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Wichtige Anbindung: Mit dem Bahnhof Holzhausen-Heddinghausen – hier verkehrt im Stundentakt die Eurobahn zwischen Rahden und Bielefeld – sei die Stadt Pr. Oldendorf erheblich durch die geplante Entwidmung betroffen. - © Joern Spreen-Ledebur
Wichtige Anbindung: Mit dem Bahnhof Holzhausen-Heddinghausen – hier verkehrt im Stundentakt die Eurobahn zwischen Rahden und Bielefeld – sei die Stadt Pr. Oldendorf erheblich durch die geplante Entwidmung betroffen. | © Joern Spreen-Ledebur

Pr. Oldendorf Auch Pr. Oldendorf will Bahnstrecken nach Nienburg und Bremen erhalten

Der Widerstand gegen die geplante Entwidmung von Bahnstreckenabschnitten und deren Verkäufe wächst. Jetzt äußert sich auch die Stadt Pr. Oldendorf unmissverständlich.

Sandra Spieker
22.07.2019 | Stand 22.07.2019, 16:20 Uhr

Pr. Oldendorf. Der Widerstand gegen die geplante Entwidmung von Bahnstreckenabschnitten und deren Verkäufe wächst. Dem geplanten Vorhaben einer Entwidmung des Streckenabschnittes Nienburg-Sulingen in der Ost-West-Achse des Sulinger Kreuzes widerspricht die Stadt Pr. Oldendorf ausdrücklich. Mit dem Bahnhof Holzhausen-Heddinghausen sei die Stadt „massiv durch die geplante Entwidmung betroffen", heißt es in einer Stellungnahme von Bürgermeister Marko Steiner, da dadurch „der direkte Schienenanschluss für Wirtschaft und Bevölkerung nach Nienburg unmöglich gemacht" würde. Das Sulinger Kreuz als wesentlicher Teil der gewidmeten durchgängigen Zugverbindung zwischen den Oberzentren Bielefeld und Bremen würde beim Verlust dieser östlichen Trasse wesentlich an verkehrlicher Bedeutung verlieren. Die Entwidmung widerspreche zudem dem Planungsziel des Landkreises Diepholz, die Schienenstrecke Sulingen – Nienburg nachhaltig für eine eventuelle Reaktivierung des Schienenverkehrs zu sichern. „Dieses Planungsziel hat der Landkreis Diepholz in seinem Regionalen Raumordnungsprogramm als Ziel der Raumordnung festgelegt", so Steiner. "Touristisches Zentrum im Kreis Minden-Lübbecke" Die Sicherung und Reaktivierung der Bahnstrecke Bielefeld – Rahden – Bassum – Bremen als durchgängige Zugverbindung zwischen den Oberzentren Bielefeld und Bremen würde zu einer deutlichen Verbesserung der verkehrlichen Erschließung im Güter- und Personennahverkehr zwischen den angrenzenden Städten und Gemeinden sowohl in Niedersachsen als auch in OWL führen und einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse der umliegenden Bevölkerung und zur Stärkung der Wirtschaft leisten, heißt es weiter. „Die Strecke zwischen Rahden und Bassum bietet die Möglichkeit einer Entlastung für die stark belasteten Strecken Osnabrück – Bremen im Westen und Minden – Nienburg im Osten, sowohl für den Güter- als auch für den Personenverkehr." Mit der jetzt geplanten Entwidmung der Strecke, die von Nienburg nach Sulingen führt, werde die Chance auf eine flexible Führung von Entlastungsstrecken dauerhaft vertan. „Die Stadt Pr. Oldendorf mit ihren zwei Luftkurorten Pr. Oldendorf und Börninghausen sowie dem Heilbad Bad Holzhausen stellt mit rund 150.000 Gästeübernachtungen im Jahr eines der touristischen Zentren des Kreises Minden-Lübbecke dar", verdeutlicht Steiner. Für die gute Entwicklung des Kur- und Entwicklungsbetriebes sei die Stadt Preußisch Oldendorf auf eine gute verkehrliche Anbindung angewiesen, die eher ausgeweitet als eingeschränkt werden müsse. "Fünf Prozent der Gäste reisen aus Raum Oldendorf/Bremen an" „Allein die letzte Erhebung des städtischen Touristik zeigt, dass bereits heute fünf Prozent unserer Gäste aus dem Raum Oldenburg/Bremen anreisen." Vor dem Hintergrund eines immer stärker werdenden Umweltbewusstseins und Blick auf die Verkehrsbelastung auf der Straße und Diskussionen zum Klimawandel sollte die Chance einer Reaktivierung der Strecke Sulingen – Bassum nicht durch eine Entwidmung konterkariert werden. Auch sei die Stadt Pr. Oldendorf als Wirtschaftsstandort gerade in Richtung des Wirtschaftsraumes Oldenburg – Bremen mit einigen Betrieben orientiert und auch hier sollte die zukünftige Entwicklung des Gütertransportes über die Schiene nicht durch eine Entwidmung des gesamten Streckenabschnittes erschwert werden. Weiter bestehe vom Bahnhof Holzhausen-Heddinghausen noch eine gewidmete Trasse nach Bohmte, bei der es ebenfalls Überlegungen im Hinblick auf die Reaktivierung von Güter- und Personenverkehr gibt. Auch diese gemeinsam mit den niedersächsischen Nachbargemeinden Bad Essen und Bohmte würde die Entwidmung der genannten Teilstrecken Sulingen – Nienburg erheblich behindern. Aus diesen Gründen spreche sich die Stadt Pr. Oldendorf auch gegen geplante Streckenverkäufe in der Nord-Süd-Achse im Abschnitt Bassum – Sulingen und Barenburg – Ströhen aus, so Steiner abschließend.

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