen Vergangenheit erhalten. Mitunter sind sie verborgen und unbekannt, teilweise sehr präsent und kaum zu übersehen. Diese Relikte gilt es zu entdecken: Was können diese Zeugnisse berichten? Welche Geschichten haben sie zu erzählen? Wie lebten die Menschen unter „den Preußen"? Wie lässt sich die preußische Herrschaftsausübung charakterisieren? Bei ihrer Spurensuche fahnden der Historiker Sebastian Schröder und der Pr. Oldendorfer Stadtheimatpfleger Karl Wilhelm Finke nach Gebäuden, Orten und Plätzen, die an die preußische Geschichte im nordöstlichen Westfalen erinnern. Neben Grenzmarkierungen nehmen sie in den kommenden Serienteilen unter anderem die Königsmühle in Offelten, die Barockorgel in Börninghausen, Kriegerdenkmäler, Oldendorfer Bürgerhäuser und die im Stadtgebiet verstreut liegenden Adelssitze in den Blick. Den Anlass dazu bietet das 300-jährige Stadtrechtsjubiläum. Stadtjubiläum gibt Anlass zum Blick in die Geschichte Denn am 17. April 1719 verlieh der preußische König Friedrich Wilhelm I. Oldendorf städtische Rechte. Somit wurde aus dem Dorf eine Stadt, genauer: eine Stadt unter preußischer Herrschaft. Das Jubiläum wurde im Juni gefeiert. In der preußischen Zeit erlebte die Stadt eine wechselvolle Geschichte, die sich bis heute im Stadtbild abzeichnet. Es zeigt sich: Die Oldendorfer Stadtgeschichte ist eng mit der preußischen Geschichte verknüpft. Und: Die Historie dieser preußischen Stadt ist äußerst spannend. Es lohnt sich, auf Entdeckungsreise zu gehen.

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