Prima Stimmung: Wie ein bunter Lindwurm zog der große Festumzug gestern durch das Eggetal. Auf den 40 Wagen und entlang der Strecke waren Mitwirkende und Gäste bester Laune. - © Foto: Hendrik Schmalhorst
Prima Stimmung: Wie ein bunter Lindwurm zog der große Festumzug gestern durch das Eggetal. Auf den 40 Wagen und entlang der Strecke waren Mitwirkende und Gäste bester Laune. | © Foto: Hendrik Schmalhorst

Pr. Oldendorf Umzug mit 40 Wagen war Höhepunkt im Eggetal

1.025 Jahre Börninghausen: Die Eggetaler sind bekannt für ihren Gemeinschaftssinn und ihr enormes Engagement. Das zeigte sich auch bei den Feierlichkeiten zum Jubiläum des Dorfes

Stephan Pfeiffer

Pr. Oldendorf-Börninghausen. Ein ganzes Dorf feiert: Jung und Alt haben am Wochenende im Eggetal das 1.025. Jubiläum Börninghausens begangen. Für alle war etwas dabei - Rockmusik, Spiele und als absoluter Höhepunkt am gestrigen Sonntag der große Festumzug mit 40 Wagen. Bei dem zeigte sich einmal mehr der Gemeinschaftssinn im Eggetal. Den Zusammenhalt der Bürger und das enorme und vielfältige Engagement für ihren im Jahr 993 erstmals urkundlich erwähnten Heimatort hatten am Samstagabend auch Pr. Oldendorfs Bürgermeister Marko Steiner und die CDU-Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann gewürdigt. In den 990er Jahren schlugen sich die Schweden mit den Dänen, die Wikinger kloppten sich mit den Engländern und die Franzosen rangen untereinander. Ruhiger ging es da wahrscheinlich im Jahr 993 in Börninghausen zu, welches ehedem erstmalig als Brunnenhuson urkundlich erwähnt wurde. 1.025 Jahre später wird jedoch - passend zur großen Jubiläumsfeier - wieder gestritten. Doch diesmal geht es friedlich zur Sache - dafür umso lauter! Beim ersten Börninghauser "Battle oft he Bands" stritten vier Combos um den Sieg. Durch den Abend führte Nortje Müller. Gewonnen hat die Lübbecker Band "Travelin? Waters". Ihre Mischung aus Blues und Psychedelic Rock der 70er kam beim Publikum am besten an. Als Siegprämie spielen sie nun auf dem nächsten Bergfest am Limberg am 29. Juni kommenden Jahres. Zu vorgerückter Stunde war nach diesem Gig jeder wach Die Konkurrenz war gut und hatte es in sich, denn jede der vier Newcomer-Kapellen kann spielen, und zwar auf hohem Niveau. Den Anfang machten die sechs Shanty-Metaller von "Gorch Rock". Sie versprachen Kanonenladungen aus Folk, Rock, Shanty und Hartmetall und hielten Wort: Ihre exklusive Mischung kam gut an, es gab reichlich Applaus für die Seeleute aus Bünde. Aus Detmold reiste "Hey Miracle" an. Das Quartett überzeugte mit mirakulösen Alternative-Songs und beeindruckender Frontfrau und Sängerin. Die Anreise lohnte sich, denn der Auftritt war gut, und die Zuhörer zeigten sich mehr als zufrieden. "Thrash Metal in?s Gesicht!" lautet die Mission der vier Blutrocker von "Blood Vale". Die Kirchlengerner brachten den Thrash ins volle Festzelt und das Blut in den Venen ihrer Fans zum Kochen. Zu vorgerückter Stunde war nach ihrem Gig jeder wach. Travelin' Waters spielten als dritter der vier Acts. Mit klassischem Bluesrock rechnen die Zuhörer heutzutage kaum noch. Wenn dann noch die ein oder andere Prise Psychedelisches dazukommt, hört so mancher Fan der 70er erfreut genauer hin. Fette Grooves mit eingeflochtenen Dinosaurier-Riffs prägen die Musik des Lübbecker Quartetts. Der Rhythmus geht stramm nach vorne, wird gelegentlich verlangsamt, wenn die Drums Halftime spielen, um dann wieder anzuziehen. Unisono-Monsterläufe und headbangender Sänger und Gitarrist mit langer Mähne - Rockerherz, was willst du mehr? "Dass die Börninghauser gerne feiern ist bekannt. Dass sie aber für neue Sachen so aufgeschlossen sind, ist absolut klasse!", freut sich Jörn Hoffmeyer. Der Wahl-Börninghauser organisierte den Wettbewerb mit Sven Becker von "Wir im Eggetal" und ist begeistert: "Gut 250 Leute im Zelt und 150 draußen - wow, damit haben wir nicht gerechnet." Organisationsteam und Zuschauer waren sich sicher: Diese Veranstaltung schreit nach Wiederholung. Zunächst freue man sich aber auf die nächste musikalische Großveranstaltungen im Juni des nächsten Jahres auf dem Vorhof der Limburg, so Hoffmeyer.

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