Ansgar Brinkmann (l.) und Peter Schultz spielten sich gegenseitig den Ball zu – verbal versteht sich. - © Noah Brümmelhorst
Ansgar Brinkmann (l.) und Peter Schultz spielten sich gegenseitig den Ball zu – verbal versteht sich. | © Noah Brümmelhorst

Pr. Oldendorf "Wollte einfach nur kicken": Ansgar Brinkmann über sein chaotisches Leben

Der ehemalige Profi war zu Gast beim Pfingstsportfest in Bad Holzhausen. Und er berichtete ohne Scheu.

Noah Brümmelhorst
11.06.2019 | Stand 10.06.2019, 16:35 Uhr

Pr. Oldendorf-Bad Holzhausen. Als Ansgar Brinkmann aus seiner Limousine stieg, wanderten schnell die Blicke auf den ehemaligen Fußballprofi. Freundlich begrüßte er die Gäste und kam mit ihnen ins Gespräch. Normalerweise heizen Musiker den Gästen im Festzelt ein – 2018 kam Oli P. nach Bad Holzhausen. Nun sorgten Ansgar Brinkmann und Radiojournalist Peter Schultz für ein gut amüsiertes Publikum – beim Talk im Zelt redeten sie frei über die Karriere des Fußballers, der einen ganz besonderen Reiz hat. Einige Gründe dafür könnten sein: ehemaliger Arminia Bielefeld-Profi, RTL-Dschungelcamp-Kandidat oder seine flinke Zunge, durch die er ein gern gesehener Talkgast ist. Einen Reiz könnte auch das Buch haben, das Brinkmann zusammen mit dem 1Live-Moderator Peter Schultz geschrieben hat. Technisch brillant wie ein Brasilianer Dies stellten die beiden nun vor – interaktiv mit dem Publikum, durch Videoeinspieler und mit vielen Anekdoten des "weißen Brasilianers". Wegen seiner technischen Fähigkeiten bekam er diesen Spitznamen. In dem Buch "Wenn ich du wäre, wäre ich lieber ich" beschreiben Brinkmann und Schultz unzählige kuriose Momente des Ex-Profis und ernteten viele Lacher und großen Applaus vom Publikum. Dabei ist Brinkmanns Karriere eigentlich nur schwer in Worte zufassen. Er bezeichnet sich selbst als "nicht disziplinierbar", was den ein oder anderen Clinch mit Trainern oder Mitspielern hervorrief. Letztlich war er bei 18 Vereinen unter Vertrag und hatte in dieser Zeit wohl über 40 Trainer. "Und ich hatte mit allen Trainern Streit", fasste Brinkmann zusammen. Vom Profi-Dasein ins Dschungelcamp Während der zweistündigen Talkrunde kramte Brinkmann in den Tiefen seines Gedächtnisses. Mit der gewissen Extrapolation schlug jeder Spruch beim Publikum ein. "Bei den Bayern kannst du auch den Busfahrer auf die Bank setzen und die werden trotzdem Zweiter", scherzte der weiße Brasilianer. Während seiner Zeit bei Mainz teilte er sich ein Zimmer mit Jürgen Klopp. Brinkmann sei auch gegenüber Klopp nicht zimperlich gewesen: "Jürgen hat immer gelesen, da habe ich zu ihm gesagt: `Du hast schon recht mein Freund, bilde Dich besser weiter, mit Fußball wird das nix´." Zuschauer hatten viele Fragen an den Paradiesvogel Am Ende der Talkrunde konnten Zuschauer Fragen an Brinkmann stellen. So fragte der Zuschauer Jens Krause nach der Höhe seiner Gage beim Dschungelcamp und nach dem Grund, wieso Brinkmann das Camp vorzeitig verlassen hat. Brinkmann erklärte auch hier gewohnt humoristisch: "Die wollten mich therapieren. Ich solle doch mal auf die Natasha Ochsenknecht losgehen. Das wollte ich aber nicht, also bin ich gegangen." Seine Gage sei dann von über 150.000 Euro auf 100.000 Euro gesunken. Seine Art – in Gütersloh schlief er im Auto, in Osnabrück versteckte er sich vor der Polizei, in Bielefeld spielte er erst zwei Jahre nach Beendigung der Profikarriere sein Abschiedsspiel – wurde Kult. Er war nie der Saubermann, den heutige Fußballer geben, er war nie das Gesicht aufwendiger Werbekampagnen während seiner Profizeit. Aber er hätte all das werden können, so der Tenor im Publikum. Brinkmann blieb aber der Paradiesvogel und sich seiner Linie treu. "Wieso bloß?", fragte ihn Moderator Schultz. "Weil ich einfach nur kicken wollte", antwortete er auf die Frage. Irgendwie passend zum Ambiente des Pfingstsportfests. Auch hier steht die Passion zum Fußball im Vordergrund.

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